"Die Preise für Trauben sind derzeit auf dem Weltmarkt gut", sagt Pedro Pablo Budinich, Direktor des chilenischen Unternehmens Green Agro. Die Vereinigten Staaten sind dabei der wichtigste Absatzmarkt. Vor allem die Nachfrage nach weißen, kernlosen Trauben ist stark. Sorten wie Autumncrisp sind bei den Verbrauchern beliebt, die sogar "bereit sind, mehr dafür zu bezahlen".
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Diese Entwicklung passt in einen breiteren Wandel des Sektors. Laut Budinich lässt der chilenische Sektor weniger wettbewerbsfähige Sorten zunehmend hinter sich und setzt vollends auf neue Genetik: produktiver und besser auf die Marktnachfrage abgestimmt. Das spiegelt sich auch in Investitionsentscheidungen wider. "Der Markt schätzt weiterhin weiße, kernlose Trauben", erklärt er. Neue Anpflanzungen konzentrieren sich daher auf diese Sorten.
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Dennoch verlief die Saison nicht ohne Probleme. Regenfälle in Anbaugebieten rund um O'Higgins beeinträchtigten einen Teil der Ernte, was die Anfälligkeit des Anbaus offenlegte. Hinzu kommen strukturelle Herausforderungen wie die Verfügbarkeit von Wasser und die Notwendigkeit, nach Lösungen zu suchen, beispielsweise die Überdachung von Obstgärten, um Klimarisiken zu begrenzen.
Bei Kirschen ist das Bild zurückhaltender. Die vergangene Saison lieferte wichtige Erkenntnisse, insbesondere in Bezug auf China, den größten Abnehmer chilenischer Kirschen. "Man dachte, es gäbe keine Obergrenze für das, was China aufnehmen könnte. Aber diese Obergrenze scheint sehr wohl zu existieren", so Budinich. Das Überangebot drückte die Preise erheblich, was die Notwendigkeit einer strategischeren Mengenpolitik deutlich machte.
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Qualität erweist sich als entscheidender Faktor. Der chinesische Markt straffte früh geerntetes Obst minderer Qualität ab. Das unterstreicht, wie wichtig es ist, nicht zu früh zu ernten, auf Kosten von Größe, Festigkeit und Süße. "Man muss lernen, die Ernte nicht zu überstürzen, wenn dies auf Kosten der Qualität geht", betont er.
Darüber hinaus wird eine Anpassung im Anbau erwartet. Weniger effiziente Obstgärten und Sorten, die den Marktanforderungen nicht mehr genügen, werden verschwinden. Gleichzeitig bieten alternative Märkte wie Indien Chancen, auch wenn es noch logistische Herausforderungen gibt. "Es ist ein Markt mit Potenzial, aber es benötigt Zeit, um das Konsumbewusstsein aufzubauen", erklärt er.
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Pedro Pablo Budinich
Green Agro
Chile
Tel: +56 9 8341 8971
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