Start-up setzt auf Babypflanzen

Hamburger Mikrogemüse das ganze Jahr verfügbar

Auf den ersten Blick sieht das Gemüse von Amir Yagel und Lukas Born gar nicht aus wie Gemüse. Die zarten Pflanzen erinnern eher an Kresse, denn an Erbsen, Radieschen, Grünkohl oder Brocoli aus den Hamburger Vier- und Marschlanden. Aber es ist tatsächlich Gemüse und es kann viel mehr als es den Anschein hat.

Yagel und Born haben gemeinsam Lütt Gröön gegründet und setzen vor allem aus einem Grund auf Mikrogemüse. "Ich finde das problematisch, dass unsere Gesellschaft in ganz Europa total abhängig ist, vom Import und Export von Lebensmitteln", sagt Yagel im Gespräch mit NDR. "Denn darum essen wir einfach nicht frisch genug."


Blick in die nachhaltige Produktion / Bild: Lütt Gröön – Born und Yagel GbR 

Pflanzen im Kinderstadium geerntet
In einer ehemaligen Gärtnerei an der Dove-Elbe züchten Yagel und Born das sogenannte Mikrogrün. Die Pflanzen werden quasi im Kinderstadium geerntet und zwar schon spätetens zwei Wochen nach der Saat. Trotzdem schmecken sie genauso wie ihre großen Geschwister.

"Die Idee bei Mikrogrün ist, dass in dieser Phase der Pflanze alle Nährstoffe schon da sind", sagt Yagel. "Es schmeckt genau wie die erwachsene Pflanze, braucht aber weniger Wasser und weniger Fläche."

Mikrogemüse das ganze Jahr verfügbar
Auch ohne Radischenfrucht schmecken die Babypflanzen überzeugend nach Radieschen. Die Idee kommt aus Australien. Bei uns ist sie völlig neu. Im Prinzip könnte jeder solche Pflanzen anbauen, sagt Lukas Born. Um das ganze Jahr über ernten zu können, brauche es aber doch etwas mehr Knowhow.

Es sei wichtig, sauber zu arbeiten, sagt Born. Das sei auf dem heimischen Balkon nicht unbedingt optimal. "Auch die Umstände wie Licht und Temperatur beeinflussen die Wachstumsrate."

Dezentrale Lebensmittelproduktion
Geerntet wird erst, wenn bestellt worden ist. Wer morgens ordert, zur Zeit sind das vor allem Lieferanten der sogenannten Grüne Kisten oder auch Privatkunden, bekommt am gleichen Tag das frisch geerntetes Mikrogrün.

Der gebürtige Israeli Yagel und sein Partner Born wollen ihre Idee ausbauen. Statt Gemüse vom anderen Ende Europas zu importieren, könnte jeder Ballungsraum schnell große Mengen Mikrogrün produzieren. "Wir glauben an unsere Philosophie, Lebensmittel lokal, dezenteral und frisch zu produzieren", sagt Yagel. Erstmal wollen sie Hamburg versorgen. "Und in vier oder fünf Jahren sehen wir solche dezentralen Zentren in ganz Europa." Eine Idee, die in Zeiten unterbrochener oder erschwerter Lieferketten noch interessanter ist.

Weitere Informationen:
Lütt Gröön – Born und Yagel GbR
Allermöher Deich 125
21037 Hamburg
Telefon: +49 (0)157 80 24 33 70
E-Mail: info@luettgroen.com 
www.luettgroen.com 


Erscheinungsdatum:



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