Trends nach den Lockdowns:

Das Fertiggerichte-Segment ist in Italien rückläufig, aber boomt in Nordeuropa

"Die Nachfrage nach verzehrfertigen Produkten ist im Zeitraum von März bis Juli mit etwa 30% deutlich zurückgegangen. Auf der anderen Seite war und ist die Nachfrage aus Nordeuropa, insbesondere aus den skandinavischen Ländern, so hoch, dass sie 60% unseres Umsatzes ausmacht. Daher stellt sich die Frage, warum wir im Inland so viel und im Ausland so wenig verlieren." Das fragt sich ein Betreiber eines Unternehmens mit über 200 Hektar Anbaufläche in der Sele-Ebene (Kampanien).

"Leider haben in Italien", so der Unternehmer weiter, "die Verbraucher wirtschaftlich unter dem Lockdown gelitten, was bedeutet, dass sie zwischen einem verzehrfertigen Produkt und einem traditionellen Produkt (zum Beispiel einem Salatkopf) Letzteres bevorzugen, weil es weniger kostet. Um weiterhin auf den nationalen Märkten präsent zu sein, haben wir daher ein Produkt geschaffen, das bereits geschnitten, aber nicht gewaschen ist, was die geringere Attraktivität des Fresh-Cut-Produkts auf dem italienischen Markt ausgleicht."

Demetrio Esposito, Verkaufsleiter von OP Terramore mit Sitz in Eboli (SA), analysierte die kommerziellen Trends der Fresh-Cut-Produkte in der Zeit nach dem Lockdown und fügte hinzu: "Nach einem Sommer, der von Anfragen geprägt war, die unter unserem Ernteplan lagen, scheint es nun, als sei die Nachfrage mit Beginn des Septembers gestiegen. Höchstwahrscheinlich hängt das mit klimatischen Faktoren zusammen. Die übermäßigen Regenfälle in Norditalien und die starke Hitze in Spanien haben zu zahlreichen Problemen hinsichtlich der Qualität des Produkts geführt, weshalb das Angebot zu den Erzeugern in Süditalien übergegangen ist. Gegenwärtig konzentriert sich die Nachfrage auf traditionelle Produkte wie Kopfsalat, Endiviensalat und Salate, im Gegensatz zum Trend vor dem Coronavirus."

"Wir erleben eine Trendwende beim Verbrauch," so Esposito weiter, "wir sind von der Bevorzugung traditioneller Produkte (Spinat, Kopfsalat, Eskariol, Baby Leaf, Rucola) zur Nachfrage nach orientalischen Produkten übergegangen (das begehrteste, teuerste, trendigste und Gourmet-Marktsegment). Diese Vorliebe zeigt sich auch bei den Gastronomen. Darüber hinaus scheint, wie bereits erwähnt, der Durchschnittsverbraucher eher bereit zu sein, den traditionellen Salat (den Kopf) zu kaufen als den Fertigsalat, weil er die erschwinglichste Option ist."

"Wir mussten eine neue Strategie entwickeln. Tatsächlich haben wir begonnen, uns mehr auf die Anbaudiversifizierung zu konzentrieren, einschließlich traditioneller Premium-Qualitätsprodukte, wie Fenchel, Blumenkohl und Bio-Zwiebeln."


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