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Polen verbietet Importe mit EU-verbotenen Pestizidrückständen und folgt damit Frankreich

Nach Frankreich hat nun auch Polen ein vorübergehendes Importverbot für Obst und Gemüse verhängt, das Spuren von vier in der EU verbotenen Pestiziden enthält, um die Europäische Kommission zu Maßnahmen auf EU-Ebene zu bewegen.

Der polnische Landwirtschaftsminister Stefan Krajewski und Gesundheitsministerin Jolanta Sobierańska-Grenda unterzeichneten eine Verordnung, die den Import von Produkten verbietet, die Rückstände von Thiophanat-Methyl, Carbendazim, Benomyl und Glufosinat enthalten. Die EU-Institutionen sind bereits dabei, Rückstände von drei dieser Substanzen zu verbieten.

Die Maßnahme dient dem Schutz einheimischer Erzeuger vor der Konkurrenz aus Drittländern und erfolgt zeitgleich mit dem vorläufigen Inkrafttreten des EU-Mercosur-Abkommens.

Im Januar erließ Frankreich ein ähnliches Dekret, das auch Mancozeb einschließt. Wie in Frankreich gilt die polnische Verordnung für bestimmte Produkte, darunter tropische Früchte wie Mangos und Papayas. Die Vorschriften gelten nicht für alle Importe. So beschränken sich die Einschränkungen für Glufosinat beispielsweise auf ausgewählte Produkte wie Kartoffeln und erstrecken sich nicht allgemein auf Getreide, das als Tierfutter verwendet wird.

Der ehemalige EU-Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski merkte an, dass betroffene Produkte weiterhin auf den EU-Markt gelangen und „den polnischen Agrarexporten Platz wegnehmen" könnten.

Croplife Europe hat Bedenken hinsichtlich nationaler Maßnahmen geäußert. „Wenn nationale Beschränkungen ohne eine klare risikobasierte Begründung eingeführt werden, gefährdet dies den Binnenmarkt und schafft Unsicherheit für Wirtschaftsakteure und Lieferketten", sagte ein Sprecher.

Botschaft an Brüssel
Sowohl Frankreich als auch Polen haben für diese Maßnahmen einen Zeitrahmen von einem Jahr festgelegt. Frankreich erwägt, die Beschränkungen auf alle in der EU verbotenen Stoffe auszuweiten. Die Maßnahmen werden als Signal an Brüssel gesehen, wo sich die Kommission zwar zur Ausweitung der Beschränkungen verpflichtet hat, diese aber noch nicht umgesetzt hat.

Im Februar 2025 erklärte EU-Landwirtschaftskommissar Christophe Hansen die Absicht, „einen Grundsatz zu etablieren, wonach die gefährlichsten Pestizide, die in der EU aus Gesundheits- und Umweltgründen verboten sind, nicht über importierte Produkte wieder in die EU gelangen dürfen". Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi bekräftigte diese Position in Vorschlägen zur Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit sowie in Gesprächen mit dem Europäischen Parlament.

Die Kommission wartet auf das Ergebnis einer Studie zu den Auswirkungen dieser Maßnahmen auf den Handel, das bis zum Sommer erwartet wird.

Quelle: Euractiv

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