In der KW 12 konnten auf dem Hof Kallen bereits die ersten Stangen der diesjährigen Saison gestochen werden. Die Sorten Prius und Rakete bildeten dabei den 'rekordfrühen' Saisonauftakt, obwohl man sogar noch eine Woche früher hätte starten können, bilanziert Helena Kallen, die gemeinsam mit ihrer Familie den in Dormagen ansässigen Spargelbetrieb führt. "Der frühe Saisonstart ist zwar maßgeblich den guten Wetterbedingungen und unserem Standort zu verdanken, ebenso aber auch den frühzeitig umgesetzten Kulturmaßnahmen, insbesondere der Dammanlage im Oktober sowie das frühzeitige Aufbringen der Minitunnel."
Die Nachfrage sei zu Beginn der neuen Saison als sehr positiv zu bewerten, so Frau Kallen. Über den eigenen Hofladen fand das regional erzeugte Edelgemüse seinen direkten Weg zum Verbraucher, erste Lieferungen an den LEH erfolgten ab KW 13. "Die bisherige Resonanz ist erfreulich. Fraglich ist, ob es zu Ostern ausreichend regionalen Spargel geben wird, um die hohe Nachfrage zu decken." Zunächst seien die Erzeugerpreise recht auskömmlich, wobei aber der Durchschnittspreis über die gesamte Saison ausschlaggebend sei.
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Helena Kallen und ihr Vater beim Firmenbesuch von FreshPlaza.de am 24. März.
Vermarktung in Eigenregie
Nach dem Neubau 2006 wurden auch die Anbaukapazitäten des Familienunternehmens Kallen sukzessive erweitert. Heute erzeugt der Betrieb auf rund 120 ha Kartoffeln, 100 ha Spargel und auf 45 ha Erdbeeren. Gut die Hälfte des Warenumschlags entfällt dabei auf die Belieferung der jeweiligen LEH-Zentralen in NRW und teilweise Hessen, gefolgt vom Streckengeschäft und der Direktvermarktung. Kallen: "Wir vermarkten unsere Erzeugnisse direkt, ohne Zwischenhändler, was uns eine gewisse Agilität und Flexibilität in der Vermarktung ermöglicht."
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Gebündelter Spargel violett und grün.
Knapp zwei Drittel des Spargelanbaus entfallen auf die etablierte weiße Stange, wobei sich auch der Grünspargel wachsender Beliebtheit erfreut, führt Frau Kallen weiter aus. "Wir widmen uns bereits seit mehr als zehn Jahren dem Grünspargelanbau: Auch wenn er im Handling relativ aufwendig ist, sehe ich hier für unseren Betrieb noch weitere Chancen, vor allem im Anbau des anthocyanfreien Grünspargels. Mit den hellgrünen Sorten heben wir uns am Point-of-Sale von Importware ab und bedienen gezielt die wachsende Nachfrage nach dieser Qualität."
Auch violetter Spargel der Sorte Erasmus bildet nun seit einigen Jahren eine interessante Nische und wird auf wenigen Hektaren angebaut. "Wir haben sogar eine Zeit lang einen Spargelmix mit allen drei Farben in einer Verpackung angeboten, doch die Zubereitungsart der einzelnen Sorten war zu unterschiedlich. Dieses Jahr wird der violette Spargel erstmalig als Einzelprodukt unter neuem Markennamen im Handel vorzufinden sein."
© Hugo Huijbers | FreshPlaza.deSämtliche Erzeugnisse des Hofs Kallen sind in den Regionallinien des heimischen LEH fest gelistet, darunter auch die Drillinge aus eigenem Anbau.
Breit aufgestellt im Erdbeeranbau
Erdbeeren bilden neben Kartoffeln und Spargel das dritte, ebenfalls wachsende Produktstandbein. Erste Ware der Sorte Flair wird bereits in der dritten Aprilwoche erwartet, prognostiziert Frau Kallen. "Wir haben in den letzten Jahren umfassend in Anbautechnik investiert. Noch erstreckt sich unser Erntefenster von Ende April bis Ende August, perspektivisch streben wir eine weitere Ausdehnung an." Im Rahmen einer breit angelegten Anbaustrategie bleibt auch der Freilandanbau ein fester Bestandteil. "Der Freilandanbau ist vor dem Hintergrund zunehmender Witterungsextreme zwar anspruchsvoll, lässt sich aber unter unseren Standortbedingungen sowohl ertraglich als auch qualitativ gut darstellen." Ein ausgewogenes Sortenspektrum und eine Menge Sorgfalt im Anbau seien an der Stelle das A und O.
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Grünspargel aus eigenem Anbau.
Leistungsfähiger Familienbetrieb
Trotz des mitunter herausfordernden Marktumfeldes, das weiterhin durch allgegenwärtige Kostensteigerungen geprägt wird, blickt Familie Kallen zuversichtlich nach vorne. Man möchte dabei den familiären Charakter beibehalten. "Wir sind groß genug, um leistungsfähig am Markt agieren zu können, und zugleich als Familienbetrieb nah genug dran, um jedes Detail im Blick zu behalten. Das sichert unsere Qualität - und so soll es auch in Zukunft bleiben", heißt es abschließend.
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Helena Kallen
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