Die Lage auf dem Limettenmarkt ist, gelinde gesagt, verwirrend. Während alle logistischen Indikatoren nach oben zeigen, sind die Preise ohne ersichtlichen Grund eingebrochen. Es ist ein Paradoxon, das Marktteilnehmer wie François Moran von Tropicana, einem Unternehmen mit Sitz im Rungis MIN, vor ein Rätsel stellt.
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Ein Preisverfall, der dem wirtschaftlichen Kontext zuwiderläuft
„Wir erleben eine völlig unverständliche Situation", erklärt François Moran. Innerhalb weniger Tage fiel der Preis für brasilianische Limetten von 12–15 EUR [13,9–17,4 USD] auf nur noch 5–6 EUR [5,8–6,9 USD] pro Kiste. Dieser starke Rückgang ist umso überraschender, als alle anderen Kosten gestiegen sind. „Die Preise für Container, Fracht und sogar Diesel sind stark gestiegen, insbesondere im Zusammenhang mit der Lage im Iran. Die Reedereien erheben nun Zuschläge zwischen 10 % und 30 %." Vor diesem Hintergrund der Inflation scheint eine Senkung der Einkaufspreise dem Markt zu widersprechen. „Normalerweise lassen sich immer Faktoren finden, die Preisschwankungen erklären, aber in diesem Fall kann ich keine ausmachen."
Ein ausgeglichener Markt mit entsprechender Qualität
Die Fundamentaldaten des Marktes scheinen eine solche Korrektur nicht zu rechtfertigen. Das Angebot ist flüssig, ohne nennenswerte Überschüsse. „Wir haben Ware, aber es gibt kein Überangebot", erklärt François Moran. Auch die Nachfrage bleibt stark, und die Produktqualität wird als zufriedenstellend eingeschätzt. Selbst logistische Unwägbarkeiten, wie Verzögerungen bei Schiffen aus Südamerika oder der Karibik, liegen noch im Rahmen der Norm und sind kein auslösender Faktor.
Parallelmärkte folgen diesem Trend nicht
Ein weiterer Faktor, der das Unverständnis noch verstärkt, ist, dass andere exotische Produkte diesem Abwärtstrend nicht folgen. „Die Ananaspreise halten sich stabil, während Bananen weiterhin fest notieren." Auch Mangos per Flugzeug sind stabil, mit Preisen zwischen 5,50 EUR und 6 EUR [6,4 bis 6,95 USD] pro Kilo. Diese Diskrepanz unterstreicht den atypischen Charakter der Situation bei Limetten.
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