Henry Hayes - Tzaneen Blueberries

"Wir haben nur 54 Prozent unserer Blaubeerernte exportiert"

Tzaneen Blueberries werden heute ihre Blaubeerenernte 2020 beenden, was ungewöhnlich spät ist. Das liegt daran, dass es viel geregnet hat und der Regen "einige Schäden angerichtet hat", sagt der Blaubeerfarmer Henry Hayes.

"Die Saison hat mit einer guten Aussaat und einer ausgezeichneten Qualität begonnen", sagt er. "Bis Woche 36 lief alles wirklich sehr gut, wenn man von zwei starken Regenfällen zu Anfang der Saison absieht."

"Als der Regen dann angefangen hat, hatten wir große Qualitätsprobleme und mussten deswegen viel mehr Früchte als sonst mit dem Flugzeug exportieren statt mit dem Schiff. Normalerweise ist es nämlich trocken, wenn wir ernten", erklärt Henry. "Wenn es aber während der Ernte so viel regnet, dann sinkt der Zuckergehalt der Früchte und sie verlieren ihren Geschmack. Außerdem sind sie nicht sehr lange haltbar, weil sie durch den Regen aufweichen. Wir konnten deswegen nur 54 Prozent unserer Produktion exportieren."

"Selbst einige Sorten von denen wir dachten, dass sie so gut wie unzerstörbar wären, sind dem Regen zum Opfer gefallen."

Das Verhältnis von Lufttransport zu Seetransport lag diese Saison für Blaubeeren bei 69:31 und das alles wegen des Regens. Dazu kommt natürlich, dass der Luftweg in diesem Jahr viel teurer ist als sonst. In einer idealen Saison exportiert das Unternehmen 70 bis 80 Prozent seiner Blaubeeren auf dem Seeweg, weil sich der Transportweg stark auf das Einkommen auswirkt. Das geht aber nur, wenn die Produkte eine gute Haltbarkeit haben.

Tzaneen Blueberries konnte deswegen viele Beeren nicht exportieren. So ging es auch vielen anderen Blaubeerfarmern im nördlichen Südafrika, weil es zu Beginn des Sommers so viel geregnet hat. Der lokale Blaubeerpreis in Südafrika ist gesunken, weil weniger Produkte exportiert wurden und folglich mehr auf dem lokalen Markt landen.

Junge Blaubeerpflanzen in Substrat bei Tzaneen Blueberries

Die andere Seite der Medaille: Wassermangel
Ironischerweise war der Regen, der so viel Schaden angerichtet hat, genau das, was Tzaneen gebraucht hat. Die Dämme in der Region sind auf einem kritischen Stand, sie führen kaum noch Wasser. Der Tzaneen Damm beispielsweise ist nur noch zu 9 Prozent gefüllt und der Ebenezer Damm zu 14 Prozent.

Durch den unterdurchschnittlichen Regen in den vergangenen Jahren und weil die Wasserverteilung auf 70 Prozent beschränkt worden ist, musste das Unternehmen Anfang des Jahres viele ältere Pflanzen entsorgen. Die Pflanzen hätten allerdings noch 120 Tonnen produzieren können und hätten daher noch lange nicht entsorgt werden müssen.

"In dieser Region gibt es außerdem viele Zitrusfruchtproduzenten. Wir sind ziemlich gut darin geworden, mit unseren Wasserressourcen zu wirtschaften. Im Moment haben wir ein Kontingent von 30 Prozent. Wenn wir 50 Prozent hätten, könnten wir wirklich gut über die Runden kommen, auch wenn eine Expansion auch dann noch ziemlich schwierig wäre."

Freilandanbau statt Substrat
Die Verluste auf dem Feld konnten zum Teil durch neue, produktive Pflanzen wieder kompensiert werden. Insgesamt will Henry den Anbau auf dem offenen Feld erweitern.

"Wir wollen wieder im Freiland anbauen, weil unser Boden sehr gut ist und das Substrat und Töpfe einfach zu teuer sind. Beim Anbau auf dem offenen Feld können wir viel Geld sparen, was uns größere Gewinnmargen einbringt als wenn wir im Substrat anbauen."

Blaubeerpflanzen auf dem offenen Feld bei Tzaneen Blueberries

Henry baut seit 2013 für Berryworld an und arbeitet dabei eng mit deren technischen Teams zusammen. Jetzt will er diese schreckliche Saison einfach nur hinter sich lassen und sich auf die neue Saison und die neuen Pflanzen konzentrieren.

"Wenn man in dieser Region anbaut, dann hat man in Europa ein frühes Marktfenster, nämlich dann, wenn die europäische Saison vorbei ist. Deswegen wollen wir uns, wenn wir expandieren, vor allem auf frühe Sorten konzentrieren. Wir wollen nicht noch nach September in Tzaneen ernten."

Blaubeerüberangebot in Europa
Henry findet es nicht schlimm, dass sie jetzt vom Markt gehen, weil gerade sehr große Mengen aus Peru nach Europa kommen und es seit Woche 44 ein Überangebot im europäischen Markt gibt. Er glaubt allerdings, dass sich die südafrikanische Blaubeerindustrie in Zukunft aus solchen Situationen lernen wird. Außerdem denkt er, dass der Sektor besser zusammenarbeiten und Informationen austauschen muss, um wirtschaftlich Erfolg zu haben.

"Die Blaubeerexporteure müssen sich neue Märkte suchen, wie beispielsweise Russland, den Mittleren Osten und den Fernen Osten. Es wäre schön, wenn wir mit Peru um die Ostküste der USA konkurrieren könnten."

"Im Moment sieht alles nicht so gut aus, aber zum Glück ist das ja nicht der Regelfall. Ich freue mich einfach darauf, die Saison zu beenden und bin optimistisch, dass die nächste besser wird."

Für weitere Informationen: 
Henry Hayes
Tzaneen Blueberries
Email: tzaneenblueberries@gmail.com

 


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