Geschmackssinn bewahren

Gerhard Schiefermüller würde niemals achtlos in einen Apfel beißen. Schließlich wachsen auf seinem Apfelino Obstbaubetrieb rund 16 verschiedene Sorten.

Es kommt also auf die Geschmacksunterschiede an. Wussten Sie, dass ein Apfel nach Feige, Rosine, Orange, Zimt, Vanille, Fenchel, Stroh und Sellerie schmecken kann? Ein anderer wiederum nach Pflaume, Birne, Gras, Bittermandel und Kakao. Und, dass Rubens ebenso wie Fresko eine Apfelsorte ist?  In den vielen feinen Geschmacksnuancen liegt für Experten wie Gerhard Schiefermüller das wahre Geheimnis der Äpfel. Natürlich würden auch ungeschulte oder durchschnittliche Apfelesser den Unterschied zwischen einem feinsäuerlichen Jonagold und einem süßen Golden Delicious erkennen. Die Schale ist ebenfalls anders, rot oder gelb, und schmeckt anders. Zudem hat das Fruchtfleisch eine unterschiedliche Textur. „Da gibt es richtig viel zu entdecken.“ Schiefermüller ist überzeugt, dass wir unseren Geschmackssinn für gute Obst nicht verlieren dürfen.

Auch deshalb setzt der Expert auf seinem Obsthof mitten im Genussland Oberösterreich auf Vielfalt. Mit der regional bezogenen und geschlossenen Produktion steht Apfelino für Spitzenqualität statt Massenproduktion. Die fruchtbaren Lagen der Apfelplantagen im Großraum Buchkirchen, Scharten und Mistelbach zählen zu den besten Mitteleuropas und bilden die ideale Voraussetzung für eine intensive Farbe und ein wunderbares Aroma der Äpfel, das man „riechen und schmecken kann“. 

Pionierarbeit
Unabhängig von den laufend geführten Diskussionen hinsichtlich der Verwendung von herbiziden Stoffen in der Landwirtschaft hat Schiefermüller schon vor Jahren damit begonnen, deren Einsatz auf ein Minimum zu reduzieren und sukzessive durch natürliche Methoden zu ersetzen. Bereits seit 2016 werden keinerlei Herbizid-Wirkstoffe, wie z. B. Glyphosat, eingesetzt. „Unserer Apfelino Äpfel, Birnen, Nektarinen, Beeren und alle anderen Früchte aus dem Obstgarten im Herzen des Genusslandes Oberösterreich sind garantiert herbizidfrei!“ 

Es geht auch anders
Stattdessen wird der Boden mechanisch bearbeitet: Sechs- bis achtmal im Jahr werden – analog zum Bioanbau – Unkräuter und Gräser maschinell und händisch durch Harken und Mulchen von den Baumstreifen entfernt. „Die Baumstreifenbehandlung ist sehr aufwendig“, erklärt Schiefermüller, „weil hartnäckig verwurzelte Unkräuter händisch entfernt werden müssen.“ Die Apfelino Obstkulturen stehen auf besonders geeigneten und regelmäßig untersuchten Böden. Alle Pflegemaßnahmen, zum größten Teil per Hand durchgeführt, werden im Einklang mit den natürlichen Kreisläufen getätigt. Da kommen natürlich auch Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und  Raubmilben zum Einsatz. Sie liefern einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der Pflanzen. Weiters sorgt intensive Fruchtreduktion am Baum für einen hohen Anteil an Nährstoffen. „Die Ernte in zwei bis vier Pflückgängen im optimalen Reifestadium und die prompte Kühlung garantieren das sortentypische Aroma und eine große Menge an sekundären Pflanzenstoffen.“

Natürlichkeit und Rückstandsfreiheit waren schon immer die selbst auferlegte Maxime der leidenschaftlichen Obstbauern. Auch für die Weiterverarbeitung zu Saft, Most oder Chips werden nur Premium-Äpfel verwendet. „Langfristig umgesetzt werden kann unser Projekt für nachhaltigen Obstbau aber selbstverständlich nur mit Unterstützung der Konsumenten,“ ist Schiefermüller überzeugt. „Achten Sie einfach darauf, in welchen Apfel sie beißen, oder welchen Sie für den Kuchen verwenden, und lassen Sie sich von der Geschmacksvielfalt überraschen.“

Quelle: Bauernladen


Erscheinungsdatum:



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