Ab dem 1. April 2026 werden die Kosten für Importkontrollen bei Bioprodukten aus Nicht-EU-Ländern direkt an die Importeure weitergegeben. Shypple stellt fest, dass die neue Gebühr die finanzielle Anfälligkeit von Importeuren mit fragmentierten Dokumentationsprozessen offenlegt.
Bisher wurden die Kosten für Importkontrollen bei biologischen Sendungen vom niederländischen Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei, Ernährungssicherheit und Natur (LVVN) getragen. Ab dem 1. April 2026 stellt Skal Biocontrole diese Kosten direkt dem Importeur in Rechnung: 130 EUR pro geprüftem Certificate of Inspection (COI), bei Kontrollen außerhalb der Bürozeiten oder am Wochenende steigt dieser Betrag auf 260 EUR. Hinzu kommt ein jährlicher Systembeitrag von 530,25 EUR für 2026.
Für Importeure mit einem breiten Sortiment und mehreren Sendungen pro Jahr summiert sich das schnell. Ein Importeur mit vierzig Sendungen zahlt pro Jahr mindestens rund 5.200 EUR an Kontrollkosten.
Doch die direkten Kontrollkosten sind nicht der einzige Risikofaktor. Die eigentliche Schwachstelle liegt im Dokumentenfluss. Bioprodukte aus Nicht-EU-Ländern erfordern ein korrekt ausgefülltes und rechtzeitig im europäischen TRACES-System registriertes COI. In der Praxis wickeln Lieferanten, Exportagenten und Importeure diesen Prozess häufig noch über separate E-Mail-Verläufe ab mit der Folge, dass Fehler oder Auslassungen erst entdeckt werden, wenn die Sendung bereits im Hafen liegt.
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Neustrukturierung des Dokumentenmanagements und Einkaufs vonnöten
„Ein Fehler in einem Bio-Zertifikat war schon immer ärgerlich und könnte zu Verzögerungen führen, aber jetzt entstehen dadurch auch zusätzliche Kosten. Wenn eine Sendung am Samstag im Hafen ankommt und die Dokumentation in TRACES unvollständig oder fehlerhaft ist, zahlt man nicht nur den hundertprozentigen Wochenendzuschlag von Skal. Auch Demurrage- und Wartekosten am Terminal häufen sich. Diese Kombination zusätzlicher Kostenpunkte macht sich sofort in den gesamten Importkosten bemerkbar", so Ricardo van der Linden, Customs Specialist bei Shypple.
Neben dem Dokumentenmanagement zwingt die Gebühr Importeure auch dazu, ihre Einkaufsstrategie zu überdenken. Eine höhere Frequenz kleinerer Teilladungen führt nun zu einer entsprechend höheren Skal-Rechnung. Die Konsolidierung von Sendungen oder die Anpassung der Bestellfrequenz können die Kosten pro Produkt direkt senken.
Die Gesetzesänderung betrifft insbesondere Importeure von biologischem Kaffee, Obst, Nüssen, Reis und ähnlichen Produkten. Die 130 EUR pro COI werden künftig auf der Rechnung stehen. Aber die echten Kosten entstehen erst, wenn eine Sendung feststeckt. Ein fehlerhaftes Zertifikat, das bei der Ankunft entdeckt wird, bedeutet den Skal-Zuschlag, steigende Demurrage, Wartezeiten bei der NVWA und einen Kunden, der auf seine Bestellung wartet.
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