Bei dem Sonnenschein der letzten Tage wandern die Gedanken automatisch zum Sommer. Für das belgische Kernobst bedeutet das auch, dass die letzten Monate der Saison begonnen haben. Eine Saison, die mit erheblichen Qualitätsunterschieden begann, sich aber inzwischen gut erholt hat, wie Christophe Van Haelst von VHM Fruit Trade feststellt. "Angebot und Nachfrage sind derzeit gut ausbalanciert. Wenn alle weiterhin vernünftig handeln, können wir die letzten Monate auf einem guten und stabilen Niveau zu Ende bringen."
© VHM Fruit Trade
Ruhiger wird es, so meint er, jedenfalls bislang nicht. "Es ist nicht so, dass es ruhiger wird, nur weil es ein paar Grad wärmer ist. Der Markt bleibt ziemlich stabil, was bedeutet, dass immer noch ziemlich viel los ist. Das ist an sich positiv, denn alles passt gut zusammen. Ich erwarte nicht, dass die Preise noch stark steigen werden, aber auch nicht, dass sie fallen. Wir werden also wahrscheinlich bis zum Saisonende auf diesem Preisniveau bleiben. Vorausgesetzt natürlich, dass nichts Ungewöhnliches passiert, denn das weiß man in dieser Branche nie."
"Die Erzeuger hatten vielleicht auf etwas höhere Preise gehofft, aber für den Handel ist es ein angenehmes Niveau, mit dem man gut arbeiten kann. Auch die Kunden kommen damit gut zurecht. Der Preis darf nicht zu stark steigen, denn dann kann es passieren, dass potenzielle Kunden abspringen, was es wiederum schwieriger macht, alle Mengen rechtzeitig für die neue Saison abzusetzen. Auf dem aktuellen Niveau ist alles schön im Gleichgewicht. Das ideale Szenario ist ein stabiler Preis, bei dem alle ihren Lebensunterhalt verdienen können."
Erste Ernte auf dem Markt
Wie entwickelt sich der Bestand dann in Richtung Sommer? In den ersten Monaten gab es nämlich noch einige Qualitätsprobleme aufgrund von Parzellen, die zu spät geerntet wurden. "Mittlerweile sind alle bei der ersten Ernte angelangt und die Qualität ist gut bis sehr gut", bestätigt Christophe. "In Belgien ist die Qualität derzeit wirklich sehr gut. Ich höre zwar, dass in den Niederlanden gelegentlich einige Partien ausfallen, aber das scheint eher die Ausnahme als die Regel zu sein. Im Allgemeinen werden derzeit gute Birnen verkauft, sodass ich keine Probleme mehr sehe."
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"Was das Volumen angeht, ist noch genügend Ware verfügbar. Wenn wir dieses Preisniveau beibehalten, werden wir keine Überschüsse, aber auch keine Engpässe haben. Wir haben noch etwa drei bis vier Monate bis zur neuen Ernte vor uns, daher benötigen wir in dieser Zeit noch genügend Ware. Es gibt genügend Vorräte, aber sicherlich nicht so viele, dass wir uns Sorgen machen müssten."
Einen Monat früher mit China aufgehört
Mit der Marke Deliscala konzentriert sich VHM Fruit Trade auch zunehmend auf den Export nach China. Auch in diesem Jahr erwies sich der chinesische Markt als Wachstumsmarkt, doch aufgrund der Unruhen im Nahen Osten haben sich die Pläne etwas geändert. "Ursprünglich war geplant, bis Ende April weiterzumachen, aber aus Vorsicht wurde beschlossen, etwa einen Monat früher damit aufzuhören. Diese Entscheidung ist vor allem durch Unsicherheit motiviert, nicht durch konkrete Probleme in der Logistik."
"Wir haben nämlich keine wirklichen Probleme mit dem Export nach China erlebt", erklärt er. "Möglicherweise steigen die Transportkosten aufgrund teurerer Ölpreise etwas an, aber das ist nur ein kleiner Teil der Gesamtkosten. Vorläufig haben wir kaum Beeinträchtigungen. Gleichzeitig bleibt es schwierig, einen Ausblick zu geben. Mit Blick auf die neue Ernte, die erst in einigen Monaten auf den Markt kommt, ist es noch zu früh, um vorherzusagen, wie sich die Situation entwickeln wird. Schließlich können sich die weltweiten Rahmenbedingungen schnell ändern, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Eine mögliche Verbesserung wichtiger Handelswege, wie über den Suezkanal, würde sich zum Beispiel unmittelbar positiv auswirken."
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"Ein wichtiger Grundsatz ist, dass Unruhe keine gute Grundlage für Entscheidungen bildet. Es ist klüger, die Situation nüchtern und positiv anzugehen und dort vorausschauend zu handeln, wo es nötig ist, ohne in Panik zu geraten. Selbst unter den aktuellen Umständen gibt es keine direkten Hindernisse für den Export nach China, gerade weil die Logistikwege flexibel angepasst wurden."
Positiver Ausblick
Was die neue Ernte angeht, ist Christophe daher positiv gestimmt. "Es sieht vorläufig vielversprechend aus. Wir hatten schönes Blütenwetter und für die kommende Woche ist kein Frost vorhergesagt. Bis Anfang Mai besteht zwar immer ein Frostrisiko, aber die kritischste Phase scheint hinter uns zu liegen. Die Aussichten sind gut, mit angenehmen Temperaturen. Kurz gesagt: Die alte Ernte wird sich wahrscheinlich gut verkaufen lassen, und für die kommende Saison scheint alles gut zu laufen. Das ist eine hervorragende Ausgangsposition, kann man doch sagen", fasst er zusammen.
Weitere Informationen:
Christophe Van Haelst
Van Haelst Fruit / VHM Fruit Trade
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