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Übersicht Weltmarkt Birnen

Der italienische Birnensektor hat es schwer. Trotz der relativ geringen Volumen bleiben die Preise niedrig. Sowohl in Spanien als auch in den Niederlanden gibt es Qualitätsprobleme. In Frankreich wird weniger konsumiert, während die europäischen Birnen auf dem deutschen Markt gut verkauft werden. Auffällig in Australien ist, dass die Exporte im letzten Jahr um ganze 75% gestiegen sind. In den USA dürfte die heimischen Mengen bis Juni ausreichen, danach wird auf Export umgestellt. Chinesische Händler exportieren dieses Jahr aufgrund enttäuschender Mengen etwas weniger, machen auf dem Inlandsmarkt aber gute Geschäfte.

Italien: Bessere Zusammenarbeit nötig für mehr Gewinn
In Europa wurden in den letzten zehn Jahren rund 2,5 Millionen Tonnen Birnen angebaut. Als größter europäischer Spieler ist Italien für mehr als 35% des europäischen Volumens verantwortlich. Diese kommen hauptsächlich aus der Emilia Romagna. Rund 61% der Plantagen und 68% der Gesamtproduktion befinden sich in den Provinzen Ferrara, Modena und Bologna.

Der heimische Birnensektor und insbesondere der in der Emilia Romagna durchlaufen eine schwierige Zeit. Aktuelle Notierungen sind nicht rentabel. "Preise und Anzahlungen liegen sogar unter den Produktionskosten", sagt ein Erzeuger.

Unternehmen müssen mit dem Klimawandel und Krankheitserregern wie der braunen Stinkwanze fertig werden. Pflanzenschutzmittel dürfen auch nur begrenzt verwendet werden. Die Landwirte haben in Material und neue Obstplantagen investiert und Organisationen gegründet, aber das alles reichte nicht aus, um den Sektor gewinnbringend zu machen. "Wir müssen mehr in die Forschung neuer Sorten investieren und vor allem die Zusammenarbeit auf Marktebene fördern."

In diesem Jahr wurden auf dem italiensichen Markt höhere Preise erwartet, da die Mengen in diesem Jahr relativ niedrig sind. Es gibt etwa 23% weniger der Abate, 20% weniger Kaiser und 7% weniger Conference. Letztes Jahr wurden die letzten Abate-Birnen in Woche 20 exportiert. In diesem Jahr wird der Export voraussichtlich in Woche 18 oder 19 enden.

Niederlande: Qualitätsprobleme beeinflussen Birnenmarkt
Auf dem niederländischen Birnenmarkt gibt es Qualitätsunterschiede. Die Händler bemerken zwar, dass die Preise für die Guten immer noch steigen, aber es gibt auch genug schlechtere Partien. Im Gegensatz zum Apfelmarkt, der in erster Linie eine heimische Angelegenheit ist, müssen Birnen exportiert werden, aber insbesondere die Nachfrage aus Osteuropa ist enttäuschend. Inzwischen sind die ersten Williams- und D'Anjou-Birnen aus Argentinien eingetroffen und auch die Packhams- und Abate-Fetel-Birnen werden bald erwartet. Die größere Auswahl an Kernobst auf dem europäischen Markt sorgt jedoch für einen ruhigeren Start. Viele Großhändler entscheiden sich für Obst aus eigenem Anbau. Das Preisniveau ist daher niedriger als im Vorjahr, als der Markt viel leerer war.

Spanien: Kaliber bestimmt den Preis
Die Birnenbestände sind im Allgemeinen niedriger als im letzten Jahr um diese Zeit, insbesondere für Sorten wie Blanquilla und Conference, die von Hagel betroffen waren. Aufgrund der hohen Sommertemperaturen gibt es einen Überschuss an kleinen und mittleren Größen und es ist schwierig, große Kaliber zu finden. Dies spiegelt sich in den Preisen wider. Mit kleinen Früchten kann man kaum Gewinn machen. Inzwischen werden die wenigen großen Birnen zu hohen Preisen verkauft.

Laut einem Produzenten und Händler ist die Nachfrage nicht groß. Viele Erzeuger, die keine Möglichkeit haben die Früchte länger zu lagern, haben im Februar und März aus Angst vor Qualitätsproblemen versucht, möglichst viele Birnen zu verkaufen. Daher ist das Angebot derzeit viel höher als die Nachfrage. Der Markt sollte im April wieder besser werden. 

Nach Aussage des Exporteurs ist es qualitativ ein außergewöhnlich schlechtes Jahr für die Blanquilla. Die Qualität ist nicht konstant, sowohl aufgrund von Hagels als auch aufgrund von Größenproblemen. Blanquilla Birnen werden derzeit gut in Spanien, Israel und Zypern verkauft, während die Conference Birnen hauptsächlich auf dem heimischen Markt, in Süditalien und in Portugal, verkauft werden.

Wenn keine extremen Witterungsbedingungen mehr auftreten, wird die Steinobsternte in diesem Jahr 15 Tage früher erwartet. Dies könnte sich negativ auf den Kernobstmarkt auswirken.

Frankreich: Konsum bleibt zurück
Laut verschiedenen Händlern ist der französische Markt gesättigt. Dies obwohl die Mengen in Frankreich geringer als normal sind. Die Haltbarkeit der Birnen hat unter dem heißen Sommer gelitten, der einen Großteil für den Export ungeeignet machte. Daher ziehen es viele Importeure vor, ihre Produkte aus anderen Ländern zu beziehen. Auch der Inlandskonsum ist enttäuschend, und der französische Markt hat Schwierigkeiten, die Mengen zu absorbieren. In den Lagern liegen vor allem noch viel Conference Birnen. Die Preise sind niedrig.

Deutschland: Birnensaison in Übersee offiziell gestartet
Mit der Abate Fetel und Santa Maria ist Italien auf den deutschen Großhandelsmärkten nach wie vor gut vertreten. Auch niederländische, belgische und sogar deutsche Birnen werden im Großhandel schnell gehandelt. Doyenné du Comice aus Frankreich und die türkische Santa Maria vervollständigen das europäische Angebot.

Darüber hinaus hat auch die Kernobst-Saison in Übersee begonnen. Insbesondere Rosemarie und Williams Christ werden aus Südafrika importiert, deren Qualität teilweise unbefriedigend ist, bestätigt der Handel. Auch in Südamerika hat die Saison langsam begonnen: Die argentinische Saison startete mit der Williams Christ und Red Bartlett. Ein Importeur bestätigt den stetigen Aufstieg der Bio-Birnen aus dem argentinischen Patagonien. Entsprechend diesem Trend steigt auch die Nachfrage nach Demeter-Birnen, was spezialisierten Importeuren neue Möglichkeiten eröffnet.

Australien: Export stieg mit 75 Prozent 
Die australische Birnensaison erreicht ihren Höhepunkt im Herbst. Sowohl Williams als auch Nashiperen sind von guter Qualität und werden zu befriedigenden Preisen verkauft. In den Sydney Markets gehen die Birnen für $ 2- $ 6 pro Kilo über den Tresen.

Kürzlich veröffentlichte Zahlen der Hort Innovation zeigen, dass das Produktionsvolumen zwischen Juli 2017 und Juni 2018 um 7% gestiegen ist. Die Gesamtproduktion betrug 115.929 Tonnen. Der Gesamtwert der Ernte ging jedoch im Vergleich zu den beiden Vorjahren um 19% (23,9 Mio. USD) zurück und sank auf 99 Mio. USD. Das Exportvolumen stieg um 75% und betrug 12.467 Tonnen. Dies erhöhte den gesamten Exportwert um 60% auf 19,6 Mio. USD. Der wichtigste Exportmarkt war Neuseeland (20%), gefolgt von Indonesien (19%). Insgesamt wurden 1.826 Tonnen Birnen importiert.

Packham war mit 63% die am meisten angebaute Sorte. Gefolgt von  der Williams (20%) und der Beurre Bosc (10%). 88% der Volumina wurden im Bundesstaat Victoria angebaut.

USA: Weniger Nachfrage aus der Industrie
Während die Saison fast zu Ende geht, sind noch viele nordamerikanische Birnen erhältlich. "Dies ist zum Teil auf die Schließung einer großen Fabrik in Kalifornien zurückzuführen, die die Nachfrage der Industrie reduziert hat", sagt ein Händler. "Viele Bartlett-Birnen, die für die Industrie bestimmt sind, landen auf dem Frischmarkt. Die Qualität dieser Birnen lässt zu wünschen übrig. Es gibt immer noch einige Fabriken, die Birnen verlangen, aber nicht viele." Der Markt für die Birnen von d’Anjou und Bosc ist gut, sagt ein anderer Händler. Das inländische Angebot an Anjou-Birnen sollte im Frühjahr auf gleichem Niveau bleiben. Im Sommer wird dann auf Export gewechselt. Die Preise für Birnen guter Qualität sind besonders hoch. Der Preis ist niedriger für kleinere Birnen. Die Preise werden sich im Laufe der Saison voraussichtlich verbessern. Oregon wird wahrscheinlich bis zur nächsten Ernte weiter Birnen liefern können, während die Lagerbestände in Washington im Juni auslaufen. Danach sind die Inlandsmengen extrem niedrig.

China: Trotz Frost immer noch Birnen verfügbar
Derzeit sind auf dem chinesischen Markt noch chinesische Birnen erhältlich. Dies trotz der Tatsache, dass die Produktion wegen des starken Frosts im April 2018 nicht hoch war. Um die Nachfrage des heimischen Marktes zu befriedigen, exportieren Birnenhändler etwas weniger und verkaufen mehr auf dem heimischen Markt. Aufgrund der hohen Nachfrage und des geringeren Angebots ist der Preis in diesem Jahr sehr hoch. Außerdem werden viele Birnen importiert. Belgien und die Niederlande sind wichtige Importländer. Wie es mit den Birnen für die nächste Saison aussehen werden, bleibt abzuwarten. Die Bäume beginnen Ende März und Anfang April zu blühen. Und der Verlauf davon bestimmt den Rest der neuen Saison.


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