Übersicht Weltmarkt Süßkartoffeln

Süßkartoffeln werden weltweit produziert und konsumiert. Der Anteil, der auf dem Weltmarkt verhandelt wird, ist recht klein. Viele Länder produzieren vor allem für den lokalen Markt. Europa ist ein großer Importeur von Süßkartoffeln, größtenteils aus der VS. Seit 2012 macht die Süßkartoffel einen Aufschwung mit. Weltweit nimmt der Handel von Süßkartoffeln zu. China führt die Spitze mit einer Produktion von mehr als 70 Mio Tonnen im Jahr 2014.

Der europäische Markt für Süßkartoffeln ist noch recht klein, aber wächst schnell. In 2014 importierte Europa 124.000 Tonnen Süßkartoffeln, wovon 7 Tonnen für den Konsum bestimmt sind. Der Import dieses Exoten hat sich in fünf Jahren verdoppelt. Supermärkte antworten auf die steigende Nachfrage nach der Süßkartoffel. Große Importeure in Europa sind Großbritannien und die Niederlande. Holland dient als Transithafen zum Rest von Europa. Die VS ist der größte Lieferant mit einem Marktanteil von 70 Prozent. Innerhalb Europas wird die Süßkartoffel in Spanien, Portugal, Italien und Griechenland angebaut.



VS: Ernte North Carolina angefangen
Die Ernte der Süßkartoffel in North Carolina, gut für die Hälfte der nordamerikansichen Süßkartoffelproduktion, hat letzte Woche angefangen. Die Ernte befindet sich noch am Beginn, wodurch Erzeuger zurückhaltend mit der Ernteprognose sind. Aber die ersten Anzeichen weisen auf gute Erträge hin nach recht günstigen Umständen in der Saison. Die größte Herausforderung besteht traditionell darin, um die Ernte abzuschließen, bevor das Wetter schlechter wird. Produzenten müssen ernten, bevor der Boden zu kalt wird und außerdem gibt es in der Orkansaison immer Bedrohung durch Schlagregen.

Die Produktion der Süßkartoffel findet hauptsächlich im Südosten statt, aber in Kalifornien gibt es auch Produktion. Louisiana hatte letzten Monat mit viel Regen zu kämpfen, aber die Auswirkung auf die Süßkartoffel hielt sich in Grenzen. Preise sind momentan durchschnittlich, aber können sinken, wenn North Carolina mit großen Mengen auf den Markt kommt. Übrigens fürchten die Erzeuger sich da nicht vor, da die Süßkartoffel weltweit ein zunehmendes Interesse kennt. Vor allem die gesundheitsbewußten Verbraucher konsumieren viel Süßkartoffeln und auch die Restaurants und verarbeitende Industrie in der VS wissen immer mehr, was sie mit dem Produkt machen können.

Der Exportwert der Süßkartoffel betrug im letzten Jahr 139 Mio Dollar, ein Anstieg von 110 Prozent im Gegensatz zu 2010. Und doch belegt der Export nur einen kleinen Teil des Gesamtverkaufes der Süßkartoffel im Land. Mehr als 90 Prozent der amerikanischen Süßkartoffel wird im eigenen Land konsumiert. Der Staat North Carolina nimmt mit 71 Prozent den Großteil der Exportproduktion ein, gefolgt von MIssissippi (7 %), Kalifornien (6 %), Louisiana (2 %), Virginia (2 %) und Arkansas (1%).

2015 exportierte Nordamerika eine Rekordmenge von 181.000 Tonnen Süßkartoffeln, 33 % mehr als ein Jahr zuvor und eine Verdopplung in fünf Jahren. Was den Export betrifft, nimmt Großbritannien den größten Teil des Volumens ab (82.000 Tonnen / 45 % ), gefolgt von Kanada (55.109 Tonnen / 30%) und die übrigen europäischen Länder (42.500 Tonnen / 23%).

Großbritannien: 50% Umsatzanstieg pro Jahr
Großbritannien ist mit dem Import der Süßkartoffel mit gutem Beispiel vorangegangen. Händlern zufolge war in den letzten fünf Jahren die Rede von einem Wachstum von 50 Prozent. Die meisten Süßkartoffeln werden aus den Vereinigten Staaten importiert, aber wegen der steigenden Nachfrage sucht man immer mehr nach anderen Produktionsländern für sowohl den eigenen Markt als auch Export. Den findet man zum Beispiel in Spanien, das einen hohen Produktionsanstieg zeigt, in Portugal, der relativ neu ist und in Ägypten, das über eine Anzahl guter Sorten für den Export verfügt. In Honduras gibt es außerdem gute Erzeuger, aber hier sorgen die Zertifizierungen so manchmal für Probleme.

Die amerikanischen Covington und spanischen Beauregrad-Sorten haben zusammen einen Anteil von 95 Prozent auf dem Markt. Die Rechte der Covington sind in Händen der Universität von North Caroliina und diese darf außerhalb der VS nicht angebaut werden. Auch die Sorte Evangeline wird größer. Inzwischen gibt es auch lokalen Anbau, aber sicher nicht viel. Der Preis der Süßkartoffel in Großbritannien ist recht stabil und Händlern zufolge ist das Produkt nicht so preisempflindlich. 

China: Größter Produzent weltweit, aber vor allem für Viehfutter
In China findet der Anbau der Süßkartoffel hauptsächlich in der nordwestlichen Region der Provinz Shandong und im Süden des Landes, inklusiv der Provinz Hainan statt. China ist der weltweit größte Produzent der Süßkartoffel, aber der Großteil hiervon wird als Viehfutter gebraucht. Im Gegensatz zu anderen Produktionsländern zeigte der Anbau in China in den letzten Jahren eine abnehmenden Trend, da das Gewächs durch Reis ersetzt wurde, aber in den letzten Jahren steigt die Nachfrage nach dem Produkt. Die Fläche in Südhainan ist dieses Jahr vrgrößert, als Folge der zugenommenen Nachfrage der letzten Saisons. Auch die Fläche in Shandong wird erwartungsgemäß ausbreiten. 

Die wichtigste Sorte in China ist Ganshu. Das nördliche Gewächs wird im Herbst und Sommer geerntet, das südliche Gewächs im Herbst, Winter und Frühling. Dieses Jahr ist die inländische Produktion 10 bis 20 Prozent niedriger infolge des extremen Winterwetters. Hierdurch blieben aber wohl die Preise stabil mit einem Durchschnitt von 2,50 USD für das Premiumprodukt. Die höhere Nachfrage erklärt man sich teilweise durch die immer bekannter werdenden Gesundheitsvorteile, aber auch durch die Beliebstheit der ready-to-eat Süßkartoffelprodukte, die aus Korea und Japan importiert werden. 

Honduras: Mehr Konkurrenz
Honduras hat ganzjährige Produktion von Süßkartoffeln. Im Sommer gibt es eine Periode, die schlechter ist durch Regenfall. Holland und Kanada sind große Exportmärkte. Es gibt allerdings immer mehr Konkurrenz aus anderen Ländern wie die VS, Ägypten und Brasilien, wodurch mehr Preisdruck entsteht. Die Konkurrenz hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Das übermäßige Angebot sorgt für einen Druck auf die Preise und Qualitätsansprüche. Ein Teil der Produktion ist nun nicht mehr verkäuflich, obwohl das früher in Zeiten von kleinerem Angebot immer noch möglich war. Honduras ist mit ganzjährigem Angebot nicht auf Lagerung angewiesen und kann darum ein frisches Produkt anbieten. Für Importkunden ist es ein Vorteil, dass sie das ganze Jahr über Süßkartoffeln aus Honduras führen können. 

Polen: Immer noch ein Nischenprodukt
Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern werden Süßkartoffeln in Polen immer noch als Nischenprodukt gesehen. Ein Supermarkteinkäufer erwartet, dass das Produkt ein höheres Absatzpotential erreichen kann, wenn sich die Qualität verbessert. 

Dänemark: Keine große Nachfrage, aber Höhepunkt im Spätsommer
In Dänemark gibt es Importeuren zufolge nicht viel Nachfrage nach Süßkartoffeln. Sie kaufem auch keine Container gleichzeitig, sondern vor allem auf Palettenniveau aus Holland. Da im Moment viele Länder auf dem Markt sind, ist das Preisniveau niedriger. Diese Periode, der Spätsommer, ist traditionell der Zeitraum mit dem höchsten Umsatz für Süßkartoffeln.

Spanien: Anbau steigt 25-30 % pro Jahr
In Spanien läuft die Produktion der Süßkartoffeln gerade auf vollen Touren. Die Ernte begann Mitte August in San Lucar de Barrameda, dem wichtigsten Anbaugebiet von Spanien und somit auch von Europa. Die Erträge dieses Jahr sind geringer infolge des Frühjahrswetters. Die Formate sind kleiner, aber die Nachfrage nach kleineren Kalibern ist gerade gut, davon kann der Sektor profitieren. Die Preise liegen auf vergleichbarem Niveau als letztes Jahr, aber der Verkauf läuft besser. 

In Spanien steigt die Fläche jährlich mit 25 bis 30 Prozent. Großbritannien ist der größte Exportmarkt, gefolgt von Deutschland, aber auch der Export nach Belgien und Holland steigt deutlich. Der spanische Verbraucher hat immer eine Vorliebe für die Sorte Kalifornia. Im Rest von Europa sind die Sorten Beaurregard oder Georgia Jets wünschenswerter. Die meisten großen Supermarktketten wollen die Süßkartoffeln das ganze Jahr über im Regal. Obwohl das Produkt hauptsächlich als Exote gesehen wird, möchten Verbraucher es immer besser kennenlernen. Spanien profitiert auch von der Produktreklame aus Amerika. 

Momentan konkurriert die spanische Süßkartoffel hauptsächlich mit der aus Ägypten und Israel. Die Preise hiervon liegen etwas unter den Spanischen. 

Taiwan: Typhoon Meranti bringt Schaden
In Taiwan wird bis Mitte Dezember gerntet, aber kann die Saison durch Lagerung bei 15 Grad verlängert werden. Der Typhoon Meranti hat die Produktion dieses Jahr stark beeinflusst. Hierdurch machen Produzenten sich über die nächste Saison Sorgen. Die Produktion der Golden Sweet Sorte wird laut Erwartungen ca 20 Prozent kleiner ausfallen. Auch Schneefall kann die Produktion der Süßkartoffeln qualitativ stark beeinflussen, so wie man letztes Jahr sehen konnte. Taiwan exportiert nach Singapur und Hong Kong. 

Ägypten: Gute Nachfrage aus Russland und den Golfstaaten
Die ägyptische Süßkartoffel wird immer beliebter. Vor allem die Golfstaaten und Russland sind interessiert, aber auch auf dem europäischen Markt sieht man die Süßkartoffel aus Ägypten immer mehr. Einige Produzenten teilen mit, dass sie die Nachfrage aus Europa derzeit nicht erfüllen können. Man bevorzugt, an die Golfstaaten zu liefern, wo die Süßkartoffel in vielen Gerichten verarbeitet wird. Russland bleibt ein großer Absatzmarkt, aber auch ein problematischer wegen Reklamierungen und Zahlungsproblemen. Exporteure sehen auch in Märkten wie Dubai Potential, wegen der vielen Expats, die Süßkartoffeln konsumieren. 

Niederlande: Normales Produkt geworden
Vor zehn Jahren konnte man in Holland nichts über die Süßkartoffel lesen. Inzwischen sind sie ein normales Produkt geworden. Händler denken, dass ein Konsumanstieg von 10 bis 20 % pro Jahr in den kommenden Jahren sicher möglich ist. In der Zwischenzeit versuchen auch andere Produktionsländern ein Stück der Süßkartoffeln mitzunehmen. Das kommt einem Importeur zufolge dadurch, dass der Anbau der Süßkartoffel recht einfach ist. Man sieht dezeit sicher zehn Ursprungsländer auf dem Markt. Ägypten, Israel, Spanien und Portugal sind hiervon Beispiele, aber auch in Holland finden Experimente statt. Auch in Afrika lernt man die orangene Süßkartoffel als geschmackvoll und nährhaft kennen. 

Importeure erwarten, dass die VS Hauptlieferant der Süßkartoffel bleiben wird. Man hat dort flink in Kühlung investiert und das Produkt muss vier bis sechs Wochen in die Zelle, um eine harte Schale zu entwickeln. Außerdem hat die VS den Vorteil, ganzjährig liefern zu können. Preistechnisch war es keine einfache Saison. Der Dollar schwankte stark und lag den einen Moment bei 1,08 Euro und den anderen bei 1,14 Euro. Das ist ein Unterschied!" 

Belgien: Größter Absatz im Winter
Ein belgischer Importeur richtet sich momentan auf Senegal und die VS, aber trifft auch auf Ägyptische und Spanische und das Preisniveau ist stabil. Im Sommer ist die Nachfrage immer kleiner, aber man sieht jedes Jahr einen Anstieg. Es ist allerdings nicht mit dem Absatz in den Wintermonaten zu vergleichen. Die Benelux-Länder und Skandinavien sind die größen Märkte, aber auch der Absatz nach Frankreich steigt. 

Jede Woche publizieren FreshPlaza und AGF.nl eine Übersicht der Marktsituation eines Produktes im weltweiten Sinn. Mit diesen Artikeln möchten wir ein Bild des Weltmarktes geben, der durch Globalisierung immer kleiner wird. 



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