"Die Produktion in diesem Jahr verzeichnet einen deutlichen Anstieg gegenüber der vergangenen Saison. Wir erwarten etwa 25 % mehr Obst als im vergangenen Jahr prognostiziert", erklärt Nahuel Lavino, Vertreter von FAMA (Argentinien), und betont, dass dieser Anstieg zusammen mit einer insgesamt guten Qualität positive Aussichten schafft, aber auch den Wettbewerb auf den internationalen Märkten verschärft.
© Diana Sajami | FreshPlaza.de
Vor diesem Hintergrund wird der argentinische Binnenmarkt keine großen Mengen aufnehmen können, was den Exportdruck erhöhen wird. "Es wird einen starken Exportdruck geben. Das Jahr wird also insgesamt wettbewerbsintensiv, sehr wettbewerbsintensiv", bekräftigt er.
Brasilien festigt seine Position als Hauptabnehmer für argentinische Zitrusfrüchte, vor allem aufgrund seiner geografischen Nähe. "Für uns, für Argentinien, ist das äußerst wichtig", betont Lavino und hebt hervor, dass die Nähe logistische Vorteile gegenüber anderen Wettbewerbern wie Südafrika bietet. "Der Landweg ist viel einfacher, kostengünstiger und weniger verkehrsbelastet, was uns einen Wettbewerbsvorteil verschafft, den wir auf anderen Märkten nicht haben", fügt er hinzu.
Zudem verstärken die logistischen Schwierigkeiten in den brasilianischen Häfen und die hohen Seefrachtkosten die Attraktivität des Landtransports, was den argentinischen Exporteuren zugutekommt.
© FAMA
Im Gegensatz dazu weisen Märkte wie der Nahe Osten größere Schwierigkeiten auf. Lavino erklärt, dass Argentinien in dieser Region aufgrund der starken Konkurrenz durch Südafrika nur begrenzt vertreten ist. Dennoch hat Fama eine differenzierte Nische erschlossen: den Lufttransport von Mandarinen mit Blatt.
"Wir sind die Einzigen, die das machen", bekräftigt er und beschreibt einen manuellen Prozess, bei dem die Früchte geerntet und praktisch sofort versandt werden. "Der saudische Markt zahlt dafür sehr gut, weil er weiß, dass es sich um Ware handelt, die erst vor anderthalb Tagen geerntet wurde."
© FAMA
Diese Art von Produkt entspricht einer spezifischen Nachfrage nach Frische und Geschmack, im Gegensatz zu Früchten, die langen Lagerzeiten unterzogen wurden. "Wenn man eine frisch geerntete Frucht kauft, verliebt man sich in sie", betont er.
Für die Saison 2026 wird die größte Herausforderung das weltweite Überangebot sein. "Ich glaube, dass eine allgemeine Überproduktion in allen Ländern zu einem Preisdruck führen wird", warnt Lavino.
© FAMA
Angesichts dieses Szenarios betont der Geschäftsführer, wie wichtig es ist, sich von anderen abzuheben. "Es ist ein Jahr, in dem man die Dinge anders angehen muss. Wenn man Mandarinen oder Orangen als Massenware verkauft, wird es ein sehr schwieriges Jahr", bekräftigt er.
In diesem Sinne setzt Fama auf Premium-Sorten wie die Orri sowie auf Angebote mit Mehrwert in Bezug auf Präsentation und Qualität. "Man muss ein besonderes Produkt anbieten. Darin liegt der Schlüssel: sich von anderen abzuheben", fasst er zusammen.
Weitere Informationen:
Nahuel Lavino
FAMA
Argentinien
Tel.: +34 636 497 142
[email protected]
[email protected]
www.citrusfama.com.ar