Riny van der Staak: "In unserem Handel gibt es keine Logik"

Im Industriegebiet Venlo eine Laus im Pelz

Auch wenn sich beim Fresh Park Venlo in den letzen Jahren vieles geändert hat, ist Riny van der Staak nach 24 Jahren noch immer mit seinem Exporthandel im selben Gebäude ansässig. Der Exporteur hat sich im Laufe der Jahre zu einer echten "Laus im Pelz" entwickelt, der seine Meinung vor nichts und niemandem verbirgt. Inzwischen sucht der 60-jährige Händler explizit nach einer Lösung, um sein Geschäft auch in der Zukunft fortsetzen zu können. "Ich glaube es wäre wunderbar, wenn ich noch eine Beraterrolle einnehmen könnte und damit in Ruhe kürzer treten kann."

Riny van der Staak

Der Wecker von Riny klingelt jeden Morgen um 4.15 Uhr. Riny ist jeden Morgen früh im Geschäft anwesend, um seine Handelsware per Uhr zu kaufen. "Außer der Tatsache, dass die Auktionsuhr ein Instrument zur Bestimmung des Preises ist, sehe ich in ihr auch einen Moment, an dem die Käufer einander treffen. Leider ist es so, dass die Wichtigkeit der Uhr abnimmt. Ich wünsche ZON viel Entschlossenheit, um die Auktion für die Kunden attraktiv zu machen." 

Nörgler
Wer Riny kennt, weiß, dass er seine Meinung preis gibt, ob er danach gefragt wird oder nicht. Er ist dabei aber immer offen und ehrlich. "Sie finden vielleicht manchmal, dass ich ein Nörgler bin", lacht der Händler. "Aber ich verstecke mich nicht und traue mich, meine Kritik zu äußern. Ich habe immer an allem teilgenommen, vom Einkäuferkomitee über die Interessengemeinschaft der Mieter, dem neuen Komitee für die Auktion und im Vorstand des Business Clubs. Auf diese Weise konnte ich auch mit einem kleinen Betrieb meine Stimme hören lassen. Zum Glück haben sie aber auch oft auf mich gehört."

"In den letzten Jahren ärgerte ich mich ordentlich über das KCB, dem Büro für Qualitätskontrolle. Dass sie kommen und die Waren kontrollieren, ist völlig in Ordnung. Wir liefern Lebensmittel und haben eine große Verantwortung. Aber meiner Ansicht nach arbeiten sie oft selektiv, wo sie wohl oder nicht kontrollieren. Dann sind sie bei mir an der falschen Adresse. Wenn ich Ungerechtigkeiten sehe, scheu ich mich nicht vor der Diskussion. Auch die Verschlechterung des Niveaus der Qualität, vor allem bei den Auktionen, bereitet mir Sorgen. Die Inspektoren haben Angst ein Produkt abzulehnen, weil sie fürchten, dadurch bei einem Erzeuger in Ungunst zu geraten und ein Austritt die Folge sein wird. Das unterstützt Qualitätsverlust und belohnt somit den Erzeuger, der sich auf Messers Schneide bewegt", setzt Riny fort.

Hinterland
Er hat seinen Umzug von der damaligen Auktion Veldhoven zum Fresh Park Venlo nie bedauert. "Wir grenzen hier an das Ruhrgebiet und haben hier dadurch ein riesiges Hinterland. Der Einfluss der hinzu gewanderten Bevölkerung ist hier ziemlich groß geworden, was sich auf unseren Absatz positiv auswirkt. An einem Donnerstag, dem seit je her geschäftigsten Einkaufstag, fahren hier gut und gerne 250 bis 300 Kleintransporter vom Gelände, die mit Waren voll geladen sind. Der Konsum von Obst und Gemüse liegt bei der zugewanderten Bevölkerung sehr viel höher als bei traditionellen, niederländischen und deutschen Familien." 

Die Kunden von Riny befinden sich in Deutschland, Luxemburg, Frankreich und den Niederlanden. "Wir dürfen einen großen Catering-Anbieter in Luxemburg zu unseren Kunden zählen. Das zeigt auch, dass die Größe deines Betriebes nicht alles sagt. Wenn wir im Laufe der niederländischen Saison mit dem Preis mithalten können, erhalten wir auch die Bitte, das gesamte Sortiment auszufüllen. Im Laufe der Jahre haben sie erfahren, was sie an uns haben. Und wir versorgen einen breiten Kundenkreis. Unsere Kunden gehören zum Topsegment, es sind aber auch Kunden, die nach billigerer Ware auf der Suche sind oder nach etwas Speziellem."

Auf die Frage, ob es in Zukunft noch Platz für kleinere Exportunternehmen geben wird, antwortet Riny: "Es hängt davon ab, inwieweit sie sich anpassen können. Wenn man auf seine Kunden hört, sein Bestes gibt und liefert, wonach Nachfrage besteht, dann wird es gewiss Platz geben für kleinere Unternehmen. Es ist wichtig, dass man die Kosten begrenzt halten kann und nicht zu viele Risiken eingeht. 

Neben den Produkten, die Riny von Auktionen und Handelshäusern bezieht, bezieht er auch so viel Produkte wie möglich direkt vom Erzeuger. "Vor allen Situationen, wie wir sie im letzten Sommer hatten, gerät man dann gelegentlich noch mal in eine Diskussion. Kunden haben oft eine bestimmte Erwartung von einem Produkt und wollen bei Engpässen auch extra dafür zahlen. Was sie jedoch nur schwer akzeptieren können ist, dass das Produkt nicht ganz ihren Erwartungen entspricht. Das versucht man den Erzeuger dann deutlich zu machen, obwohl man auch Verständnis für seine Situation hat. Es gibt keinen Händler, der einem Erzeuger keine gute Zukunft gönnt."

Solidarität
Der trockene, warme Sommer hat im letzten Sommer einige Herausforderungen mit sich mit gebracht. "Zuerst wurde der Markt mit Produkten mit niedrigen Preisen überschwemmt und dann folgten die großen Engpässe, die auch heute noch spürbar sind. Aber das ist auch wieder das Schöne an unserem Geschäft. Logik gibt es in unserem Geschäft nicht und das sorgt dafür, dass jede Saison wieder anders ist", sagt Riny. "Mit Nostalgie kann man nichts kaufen aber ich vermisse manchmal die Kontakte, die man geknüpft hat, wenn man früher zu einer Auktion oder zum Großhandelsmarkt kam. Das ist mit dem Aufkommen moderner Kommunikationsmittel viel weniger geworden und hat auch der Solidarität nicht gut getan."

"Ich habe mich in den letzten Jahren aktiv mit der Zukunft meines Unternehmen auseinander gesetzt, obwohl ich noch immer nach dem richtigen Weg suche. Ich habe innerhalb der Familie keinen Nachfolger und für mich wäre es gut, es nach 40 Jahren im Handel etwas ruhiger angehen zu lassen. Ich bin ganz Ohr für alle, die eine Lösung dafür haben. Ich könnte mir vorstellen, dass es wunderbar wäre, wenn ich beispielsweise eine Beraterrolle einnehmen könnte. Leute mit viel Erfahrung sind dünn gesät und ich bin sicher, dass ich in einer solchen Rolle sicherlich einen Mehrwert darstellen kann."

Für mehr Informationen:
Riny van der Staak BV
Venrayseweg 132a
5928 RH Venlo

Niederlande
Tel: +31 (0) 77 323 09 19
Fax: +31 (0) 77 382 12 69
info@rinyvanderstaak.nl 
www.rinyvanderstaak.nl 


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