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Víctor Martíne von Amefruits (Alicante, Spanien):

"Wir halten dem Druck auf die Zitronenpreise ziemlich gut stand"

Die Marktsituation für Zitrusfrüchte ist im Moment nicht einfach, was vor allem daran liegt, dass der europäische Gastronomiesektor wegen der Covid-19 Maßnahmen zurzeit nur einen minimalen Prozentsatz seiner Kapazität nutzen kann. 

"Ich würde sagen, dass es eine ziemlich untypische Saison ist. Die Lage ist sowohl am Ausgangs- als auch am Zielort kompliziert und natürlich bleibt auch die Nachfrage nicht unverschont von der Pandemie. Der Absatz im Horeca-Kanal ist stark eingebrochen und obwohl es im Einzelhandel ziemlich gut läuft, reicht das nicht aus, um die Verluste im Hotel- und Gastronomiegewerbe auszugleichen. Die Nachfrage seitens der Supermärkte ist tatsächlich auch gesunken. Das könnte daran liegen, dass die Pandemie Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft hat", erklärt Víctor Martínez, Produktmanager für das Produktions. und Exportunternehmen Amefruits, das seinen Sitz in Alicante hat. 

"Die Ernte allerdings hat eine gute Qualität und auch die Mengen stimmen", fährt er fort. "Die Temperaturen in den Anbauregionen sind gesunken und das kommt den Zitronen zugute. Auch in den Zielländern ist es kälter geworden und wir hoffen, dass sich das positiv auf die Verkaufszahlen auswirken wird", erklärt Victor.

Allerdings herrscht im Markt eine gewisse Unsicherheit, weil viele Faktoren schwer einzuschätzen sind. "Die Preise stehen unter Druck, weil es ein Überangebot geben könnte und die Nachfrage in diesem Fall nicht ausreichen würde. Die Saison hat aber gerade erst gestartet, deswegen gibt es noch kein Überangebot. Bisher gehen wir ziemlich gut mit dem Druck auf die Preise um und normalerweise steigt die Nachfrage in der Weihnachtszeit", sagt er. "Je nachdem wie sich die Saison entwickelt, sieht die Lage im Januar schon wieder ganz anders aus. Im Moment sind wir auch wegen der Weihnachtszeit ganz positiv gestimmt. Wir halten dem Druck gut stand, ernten nicht zu viele Zitronen auf einmal, die Kaliber sehen bisher auch ziemlich gut aus und über die Qualität lässt sich auch nichts schlechtes sagen", sagt Victor. 

Türkei expandiert in Osteuropa
Die Pandemie ist zurzeit nicht der einzige Faktor, der Auswirkungen auf die spanische Zitronensaison hat. Die Türkei hat einen deutlich größeren Marktanteil in Osteuropa für sich gewinnen können. Auch in andere, weit entfernte Länder exportiert das Land mehr und baut so sein Wachstum auf dem Exportmarkt aus.

"Wir haben die Konkurrenz durch die Türkei in mehreren Saisons zu spüren bekommen", sagt Victor. "Der Großteil der Exporteure konzentriert sich während der Zitronensaison auf nicht allzu weit entfernte Märkte wie die Schweiz, Italien, Frankreich und Deutschland. Wenn die kalte Jahreszeit beginnt, exportieren wir aber auch immer mehr in weiter entfernte Länder und dort ist die Konkurrenz durch die Türkei sehr stark. Das gilt vor allem für Märkte wie Bulgarien, Rumänien, Polen, Lettland und Estland. Schon seit einigen Jahren ist es schwierig für uns, mit der Türkei mitzuhalten, weil der Wertverlust der türkischen Lira die Produkte sehr günstig und damit wettbewerbsfähig macht", erklärt er. Zum Glück gibt es dafür aber in Zentraleuropa kaum Konkurrenz. Die einzige Ausnahme ist der niederländische Markt, da dorthin neben uns auch Marokko, Ägypten und die Türkei ihre Zitronen exportieren."

"Außerdem hat die Exportsaison nach Kanada noch nicht begonnen und der Handel mit den USA läuft nur mit großen Einschränkungen, weil die Zölle erhöht wurden. Die Exporte sind seitdem stark zurückgegangen", sagt Víctor Martínez.

Größere Mengen in diesem Jahr
Wie auch bei anderen Zitrusfrüchten werden die Mengen in der Saison 2020/21 wahrscheinlich größer ausfallen. Der Prognose von AILIMPO zufolge wird die Zitronenernte demnach 8 Prozent größer ausfallen. Das gilt vor allem für die frühen Sorten. Mitte und Ende der Saison gehen die Erträge dann wahrscheinlich wieder ein bisschen zurück und werden dann etwas kleiner ausfallen als im Vorjahr", sagt Victor. "Ich glaube aber nicht, dass wir dieses Jahr ein Wachstum verzeichnen werden. Unser größtes Ziel ist es, das Absatzniveau der letzten Jahre zu halten und das liegt bei ungefähr 5.000 Tonnen."

Das Unternehmen hofft, nur einen kleinstmöglichen Teil seiner Produktion an die Industrie verkaufen zu müssen. "In dem Sektor macht man einfach kein Geld, meistens kann man so nicht einmal die Produktionskosten decken. Wir sehen den Industriesektor eher als den letzten Ausweg an", erklärt er. "Unser Ziel ist es, unsere Zitronen auf dem Frischwarenmarkt zu verkaufen. Wir setzen deswegen in Zeiten der Pandemie weiterhin auf Qualität und investieren unter anderem auch weiter in unsere Marke Citric Love: Eine Marke, die exklusiv für unsere anspruchsvollsten Kunden ist", sagt er abschließend.

Für weitere Informationen: 
Víctor Martínez
Amefruits
Pol Ind Apatel - C/ Joaquín Moya Martínez, N.º 57 
03380 Bigastro (Alicante)  
T: +34 966 740 393  
T: +34 635 799 807  
citrus@amefruits.com
www.amefruits.com


Erscheinungsdatum:



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