Südhessische Saison für Freilandkräuter im vollen Gange

"Gewächshausanbau wird Freiland niemals ersetzen"

Die Saison für deutsche Freilandkräuter nähert sich ihrem Höhepunkt: Momentan treffen große Volumina an einheimischen Standardsorten sowie Spezialkräutern im Groß- und Einzelhandel ein. Auch in Südhessen nimmt die Kampagne volle Fahrt auf, bestätigt Kai Reinheimer, Inhaber des gleichnamigen Gemüsehofs.

Der südhessische Erzeugerbetrieb baut auf über 70 ha ein breites Spektrum an Gemüsekulturen im Freiland an – von Tomaten über Salate bis hin zu Lagerprodukten wie Kartoffeln. Ein großer Teil der Produktion wird auf dem Mainzer Wochenmarkt und im Hofladen verkauft, was übrig bleibt geht an den regionalen Einzel- und Großhandel. Freilandkräuter werden derzeit auf ca. 4 ha kultiviert, berichtet Reinheimer. „Wir dürfen uns in Sachen Kräuter bislang nicht beschweren: Wir können sie momentan gut verkaufen und wir hatten bisher nur zwei bis dreimal Regen und zum Glück keine schweren Unwetter. Nur die Schädlingen – wie Käfer und Läuse – machen uns teilweise zu schaffen.“


Die Freilandkräuter werden nach der Ernte aufbereitet und meist gebündelt im Handel angeboten / Bild: Gemüsehof Reinheimer

Keine Konkurrenz vom Gewächshausanbau
Der Kräuteranbau der Familie Reinheimer umfasst außer den Standardsorten Petersilien und Schnittlauch auch einige Spezialkräuter, wie Minze, Zitronenthymian und Rosmarin. Glatte und krause Petersilie ist mengenmäßig das Hauptprodukt der Firma. „Die Vermarktung läuft bei uns recht kontinuierlich bzw. ohne große Schwankungen durch, da wir mit Genossenschaften oder Industrie nichts zu tun haben. Speziell für Kräuter ist der regionale Markt bereits gesättigt, da viele Erzeuger Kräuter kleinflächig am Rande mitmachen: Deswegen sehe ich auch keinen großen Zuwachs in Zukunft.“


Das Team des Erzeugerbetriebs / Bild: Gemüsehof Reinheimer

Eine weitere Bedrohung wäre der zunehmende Gewächshausanbau in Deutschland, obwohl auch hier, laut Reinheimer, von Konkurrenz keine Rede sei. „Erstens wird es im Sommer viel zu heiß für den Kräuteranbau im Treibhaus. Zweitens ist der Ertrag pro Quadratmeter im Gewächshaus zu gering im Vergleich zu Produktionskosten. Das mag im Winter mal funktionieren als Alternative für Importware, aber sonst könnte ich mir nicht vorstellen dass da große Konkurrenz entstehen könnte. Darüber hinaus wächst Freilandkraut robuster und ist das Aroma unvergleichbar mit Gewächshausware.“


Frischer Schnittlauch aus südhessischer Kultivierung / Bild: Gemüsehof Reinheimer

Regional und nachhaltig
Es werde immer mehr regional bzw. direkt beim Erzeuger gekauft, beobachtet Reinheimer. Mittelständische Familienunternehmen profitieren von diesem Trend, fügt er hinzu. „Unsere Kräuter aber auch andere Produkte landen letztendlich unter unserem Namen im Regal.“ Parallel dazu seien auch der Verzicht auf Plastik und Nachhaltigkeit von Bedeutung: „Wir bieten unsere Kräuter fast ausschließlich gebündelt oder lose in Mehrwegkisten an. Sogar auf die Kistenabdeckung haben wir mittlerweile verzichten können.“ Dies habe auch mit der Attraktivität beim Einkauf zu tun, erläutert Reinheimer abschließend. „Frische Minze riecht man schon aus 2 Meter, im Plastikbeutel aber nicht mehr. Das animiert natürlich nicht zum kaufen.“

Weitere Informationen:
Gemüsehof Reinheimer
Inh. Kai Reinheimer
Unter der Ruth 54
65462 Ginsheim
Telefon: 06144 938500
Telefax: 06144 938509
info@gemuesehof-reinheimer.de 
www.gemuesehof-reinheimer.de 


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