In weiten Teilen der Bundesrepublik hat es zu Ostern reichlich Spargel gegeben. Doch die niedrigen Temperaturen Ende März sorgten dafür, dass weniger Spargel geerntet wurde, als noch zu Monatsbeginn gehofft. Ferner schlagen die allgegenwärtigen Kostensteigerungen auf vielen Höfen extrem zu Buche.
Brandenburg:
Kalte Nächte und Spätfröste erschweren ostdeutschen Spargelbauern den Saisonstart. Zum Osterfest stammte das begehrte Gemüse zum größten Teil nicht aus der Region, sondern aus Bayern und Niedersachsen und aus dem benachbarten Polen. Die Preise erreichten 22 EUR das Kilo. Händler rechnen erst ab Mitte April mit größeren Mengen aus Beelitz und den anderen Anbaugebieten Brandenburgs – dann dürften auch die Preise etwas sinken.
Auf 800 Hektar baut die Familie Winkelmann in Brandenburg Spargel an. Bis Ende der Saison, Ende Juni, werden seine rumänischen Erntehelfer rund 5.000 Tonnen des edlen Gemüses ernten. Seit Ausbruch des Iran-Kriegs beobachtet Winkelmann die Dieselpreise mit Sorge. Um 30 bis 50 Cent pro Liter sind sie seitdem gestiegen. "Unsere Mehrkosten allein an der Stelle: um die 200.000 Euro."
NRW:
Die niedrigen Temperaturen Ende März sorgten dafür, dass weniger Spargel geerntet wurde, als noch zu Monatsbeginn gehofft. Dennoch stehen die Zeichen in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens weiterhin auf grün. Aus dem Vollen schöpfe man jedoch momentan nicht, bringt es ein Bauer auf den Punkt.
Bayern:
Die Spargelsaison startet, und das früher als sonst üblich. Zu Saisonbeginn sind die Preise besonders hoch – und das vor allem auf dem Münchner Viktualienmarkt. Doch die Marktpreise des ersten Schrobenhauser Spargels sorgen für Aufschrei: Je nach Qualität des Spargels verlangen die Händler derzeit zwischen 24 Euro und 36 Euro das Kilo. Dennoch dürfte der Spargel "in den nächsten Tagen" sukzessive günstiger werden.
Niedersachsen:
Die ersten Stangen weißen Spargels der Saison sind in den Läden angekommen – und damit früher, als es sonst üblich ist. Doch die Herausforderungen seien allgegenwärtig.
Hessen:
"Jetzt wird erstmal nur angetastet, die Preise sind noch hoch", sagt Kahraman Basdemir von der Gemüsehandlung Karo aus Pilgerzell, der seit 1985 Obst und Gemüse verkauft. Sein Spargel kommt aktuell aus Südhessen und Kitzingen. Preislich bewegt sich das Edelgemüse derzeit noch auf höherem Niveau: "Von 12,95 bis 29,95 Euro, das ist noch recht hoch." Doch er beruhigt: "Nach Ostern geht es dann aber runter. Haben wir Sonne, haben wir Spargel - ganz einfach."
Schleswig-Holstein:
Einzelne Höfe, besonders im Süden des Landes, konnten zu Ostern schon erste Stangen verkaufen, sagte der Spargelberater der Landwirtschaftskammer, Thomas Hanf, der Deutschen Presse-Agentur. Größere Mengen würden erst ab der Woche nach den Feiertagen erwartet. Spargel wird im nördlichsten Bundesland nur von wenigen Betrieben auf relativ kleiner Fläche angebaut. Die 39 Anbaubetriebe ernteten im vergangenen Jahr nach Zahlen des Statistikamts Nord auf 478 Hektar rund 2.100 Tonnen Spargel. Gestochen wurde auf rund 400 Hektar. Die übrigen 78 Hektar entfielen auf noch nicht ertragsfähige Anlagen.
Baden-Württemberg:
Zu Ostern kostet ein Kilo deutscher Spargel laut Experten zwischen 9 und 20 Euro – je nachdem, ob es sich um Bruchspargel oder Premiumspargel handelt. Aufgrund des kalten Wetters ist die Saison demnach teils schleppend angelaufen. "Natürlich bremsen die aktuellen Temperaturen das Wachstum des Spargels etwas aus, aber wenn die Spargelstangen angefangen haben auszutreiben, dann wachsen sie weiter", sagt Simon Schumacher vom Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE).
Mecklenburg-Vorpommern:
Auf dem Hof in Gülzow-Prüzen (Kreis Rostock) wird der unter Folien angebaute Spargel bereits geerntet. "Die Qualität ist gut", sagte Sebastian Böckmann. Am Mittwoch sind Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus und der Landrat des Kreises Rostock, Sebastian Constien (beide SPD), in Gülzow-Prüzen zu Gast, um die ersten Stangen des Jahres zu stechen.
Sachsen:
Der ostdeutsche Spargel- und Obstbauernverband schaut optimistisch auf die angelaufene Spargelernte. Wie Geschäftsführer Jürgen Schulze MDR SACHSEN sagte, förderte der Winter mit ausreichend Kälte sowie zwei sonnige März-Wochen einen starken und frühen Austrieb der Pflanzen. Der Verband gehe von einer ähnlich hohen Erntemenge wie im Vorjahr aus. Das beliebte Gemüse würde in etwa so viel kosten wie 2025.
Landwirt Ingolf Tautz aus Markranstädt begann bereits vor Ostern mit dem Spargelstechen. "Wir hatten ja mal wieder einen richtigen Winter", sagte er. Das Spargelwachstum würde nach der Wärme im März jedoch durch die Kälte vor Ostern wieder ausgebremst. Das schlage sich auf die Menge nieder. "Das wird sich nach Ostern mit steigenden Temperaturen ändern", so Tautz.