Pieter Gabriëls, Bejo Samen GmbH, zu Sortenneuheiten und den Besonderheiten des deutschen Spargelmarktes

"Deutschland ist ein ganz besonderer Markt, wenn es um Spargel geht"

Spargel ist vom deutschen Markt nicht wegzudenken: Zu Saisonzeiten gibt es das Stangengemüse an jeder Ecke zu kaufen und ganze Spargel-Menus in der Gastronomie. Bleichspargel ist der Hauptbestandteil dieser Spargelkultur, jedoch nur weniger beliebt bei den jüngeren Generationen. Sind grüne und bunte Sorten die Lösung um auch junge Menschen auf den Spargel zu bringen? Pieter Gabriëls, der Geschäftsführer der Bejo Samen GmbH, kommentierte im Gespräch mit FreshPlaza den Markt, die Sortenneuheiten und altbewährt Varietäten, sowie die führende Position der expoSE unter den Spargelmessen.

"Deutschland ist ein ganz besonderer Markt für den Spargel. Das Land zeichnet sich aus durch den großen Konsum – speziell von Weißspargel – und den anthocyanfreien Grünspargel aus. Kein anderes Land liebt den Bleichspargel so sehr", fasst Gabriëls zusammen.


Der Cumulus F1 ist die in Deutschland am weitesten verbreitete Sorte. Sie zeichnet sich durch die äußerst dünne Schale aus.

"In diesem Jahr haben wir zwei wichtige Sortenneuheiten vorgestellt, mit denen wir hoffen, Abwechslung auf den deutschen Markt zu bringen, der in den letzten Jahren eine gewisse Übersättigung mit Bleichspargel erlebt hatte", erzählt Gabriëls. "Der Canticus F1 ist ein Grünspargel, der für den Anbau in Nord-Europa geeignet ist. Es ist eine frühe Sorte mit hohem Ertrag. Die Besonderheit dieser Sorte, im Vergleich zu unserem Grünspargel-Klassiker Bacchus F1, ist, dass diese Sorte anthocyanhaltig ist. Das heißt die Stangen sind nicht rein grün, sondern haben eine leichte rötliche Färbung und einen sehr intensiven Geschmack." Bisher könne man bei deutschen Erzeugern nur anthocyanfreien Spargel finden, der seitens des Konsumenten verlangt werde: "Interessanterweise ist die rötliche Färbung bei Importware hingegen unter den Kunden akzeptiert. Daher glauben wir, dass der Canticus F1 in der Zukunft eine gute Chance haben wird."


Oben: Der anthocyanfreie Bacchus F1, der derzeit vorwiegend in Deutschland angebaut wird.

Der neue Bejo-Spargel Canticus F1, mit leichter Rotfärbung. 

Insgesamt mache der Grünspargel bisher nur einen Marktanteil von rund 7% aus, Tendenz steigend. Gabriëls sieht großes Potenzial, auch für die andere Sortenneuheit, die auf der diesjährigen Fruit Logistica zum ersten Mal richtig vorgestellt wurde: "Der Tricolore-Spargel ist, wie der Name schon sagt, ein dreifarbiger Spargel. Bei der Sorte handelt es sich um Cumulus F1, unsere beliebteste weiße Varietät, die eine sehr dünne Haut hat. Man lässt die Stangen auswachsen, wie Grünspargel, und schneidet sie dann gut 10 cm im Boden ab. So ist das unterste Stück weiß, das mittlere Stück ist rötlich, und der oberste Teil grün-rot." Geschmacklich sei dieses Konzept mit Cumulus F1 ebenfalls sehr kräftig und die Stangen müssen auch am gebleichten Teil nicht geschält werden. "Diese Variante eignet sich ideal zum Grillen und Braten." Auch bei dieses Konzept warte man noch darauf bis sie "einschlage", so der Experte: "Einige Erzeuger haben den Tricolore schon in kleinen Mengen probiert, aber wir müssen noch ein wenig abwarten, bis er sich wirklich etabliert hat."



Der TriColore-Spargel

Eine letzte Besonderheit in der Sortenauswahl ist die violette Sorte Erasmus. "Hier sind die Anbauflächen natürlich nur ein Bruchteil vom grünen Spargel (weniger als 1% der Gesamtanbaufläche in Deutschland), die Positionierung jedoch interessant und das Interesse enorm groß. Wir versuchen den violetten Spargel als Salatspargel zu etablieren, da diese Sorte sogar roh gegessen werden kann und so ein schöner Zusatz im Salat ist."


Violetter Spargel: Erasmus F1

Bejo möchte mit den bunten Sortenneuheiten auch die jüngeren Generationen, die einen wesentlich anderen Lebensstil haben, zum Spargelessen anregen. Um diesen Sorten unter den Erzeugern bekannter zu machen ist das Unternehmen auch in diesem Jahr wieder auf den wichtigen Spargelmessen vertreten, allen voran die expoSE: "Wir treffen viele deutsche und internationale Kunden in Karlsruhe, das macht die Messe so besonders. Zudem kommt die Veranstaltung zu genau dem richtigen Zeitpunkt. Es ist die Ruhe vor dem Sturm, denn bald geht es schon wieder mit der neuen Saison los."

Sie wollen mehr wissen zu den neuen Varietäten? Besuchen Sie Bejo auf der expoSE, am 20. und 21. November in Karlsruhe: Halle 1 – Stand D17.

Für weitere Informationen:
Pieter Gabriëls
Bejo Samen GmbH
Danziger Straße 29
47665 Sonsbeck
T +49 2838 98989-0
E info@bejosamen.de 
W www.bejosamen.de/ 


Erscheinungsdatum:
Author:
©



Erhalten Sie den täglichen Newsletter in Ihrer E-Mail kostenlos | Klick hier


Weitere Nachrichten in dieser Branche:


© FreshPlaza.de 2020

Melden Sie sich für unseren täglichen Newsletter an um immer auf dem neusten Stand zu bleiben!

Anmelden Ich bin bereits angemeldet