Michel Marchetto (Alpex) über die Zölle der algerischen Regierung:

Werden die neuen Steuern den algerischen Exporten schaden?

Algerien hat das Importverbot von vielen frischen Obst- und Gemüsesorten aufgehoben. Michel Marchetto, Exporteur nach Algerien sagte: "Es wurde ein Hindernis  für uns Exporteure entfernt, aber dafür hat die Regierung sehr hohe Steuern eingeführt. Entweder wird diese Maßnahme den algerischen Exporten schaden oder aber sie wird dazu motivieren, neue Systeme zu entwickeln und die Exporte so vielfältiger machen."

Michel arbeitet für Alpex, ein französisches Unternehmen, das frisches Obst und Gemüse exportiert und verkauft. Es ist unter anderem auf grüne Bananen spezialisiert. "Als wir das Unternehmen 2012 gegründet haben, haben wir uns auf den Verkauf von europäischen Äpfeln in Algerien spezialisiert. Alles war gut, bis das Land in eine Krise stürzte."

2014 begannen die Ölpreise zu sinken und in Algerien entstand ein Handelsdefizit. "Das Land wollte die Importe drastisch reduzieren, um den Handel wieder auszugleichen. Über Nacht mussten die Exporteure sich plötzlich mit den Maßnahmen der algerischen Regierung herumschlagen. Dazu gehörten Importlizenzen und gewisse Genehmigungen, die man brauchte, um eine bestimmte Menge für einen festgelegten Zeitrahmen importieren zu dürfen. Außerhalb dieses Zeitraums durften wir nicht exportieren", sagt Michel.

Michel Marchetto

"2016/2017 verbot die Regierung dann den Import von mehr als 900 Produkten, darunter fast alle Obst- und Gemüsesorten. Übrig blieben nur Bananen und Knoblauch. Uns traf das sehr. Nach und nach konnten wir immer weniger unserer Produkte verkaufen und wir mussten neue Produkte finden."

Deswegen begann Alpex zwischen 2014 und 2015 auch mit dem Verkauf von getrocknetem Obst und Gemüse sowie Gewürzen wie Knoblauch und Ingwer. "So konnten wir uns an die Maßnahmen der algerischen Regierung anpassen. Davor machten Äpfel noch 90% unseres Umsatzes aus und wir konnten diesen Prozentsatz um mehr als die Hälfte senken."

Die Schutzmaßnahmen mildern
"Durch den Druck der internationalen Gemeinschaft milderte die algerische Regierung ihre Schutzmaßnahmen, indem sie das Importverbot für alle Produkte aufhob. Letzte Woche erhielten wir dann jedoch eine provisorische Beschreibung der Maßnahmen, die stattdessen in Kraft treten sollen. Unter anderem erhebt die Regierung nun extrem hohe Steuern auf Obst und Gemüse. Beispielsweise müssen wir auf Äpfel und Birnen einen Steuersatz von 200% zahlen. Die Leute werden versuchen, diese neue Regel irgendwie zu umgehen, denn sie ist unrealistisch und selbstzerstörerisch für Importeure und damit auch für den Endverbraucher."

Die detaillierte Auflistung der zusätzlichen Regierungsmaßnahmen

Dennoch wartet Michel darauf, dass die neuen Maßnahmen in Kraft treten, damit er wieder nach Algerien exportieren kann: "Selbst mit einem Steuersatz von 200% wird es noch immer einige Kunden geben, die an Produkten wie Äpfeln interessiert sind, wenn der Einkaufspreis niedrig genug ist." Michel zufolge ist Algerien, vor allem wenn es um Äpfel geht, kein selbstversorgendes Land.

Bananen sind erfolgreich
Ende 2016 hat Alpex mit dem Verkauf von Bananen begonnen. Heute ist es ihr Vorzeigeprodukt. "Der Bananenhandel läuft in Algerien sehr gut, weil es ein seltenes Produkt in dem Land ist. Folglich sind Bananen von all den Maßnahmen nicht so sehr betroffen wie andere Produkte. Wir durften weiterhin Bananen importieren, sobald wir eine gültige Importlizenz vorzeigen konnten und die gestellten Anforderungen erfüllten."

Über Alpex
Soldive und Vergers du Sud sind Teilinhaber von Alpex. Das französische Unternehmen hat einen algerischen Besitzer der mehr als 25 Jahre Erfahrung auf diesem Markt hat. Alpex sucht aktiv nach neuen Märkten im Mittleren Osten, dem Nahen Osten und Afrika.

Für weitere Informationen: 
Michel Marchetto
Alpex
19 Rue Gaston Castel
13016 Marseille 
www.export-alpex.com 
contact@export-alpex.com 


Erscheinungsdatum:
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