Die Frischwarenbranche öffnet sich zunehmend für digitale Innovationen. Lange Zeit zögerten die Unternehmen, doch Rick Schot von Experience Data sieht einen deutlichen Wandel. „Mit den heutigen KI-Tools können wir Lösungen viel schneller entwickeln. Das macht sie für die Branche zugänglicher", sagt er. Das niederländische Unternehmen Experience Data entwickelt maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmen mit spezifischen Datenanforderungen. Über seine Tochtergesellschaft Experience Fruit Quality konzentriert es sich speziell auf Obst und Gemüse und bietet Software beispielsweise für die Reifekontrolle und Qualitätsprüfung an.
Von theoretischen zu praktischen Anwendungen
Der Frischwaren-Sektor besteht traditionell aus kleinen, praxisorientierten Unternehmen, was die Digitalisierung weniger naheliegend macht. „Das passte nicht immer zum Ansatz großer Konzerne." Das ändert sich jedoch rasch. Moderne KI-Tools ermöglichen eine schnellere und kostengünstigere Lösungsentwicklung. Dennoch bleibt Fachwissen unverzichtbar. „Man braucht nach wie vor Datenwissenschaftler und Entwickler, um sicherzustellen, dass die Modelle genau und sicher in der Anwendung sind", sagt Rick.
© Experience Data
Praktische Anwendungen in der Lieferkette
Laut Rick liegt die Stärke der KI in konkreten Anwendungen. So entwickelte Experience Data beispielsweise ein Tool für einen Zwiebelhändler, das den Erzeugern hilft, die richtige Sorte auszuwählen. „Mit fünf bis sechs Fragen erhält der Erzeuger sofort eine Liste der drei am besten geeigneten Sorten." Das Tool berücksichtigt Faktoren wie Bodenbeschaffenheit, Klima und die Präferenzen des Erzeugers. „Wenn eine Sorte zu teuer oder unerwünscht ist, wird eine Alternative vorgeschlagen", sagt er. Das liefert dem Händler sowohl eine bessere Beratung als auch wertvolle Kundendaten.
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Ein weiteres Projekt konzentriert sich auf die Marktexpansion. Ein Zwiebelanbauer wollte neue Kunden gewinnen. Experience Data analysierte Satellitenbilder und identifizierte Muster bei den Lagerstandorten. „Wir haben ein Modell anhand bestehender Käufer trainiert und es nach ähnlichen Strukturen suchen lassen." So wurden neue potenzielle Kunden identifiziert.
Verbesserte Zugänglichkeit
Rick sagt, KI werde zunehmend zugänglicher. Projekte beginnen bei etwa 10.000 EUR, und die Kunden entscheiden dann, ob sie mit der weiteren Entwicklung fortfahren möchten. „Das senkt die Einstiegsschwelle erheblich, insbesondere für kleinere Unternehmen", erklärt er. Kleinere Akteure können daher von Technologien profitieren, die zuvor nur großen Unternehmen zur Verfügung standen.
Praktische Branche als Vorteil
Schot betrachtet die Mentalität der Obst- und Gemüsebranche als Stärke. „Es ist eine pragmatische Branche. Kunden sagen: ‚Ich will das; mach es einfach möglich.' Das führt zu schnellen Entscheidungen und konkreten Ergebnissen." Für kleinere Unternehmen bietet KI die Chance, wettbewerbsfähig zu bleiben. „Wenn man klein ist, muss man clever sein", betont er. „Mit solchen Lösungen kann man wirklich etwas bewirken."
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Ausblick
Rick erwartet, dass die Rolle von Daten im Frischwarensektor weiter zunehmen wird. Von Anbauempfehlungen über Logistik bis hin zur Marktentwicklung: KI kann Prozesse effizienter und berechenbarer machen. „Die Branche beginnt gerade erst zu entdecken, was alles möglich ist. Und das ist erst der Anfang", schließt er. (PB/PDC)
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