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Santiago Contreras, Hausladen Fruchthandelsgesellschaft mbH, zum Exotenmarkt:

"Die Avocado bestätigt sich als Dauerbrenner"

Mit dem Ende des Herbstes und den kälteren Temperaturen landen in diesen Tagen immer mehr exotische Früchte im Einkaufswagen der Verbraucher, die in den Sommermonaten auf die reichliche saisonal-regionale Auswahl an Früchten zugreifen. Die beliebteste unter den Exoten ist wohl die Avocado, die sich auch weiterhin auf der Überholspur befindet, und auch im Sommer noch gut abgesetzt wird. Aber auch Früchte wie Mangos und Papayas erfreuen sich wachsender Popularität im deutschen Handel. Wir sprachen mit Santiago Contreras, aus dem Import der Hausladen Fruchthandelsgesellschaft mbH, über die laufende Saison.

Absatz von Flugmangos vom Lockdown beeinträchtigt
„Aktuell ist der Höhepunkt der brasilianischen Kent-Mangosaison erreicht. Die Qualität und der Geschmack der Ware ist sehr gut und die Versorgung ausreichend. Wir werden noch bis Ende Dezember Ware aus Brasilien erhalten.“ Parallel dazu werden Ende November die ersten Kent Mangos aus Peru verladen, welche in KW 51 in Europa eintreffen sollen.

Peru ist in dieser Saison das Sorgenkind, weiß Contreras: „Die Situation in Peru ist angespannt, da es seit Monaten nicht ausreichend geregnet hat. Das wird noch durch das Phänomen La Niña, und den entsprechend niedrigeren Temperaturen, verstärkt.“ La Niña ist ein Klimaphänomen, das Teil eines natürlich-globalen Klimazyklus ist. Sie hat zwei Extreme: eine warme Phase, die als El Niño bekannt ist, und eine kalte Phase, bekannt als La Niña. Diese kalte Phase tritt ein, wenn starke Passatwinde aus dem Westen die Meerestemperaturen sinken lassen. „In Peru betrifft dies die Küstenzone im Norden, wo die peruanische Landwirtschaft konzentriert ist, insbesondere Piura, Lambayeque und La Libertad, wo die Wasserreservoirs fast leer sind. Der hydrische Stress für die Pflanzen könnte dramatisch werden, wenn es in den nächsten zwei Wochen nicht regnet.“ In diesem Fall könnte man fast ausschließlich 9/10/12er Größen erwarten. „Zusätzlich zur Knappheit an großen Sorten würde die Frucht auch früher reifen. Erzeuger sind dann gezwungen früher zu ernten und exportieren.“


Christoph Buchner im vergangenen Jahr beim Besuch der Mangoplantagen in Peru (FreshPlaza berichtete).

Der Markt für Mango sei relativ stabil: „Dies liegt vor allem daran, dass das Gros der Schiffsware über den Lebensmitteleinzelhandel vermarktet wird und dieser bis jetzt und auch im ersten Lockdown stabile Absätze in dieser Produktgruppe hatte. Bei Flugmango sind der Absatz und Markt zwar beeinträchtigt, jedoch sind die Mengen aus dem Ursprung nicht zu groß um von dem eingeschränkten Markt stark beeinträchtigt zu werden.“ Es gebe sowohl Kent aus Brasilien als auch die erste peruanische Flugware auf dem deutschen Markt.

Stabiler Papayamarkt
„Der Markt für Papayas ist derzeit ebenfalls stabil, mit ausreichend Volumen aus Brasilien. Qualität und Geschmack sind gut. Zwischen Mai und Oktober ist der Bedarf geringer, die Nachfrage steigt aber in den kühlen Monaten signifikant an und erreicht im Winter ihren Saisonhöhepunkt.“


Formosa Papayas der Struwwelpeter-Marke

Chile dominiert bei den Avocados
Der Avocadomarkt wird derzeit von chilenischen Lieferungen dominiert, gefolgt von Mexiko sowie Kolumbien und in geringerem Maße Israel, Spanien und Marokko. Nach einem sehr schwierigen Übergang von Peru auf Chile ist der Markt nun gut versorgt. Da Mexiko größere Mengen als üblich nach Europa exportiert, gibt es Druck bei kleinen Kalibern. Das sollte sich legen sobald der Bedarf aus den USA Mitte Dezember wieder steigt.“


Andreas Buchner beim Besuch von FreshPlaza am Standort in München im Sommer 2019.

Die Produktion habe sich aufgrund der limitierten Luftfrachtkapazitäten soweit selbst reguliert: „Die Logistik leidet weiterhin unter Fluktuation und bleibt unsicher. Manche Airlines haben ihre täglichen Verbindungen aus dem Programm genommen. Manche Routen werden drei Mal pro Woche geflogen, andere gar nicht. Die Preise sind dementsprechend sprunghaft und steigen, wegen der anstehenden Vorweihnachtszeit, noch weiter.“ Passagierflüge von Südamerika nach Europa sind im Vergleich zu 2019 um 73% eingebrochen, dieser Rückgang in Frachtfläche sorge für große Konkurrenz auf den bestehenden Flügen und treibe die Preise in die Höhe, erklärt er.

Exoten in den Sommermonaten
Avocados sind unter den wenigen exotischen Produkten, welche sich auch im Sommer gegen die „Sommerfrüchte“ durchsetzen können und ihr Volumen stabil halten: „Die Avocado bestätigt sich als ganzjähriger Dauerbrenner. Der hingegen Mangomarkt geht traditionell nach Ostern zurück. In diesem Jahr war die Nachfrage bis zu den Sommerferien (Juli) weiterhin sehr hoch und steigt jetzt auch wieder an.“

Exoten aus der EU?
Der Exotenanbau in Spanien gewinnt immer mehr an Bedeutung – wird das in der Zukunft zum Problem für Überseeware werden? Das glaubt Contreras nicht: „Spanische Avocados oder Mangos sind nur in einem eher kurzen Zeitfenster verfügbar. Die spanischen Früchte können mit denen aus anderen Mittelmeerländern konkurrieren und sich gegenseitig ergänzen jedoch ist es nicht ratsam sich nur auf einen Ursprung zu fokussieren.“ Diverse Einflüsse wie On- und Off-Saisons, Unwetter, Umweltkatastrophen und der wachsende Markt auch in Ländern wie China, setzen es voraus diverse Ursprünge dauerhaft zu importieren um flexibel und zuverlässig zu sein.

Interesse an exklusiven Mangos und tropischen Avocados wächst
„Kent, Keitt und Palmer sind weiterhin die prominentesten Mangosorten in Europa, aber auch hier weniger bekannte israelische Sorten wie Omer, Noa und Shelli werden mehr vermarkt. Nam Dok Mai und Ataulfo werden ausschließlich per Luftfracht geliefert und sind ebenfalls sehr attraktiv“, bestätigt Contreras. „Die Konsumenten sind immer besser über ihre Lebensmittel informiert, daher gewinnen diese Sorten auch weiterhin an Bedeutung.“

Bei den Avocados tut sich ebenfalls einiges: „Dank ihrer Größe wecken die tropischen Avocados wie Carla aus der Dominikanischen Republik und brasilianischen Sorten wie Margarida, Breda, Geada, Fortuna (und andere) das Interesse der Verbraucher.“ Manche dieser exotischen Sorten dominieren bereits ihren Heimatmarkt und finden nun langsam ihren Weg nach Europa. Trotz allem bleibt die Hass-Avocado die meist-importierte Sorte.

Weihnachtszeit
Es ist schwer einzuschätzen wie das Jahr ausklingen wird: „Mit den Lockdowns und Einschränkung überall in der EU kann man kaum Prognosen machen. Traditionell gibt es einen leichten Rückgang der Verkäufe im LEH zwischen Weihnachten und Neujahr. Dieses Jahr rechnen wir mit einem normalen Weihnachten und einer Steigerung der Nachfrage zwischen den Jahren, da weniger Leute in den Urlaub fahren können.“



Santiago Contreras  
Hausladen Fruchthandelsgesellschaft mbH
Tel: 089 72014 0
verkauf@hausladen-frucht.de
www.hausladen-frucht.de


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