Analog zum Vorjahr konnte Mitte März der erste regionale Rhabarber auf dem Hof Nefzger in Sainbach geerntet werden. Die Preise seien zu Beginn der Saison relativ hoch gewesen, tendieren nun nach Angaben des Erzeugers Peter Nefzger jedoch entsprechend nach unten. "Ab dieser Woche finden nun auch erste Aktionen im süddeutschen LEH statt. Vor Ostern hat das leider nicht mehr geklappt, da die genauen Erntemengen in der KW 12-13 noch nicht absehbar waren und es den LEH-Kunden dann doch zu risikobehaftet war, entsprechende Aktionen einzuplanen."
© Nefzger Rhabarber
Bayerischer Himbeer-Rhabarber: Auch im Rhabarberanbau fürchtet man die Folgen der Glasflügelzikade, obwohl sich bislang noch keine nennenswerten Ernteverluste abzeichnen.
Nach dem hochpreisigen Saisonauftakt gerieten die Preise in den vergangenen Wochen tendenziell unter Druck. "Die Angebotsmengen aus den größeren Anbaugebieten in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und der Pfalz haben zuletzt stark zugenommen, was sich entsprechend auf den Preis niederschlägt. Importware, etwa aus den Niederlanden, wird hingegen vor allem im frühen Bereich offeriert. Wir haben immerhin das Glück, dass wir hier in Bayern zu den wenigen Rhabarberspezialisten zählen und damit einen wichtigen Wettbewerbsvorteil haben", so Nefzger, der primär den LEH sowie die Großmärkte im süddeutschen Raum bedient. Die Qualität und Stangenlänge des Rhabarbers seien bislang durchweg erfreulich gewesen, was primär den guten Anbaubedingungen zu verdanken sei.
© Nefzger Rhabarber
Peter Nefzger und seine Ehefrau widmen sich seit nunmehr fünf Jahren dem Rhabarberanbau. Banderollierte Bundware in den Gebinden 750g sowie 1,5kg erfreut sich im LEH steigender Beliebtheit.
Der Rhabarber zählt traditionell zu den ersten Frühlingsboten der neuen Saison und wird überwiegend zum Spargel gehandelt. Auch der Saisonablauf sei nahezu identisch wie beim Spargel, so Nefzger, der ebenfalls Bio-Spargel aus eigenem Anbau vermarktet. "Anfangs ist die Nachfrage in der Regel hoch, danach flacht sie dann etwas ab und in Richtung Saisonende am Johannistag gibt es noch einmal den alljährlichen Endspurt. Nach der Saison bzw. im Juli liefern wir dann für gewöhnlich noch Ware in die Schweiz." Etwa 80 % des Ertrags finden letztlich am Frischmarkt ihren Absatz, ergänzend werden aber auch Industriekunden bedient. In der Nachbarschaft wird ebenfalls Rhabarbersaft aus eigener Herstellung vermarktet.
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Bio-Spargel ist seit der letzten Märzwoche erhältlich.
Anbau von Sonderkulturen
Peter Nefzger hat den elterlichen Betrieb in den vergangenen Jahren sukzessive umstrukturiert. 2018 wurde der bestehende Spargelbetrieb auf Bio-Anbau umgestellt, zwei Jahre später wurde das Portfolio um Rhabarber erweitert. Speisekürbisse vervollständigen seit wenigen Jahren das Spektrum an Sonderkulturen des Familienbetriebs. "Die Lohnkosten schlagen im Anbau momentan am meisten zu Buche, gefolgt von Logistik, Dünger sowie weiteren Betriebsmitteln", bestätigt Nefzger. Dennoch plant er nach der laufenden Saison eine erneute Flächenerweiterung bei Rhabarber, um der steigenden Nachfrage auch in Zukunft entsprechend gerecht zu werden.
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Peter Nefzger
Nefzger Rhabarber
Augsburger Str. 1
86570 Sainbach
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