Jürgen Hattemer, VOG Ingelheim eG:

"Vollauf deutsche Mirabellen im LEH, Mengenreduzierung bei den Zwetschgen"



Die Zwetschgenernte in Rheinland-Pfalz ist bereits weit fortgeschritten, bei den Mirabellen steht man dahingegen noch am Anfang. Vor wenigen Tagen wurden die ersten Früchte der Saison gepflückt, bestätigt Jürgen Hattemer, Verkaufsleiter der VOG Ingelheim eG. „Die Mirabellen sind im LEH gelistet und werden bereits bei einigen Ketten in die Aktion gefahren. Witterungsbedingt gab es bei der frühen Zwetschgensorte Cacaks Schöne deutlich weniger Menge. Es wurde nur ca. die Hälfte der letztjährigen Menge erreicht. Grund war unter anderem auch die große Anzahl an doppelfrüchtigen Zwetschgen.


Regionalen Mirabellen für den deutschen LEH / Bild: VOG Ingelheim eG

Dieses Phänomen tritt bei dieser Sorte besonders nach einem trockenen, heißen Jahr wie 2018 auf. Auch bei der nächsten Sorte, Auerbacher, wird es weniger Ware geben.“ Deutschlandweit wird in Sachen Zwetschgen eine Mengenreduzierung um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau prognostiziert.


Jürgen Hattemer und Steffen Lang auf dem letztjährigen DOGK in Düsseldorf.

Die Zwetschgenpreise tendieren durch die Warenverknappung eher nach oben. Das Absatzvolumen werde deshalb auch geringer ausfallen, so das Zwischenfazit. „Der Endverbraucher greift schon zu, allerdings nicht in dem Maße wie üblich. Ich gehe auch davon aus, dass der Preis bis zum Saisonabschluss – spätestens Ende September steigen wird.“


Frische Mirabellen in der Verpackungsanlage

Mirabellen im Snackbereich
Langfristig betrachtet sehe die Ausgangsposition, speziell bei den Mirabellen, dennoch recht gut aus, erläutert Hattemer. „Die Mirabelle ist im deutschen Handel sicherlich eine interessante Frucht“. Nichtsdestotrotz sei das Interesse für die in Deutschland erzeugten Steinfrüchte beträchtlich. Dies hänge auch zum Teil mit der Markenstrategie zusammen. „Ähnlich wie bei den anderen Steinfrüchten haben wir mit unserer Eigenmarke 'Mirell' einen interessanten Stellenwert im deutschen Handel erworben. Der nächste Schritt ist es die Mirabellen in 350g-Schalen auch im To Go-Bereich zu platzieren. Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir das in der Zukunft weiter ausbauen werden.“


Mirabellen werden innerhalb kürzester Zeit abgeerntet. 

Moderne Fruchtsorten für den Handel
Für nächstes Jahr sei ein weiterer Ausbau der Präsenz von regionalen Aprikosen angesagt. Denn trotz der breit gefächerten Auswahl an Aprikosen jeglicher Herkunft hebe die heimische Steinfrucht sich durch ihren tollen Geschmack sowie die entsprechende Ausfärbung von der Masse ab, plädiert Hattemer. „Wegen des aufwendigen und hochriskanten Anbaus haben wir natürlich eine ganz andere Preisszene als bei Mirabellen oder Zwetschgen, sodass die Erzeugung sich unterm Strich auch für die Produzenten lohnt.“


Regionale Zwetschgen der Eigenmarke 'Zwetty'

Die Sortenvielfalt sei beim Steinobst offensichtlich gegeben, dennoch hat diese kontinuierliche Züchtung auch eine Schattenseite. „Bei den Aprikosen und Mirabellen haben wir mit Orangered und Nancy-Mirabelle bereits moderne und wohlschmeckende Fruchtsorten gefunden. Bei den Zwetschgen dahingegen gibt es mittlerweile fast zu viele Sorten auf dem Markt; von Jahr zu Jahr verschwinden einige und kommen wieder neue dazu. Über das ganze Steinobstsegment hinweg ist für den Erzeuger einfach wichtig, dass er zu jedem Reifefenster eine entsprechende Fruchtsorte liefern kann“, heißt es abschließend.

Weitere Informationen
Vereinigte Großmärkte für Obst + Gemüse Rheinhessen eG
Am Großmarkt 1
55218 Ingelheim
Tel. +49 (0) 61 32 7 84-0
hattemer@vog.de 
www.vog.de 


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