Die diesjährige Spargelernte nimmt nun sukzessive Fahrt auf. In den meisten Anbaugebieten der DACH-Region wird bereits fleißig geerntet, doch die akute Kaltfront in der KW 13 habe das Wachstum des Edelgemüses vielerorts gebremst.
Pfalz:
Ab der Woche vor Ostern startet die bundesweite Vermarktung von „Pfälzer Frühlingsspargel" für Kunden aus dem Großhandel und dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH), heißt es vonseiten des Pfalzmarktes. „Mit dem Erntebeginn liegen wir im Mittel der Jahre, sind also nicht zu früh. Was für Handel und Verbraucher viel wichtiger ist: Wir können zu den Osterfeiertagen geringe Mengen liefern. Die Spargelsaison 2026 wird für uns sehr anspruchsvoll in der Vermarktung. Was die Preis- und Marktentwicklung aus Erzeugersicht betrifft, war bereits die Saison 2025 wirtschaftlich sehr schwierig. Da sich die Kostensteigerungen – unter anderem für Mindestlohn und Diesel – in 2026 nahtlos weiter fortsetzen, brauchen wir zwingend kostendeckende Erzeugerpreise."
Bayern:
Wie das Fachteam des Bayerischen Landesamtes für Statistik mitteilt, liegt die Fläche für den Spargelanbau in Bayern im Jahr 2025 bei 3.889 Hektar (ha). Die Anbaufläche, auf welcher Spargel geerntet werden konnte, umfasst 3.292 ha. Die restlichen 597 ha entfallen auf Junganlagen, die noch keinen Ertrag bringen. Im Vergleich zum Vorjahr (2024: 3.413 ha) nimmt die Gesamtanbaufläche für den Spargel um 13,9 Prozent zu. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2024 (3.669 ha) ist sie um 6,0 Prozent größer. Der Spargelanbau im Freistaat wächst damit gegen den bundesweiten Trend.
Hessen:
Eine Preisanhebung sei nach den Worten der Vorsitzenden des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Chantal Wendel, nicht geplant. Sie denke, dass die Preise auch für die Premiumklasse unter 20 EUR pro Kilo liegen werden. "Wir starten mit 16,90 EUR. Das haben wir uns schon überlegt", sagt Wendel über die Planung ihres Hofes. "Wir wollen das stabil halten."
NRW:
Der warme März hat Auswirkungen auf den Spargel. Der ist nämlich jetzt schon in großen Teilen Nordrhein-Westfalens bereit zum Ernten. Doch die akute Kaltfront bereitet den Landwirten Sorge. "Worst Case: Wir starten am Samstag mit dem Verkauf, um ihn dann am Dienstag wieder einstellen zu müssen, mangels Ware", sagte Peter Wiemer, Spargelbauer Gut Kuhlendahl in der KW 13.
Brandenburg:
Auch im Beelitz, dem wichtigsten Anbaugebiet Brandenburgs, kommt die diesjährige Ernte nun sukzessive in Schwung. "Jetzt, wo der Mindestlohn um fast zehn Prozent gestiegen ist, hat das natürlich enorme Auswirkungen", so der Vorsitzende des Beelitzer Spargelvereins, Jürgen Jakobs. "Eigentlich müsste das Kilo Spargel dann auch etwa 6,5 Prozent mehr kosten." Doch solche Preise könne man nicht einfach an die Verbraucher weitergeben. "Wir wollen ja, dass die Leute, die gerne Spargel essen, ihn sich auch weiterhin leisten können."
"Ende März soll in der Region Beelitz der erste Spargel geerntet werden, sodass wir zu Ostern schon etwas Spargel anbieten können", sagt Jakobs. Ein Kilo heimisch produzierter weißer Spargel werde dann zu Beginn der Spargelsaison 12 bis 15 EUR kosten und in der Hauptsaison für 10 bis 12 EUR zu kaufen sein.
Rheinland-Pfalz:
Heimischer Spargel ist den Verbrauchern etwas wert – noch, sagt Thomas Richter vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau. Importware ist oft günstiger. Ein Gutachten hat die Debatte um einen reduzierten Mindestlohn für Erntehelfer neu entfacht. „Schon jetzt kämpfen unsere Betriebe mit massivem Wettbewerbsdruck durch billigere Importe. In den vergangenen fünf Jahren ist die Anbaufläche arbeitsintensiver Kulturen wie Spargel, Beeren oder Baumobst um bis zu 15 Prozent zurückgegangen", warnt Richter. Eine weitere Erhöhung des Mindestlohns würde diesen Trend verstärken und zahlreiche Betriebe zur Aufgabe zwingen – mit dramatischen Folgen für Arbeitsplätze im ländlichen Raum.
Richter appelliert an die Bundestagsabgeordneten, sich für eine differenzierte Regelung einzusetzen: Für saisonale Beschäftigungen solle weiterhin der derzeitige Mindestlohn von 12,82 EUR pro Stunde gelten. Steige der gesetzliche Mindestlohn zukünftig auf über 16,03 EUR brutto pro Stunde, solle für saisonale Tätigkeiten ein Satz von 80 Prozent des gesetzlichen Mindestlohns gelten.
Baden-Württemberg:
Im Kreis Bergstraße und in Mannheim hat die Spargelernte begonnen. Die Landwirte kämpfen nach eigenen Angaben mit immer höheren Produktionskosten. Der Anbau lohne sich kaum noch. Landwirt Michael Schmidt gehe davon aus, dass der Spargel nicht teurer sein wird als im Vorjahr. Das bestätigt auch der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Rhein-Neckar, Wolfgang Guckert. Auch er hat am Montag auf seinem Hof im Mannheimer Norden den ersten Spargel gestochen. "Ein Großteil der Kostensteigerung wird bei uns Landwirten hängen bleiben", befürchtet er.
Niedersachsen:
Erste Hofläden im Land Niedersachsen bieten bereits regionalen Spargel an. Niedersachsen ist deutschlandweit das größte Spargel-Anbauland. Laut Bundesinformationszentrum Landwirtschaft werden die Staudentriebe auf 4.347 Hektar angebaut. Es folgen Nordrhein-Westfalen (4.112 Hektar), Brandenburg (4.026 Hektar) und Bayern (3.889 Hektar). Der Großteil des Spargels wird zwischen Ende April und dem 24. Juni geerntet. Im vergangenen Jahr war die Ernte in Niedersachsen mit knapp 20.000 Tonnen die schwächste seit 2006. In diesem Jahr stehen die Zeichen jedoch vorerst auf grün.
Saarland:
Auch im Saarland hat die Ernte nun begonnen. Die Qualität ist in diesem Jahr sehr gut, sagt Katharina Bernauer vom Erdbeerland Ernst in Heusweiler, dem größten saarländischen Spargelbauer. Am Gründonnerstag soll der Verkauf starten. Aufgrund der Kostensteigerungen und Wettbewerbsverzerrung seien die Felder beim Erdbeerland in den vergangenen fünf Jahren um rund zehn Prozent verkleinert worden, so die Betreiber.
Schweiz:
Auch in der Schweiz hat die einheimische Spargelernte nun begonnen: "Wir konnten auf dem Schmitterhof am 20.03. den ersten Bleichspargel ernten", berichtet Geschäftsführer Jonas Sieber. "Seit dem 26.03. beliefern wir unsere beiden Handelspartner am Engros Markt sowie kleinere regionale Wiederverkäufer mit unserem Bleichspargel. Mit dem grünen Spargel rechnen wir ab Mitte April."
Österreich:
Schnee, Regen und Kälte verordnen dem Spargel in weiten Teilen Österreichs eine temporäre Wachstumspause, berichten lokale Medien. Dennoch wird auf dem Wiener Großmarkt bereits erster österreichischer Spargel aus dem Folientunnel angeboten. Zusätzlich gibt es Ware aus Ungarn, Spanien und Italien, sodass das Angebot recht vielfältig ist, heißt es im jüngsten Marktbericht.