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Erste heimische Erdbeeren ab Mitte April:

Große Blüten lassen große Erdbeeren erwarten

Endlich zieht der Frühling nun auch langsam für Erdbeerfans ein: Schon Mitte April wird es die ersten roten Erdbeeren geben, und die verfrühte Erdbeerernte in den Tunneln im Südwesten wird voraussichtlich gegen Ende kommender Woche starten. Damit liegt der Saisonbeginn im mittleren Bereich, ist also weder früh noch spät. In diesem Jahr sind die© Hugo Huijbers | FreshPlaza.de Vegetationsunterschiede zwischen Südwest- und Norddeutschland wieder größer. In den kühleren Regionen Deutschlands beginnt die Erdbeersaison Anfang Mai.

"Auch wenn die Kälte Mitte März den frühen Wachstumsstart der Erdbeeren ausgebremst hat, sieht es für die Erdbeeren dennoch ganz gut aus. Dank der Tunnel konnten die Hummeln schon früh die Blüten bestäuben. Die sonnigen Tage und milden Temperaturen bringen wieder Wärme in die Tunnel, sodass die Erdbeeren gut wachsen und reifen können. Dem Genuss regionaler Erdbeeren steht bald nichts mehr im Wege", erklärt Simon Schumacher (r.), Vorstandssprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. (VSSE).

© VSSE e.V./Jürgen Rösner

Früher Wachstumsstart, durchschnittliche Blütenanzahl und große Blüten
Im Winter gab es viele Kältestunden, sodass die Pflanzen eine ausreichend lange Ruhephase hatten. Da der März mild und in Teilen Deutschlands sonnig war, sind die Erdbeerpflanzen frühzeitig ausgetrieben. Der Kälteeinbruch in der zweiten Märzhälfte bremste die Vegetation wieder aus. Bisher gab es keine Frostschäden in den Erdbeertunneln, aber geringe Frostschäden in den zweifach mit Vlies bedeckten Erdbeerbeständen im Freiland sowie stärkere Frostschäden an offenen und geschlossenen Blüten im ungeschützten Freiland.

"Frost war in den letzten Tagen ein Thema, da die Nachttemperaturen kälter als vorhergesagt waren. So kam es in den verfrühten Freilandbeständen, wenn sie nicht mehr mit Vlies bedeckt wurden, zu Schäden an offenen und geschlossenen Blüten, was zu Ernteeinbußen führen wird. In den Hochtunneln sieht es aber gut aus. Wir haben eine durchschnittliche Anzahl an Blüten und teilweise besonders große Blüten, was große Früchte erwarten lässt. Jetzt sind die ersten Erdbeeren circa 2 cm groß. Wir rechnen mit den ersten roten Erdbeeren Mitte April. Etwa ab dem 25. April sollten dann alle frühen Tunnelanlagen in der Ernte sein", erklärt Christian Wach, Erdbeeranbauberater in Baden-Württemberg und in der Pfalz.

"Die Kältesumme im Winter war gut für die Erdbeerpflanzen. Die milden Temperaturen Anfang März haben dafür gesorgt, dass das Wachstum früh gestartet ist. Das sorgte aber bei Frösten bis zu –5 °C nachts für eine hohe Arbeitsintensität, da die Anbauer die Erdbeerbestände über Nacht mit Vlies abdecken und tagsüber zur Belüftung wieder aufdecken mussten. Frostschäden gab es in den Hochtunneln in Hessen keine, in den mit Vlies doppelt abgedeckten Beständen kam es zu geringen Frostschäden. Mitte April geht es langsam los. Gegen Ende April erwarten wir erste nennenswerte Erdbeermengen aus den Hochtunneln", resümiert Katrin Hetebrügge, Erdbeeranbauberaterin in Hessen.

Für Westdeutschland trifft Erdbeeranbauberaterin Sarah Françoise Meyer von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen folgende Einschätzung: "Anfang März war die Vegetation vorzeitig dran, aber dann wurde es deutlich kälter. Dennoch ist der Erntebeginn im langjährigen Vergleich weiterhin früh einzuschätzen. Bei uns wird die Ernte in den Tunneln rund um den 20. April beginnen."

Aus Norddeutschland berichtet Tilman Keller: "Groß sind die Vegetationsunterschiede zwischen den Kulturverfahren, den Anbausystemen und den Sorten, sodass wir aktuell mit einer gut gestreckten Erdbeerernte rechnen können. Was die Blütenanzahl und die Größe der Blüten anbelangt, sind wir sehr zufrieden. Die Grundvoraussetzungen für die Erdbeerernte sind gut. Wir rechnen mit dem Saisonstart in den Tunneln Anfang Mai."

Dank des geschützten Anbaus können Kundinnen und Kunden von April bis Juli in der heimischen Hauptsaison Erdbeeren genießen. Einige spezialisierte Erdbeeranbaubetriebe bieten dank wiedertragender Erdbeersorten, sogenannter Remontierer, bis in den Herbst hinein Erdbeeren an.

Hoher Selbstversorgungsgrad in Deutschland
3 Kilo Erdbeeren pro Kopf wurden 2025 in Deutschland verzehrt. Das sind knapp 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Selbstversorgungsgrad lag 2025 bei 49,1 Prozent, leicht niedriger als 2024 mit 50 Prozent, was laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) auf höhere Erdbeerimporte um gut 10 Prozent (2025: 133 023 Tonnen gegenüber 2024: 120 500 Tonnen) sowie auf die witterungsbedingt niedrigere Erdbeerernte aus dem Freiland im Vorjahr zurückzuführen ist.

Ein hoher Selbstversorgungsgrad an Erdbeeren ist ein aktiver Beitrag zur Nachhaltigkeit und zum Umweltschutz, da die Transportwege kurz sind und die Wasserverfügbarkeit in den deutschen Erdbeerhauptanbaugebieten vorhanden ist.

Weitere Informationen:
www.vsse.de

Erscheinungsdatum:

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