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Zwischen Panik und Galgenhumor: HORECA-Sektor reagiert auf "Lockdown light"

"Welle von Stornierungen die ihresgleichen sucht"

Seit Mittwoch ist es offiziell: Es gibt einen zweiten Lockdown in Deutschland. Dieser „Lockdown light“, wie er gerne bezeichnet wird, schränkt vor allem die Gastronomie ein. Alles andere als „light“ für eine Branche, die noch immer unter den Maßnahmen im Frühjahr gelitten hat. Wir sprachen mit verschiedenen Akteuren der Branche über ihre Einschätzung der Situation.

Zuvor hatte noch der Großhandelsverband Foodservice e.V. an die Regierung appelliert: „Gastronomen und ihre Partner der kompletten Wertschöpfungskette, sehen, wie gut Deutschland den Weg durch die Corona-Pandemie bisher gemeistert hat und stehen Ihnen in den Anstrengungen zur dringend notwendigen Trendwende zur Seite. Wir befürchten jedoch, dass härtere Regulierungen – bis hin zur Schließung – von Gastronomien nur dazu führen, dass soziale Kontakte in Privaträume verlagert werden. Die Branche würde dadurch abermals massiv geschwächt, ohne dass das Ziel der Kontaktreduzierung erreicht würde. Unsere eindringliche Bitte: Stärken Sie den öffentlichen Raum statt ihn durch einen Lockdown oder verfrühte Sperrstunden zu schwächen und machen Sie die Gastronomen dabei zu Ihren Partnern, um die so wichtigen Regeln im Kampf gegen COVID-19 gemeinsam mit den Behörden durchzusetzen!“

„Welle von Stornierungen die ihresgleichen sucht“
„Absolute Katastrophe am Tag nach der Pressekonferenz“, so ein Berliner Gastrolieferant. „Die Leute haben offensichtlich nichts gelernt, denn wir haben das gleiche Problem wie im März – nur, dass wir es dieses Mal haben kommen sehen.“

Trotz Staatshilfen gebe es Panik unter Mitarbeitern und Kunden, bemerkt er. Einige Lieferanten hätten bereits begonnen Liefertage zu streichen. „Wir sehen eine Welle von Stornierungen die ihresgleichen sucht. Aber ich möchte mich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen, wir wollen unsere Kunden weiterhin beliefern und nicht in Panik verfallen.“

Wie auch viele andere Akteure in der Branche zweifelt er an der Entscheidung der Regierung: „Ich frage mich, wie die Entscheidungen für diese Maßnahmen getroffen wurden. Die Einkaufsstraßen voller großer Ketten bleiben geöffnet, und die Gastronomen müssen schließen. Es ist jetzt aber wie es ist.“ Er befürchtet, dass Zusammenkünfte, die sonst unter den Hygieneprotokollen der Gastronomie stattgefunden hätten, nun in den privaten Raum verlagert werden.

Lösungsansätze
Es gibt zwei verschiedene Herangehensweisen an diesen Lockdown: „Manche haben Panik, andere gehen an die Sache mit einem gewissen Galgenhumor heran. So oder so, die Betriebskosten müssen jetzt schnell gedrückt werden und ich glaube das fällt gerade den kleineren Firmen leichter. Wer kann verschiebt seine Mengen von der Gastronomie in den LEH.“

„Ich denke, dass es vielen leichter fällt bei diesem Mal – man muss sich genau so umstellen wie auch im März. Aber  jetzt ist es ein bekanntes Manöver.“

„Man verabschiedet sich von langjährigen Kunden“
Das Wirtesterben ist ein großes Thema, berichtet ein bayerischer Großhändler: „Es gibt Gastronomen, die wissen, dass sie nicht mehr öffnen werden. Es gibt langjährige Kunden von denen man sich jetzt verabschieden muss.“ Es sei noch zu früh um die genauen Auswirkungen einzuschätzen aber schon jetzt weiß er: „Es werden sicherlich einige Unternehmen auf der Strecke bleiben.“

Der Großhandel leidet mit: „Wir verzeichnen einen Umsatzeinbruch von 85-90%. Das wird schnell zum Problem werden.“ Auch er kennt die Schritte, die jetzt gegangen werden nur zu gut: „Wir versuchen dem Verlust so gut es geht entgegen zu steuern. Jetzt heißt es LKWs abmelden, Urlaub abbauen und Personal in Kurzarbeit…“

„Hoffentlich ist es ein Weckruf“
Ein Beobachter des Großhandels im Rheinland hofft auf die Vernunft der Betroffenen: „Viele hatten sich bisher noch quer gestellt und sich nicht ausreichend an die Hygienevorschriften gehalten. Hoffentlich ist dieser zweite Lockdown nun ein Weckruf und die Leute halten sich besser an Maskenpflicht, Abstand etc.“


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