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André und Alexander Willemsen über den Auftakt der Spargelsaison:

"Wir haben dieses Jahr erstmals Spargelpflanzen nach Georgien geliefert"

Am 21. März konnte beim Spargelhof Willemsen in Wassenberg bereits der erste Bleichspargel der diesjährigen Saison gestochen werden. "So früh wie noch nie", freut sich Alexander Willemsen, der den Betrieb gemeinsam mit seinem Bruder André führt. Neben dem Eigenbedarf der ca. 30 eigenen Spargelbuden in der Nachbarschaft konnten auch bereits kleinere Mengen an den Handel ausgeliefert werden. Zu Ostern wird es nach Angaben der beiden Gebrüder flächendeckend regionalen Spargel geben.

Der frühe Saisonauftakt sei den ausgezeichneten Wachstumsbedingungen im Sommer und Herbst 2025 zu verdanken. Auch die letzte Phase des Wachstums vor dem tatsächlichen Ernteauftakt sei optimal gewesen, "wobei der Kältereiz noch etwas ausgeprägter hätte sein dürfen", so André Willemsen. Der Niederschlag in der KW 13 sei für den Anbau zwar nicht so gravierend, lädt jedoch nicht gerade zum Spargelessen ein. "Das spüren wir durchaus in der Vermarktung des frischen Spargels. Alles in allem sind wir aber mit dem Saisonstart sehr zufrieden."

Angesichts der erneuten Mindestlohnanhebung steht zu Beginn der neuen Saison vor allem das Preisniveau zur Debatte. Willemsen: "In der Direktvermarktung starten wir bereits zum dritten Jahr in Folge mit nahezu identischen Einstiegspreisen in die neue Saison. Wir sind nämlich der festen Überzeugung, dass wir den Verbraucher gerade am Anfang nicht verunsichern oder sogar abschrecken sollten. Darüber hinaus gleichen sich die Kostensteigerungen erfahrungsgemäß im weiteren Saisonverlauf wieder aus." Neben den Lohnkosten, die am meisten zu Buche schlagen, stellen auch die gestiegenen Düngerpreise einen sekundären Kostentreiber dar.

© Hugo Huijbers | FreshPlaza.deAlexander und André Willemsen zeigen den ersten Frühspargel der Sorte Prius.

Allmähliche Saisonverfrühung
Auf zahlreichen Parzellen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet bewirtschaftet die Familie Willemsen insgesamt rund 150 Hektar Spargelanbau. Als zweites Standbein werden auf ca. 35 Hektar Spargeljungpflanzen erzeugt, beziffert André Willemsen. "Früher begannen wir circa Mitte März mit der Auslieferung unserer Jungpflanzen, doch der Rodebeginn hat sich im Zuge der allmählichen Saisonverfrühung tendenziell nach vorne verlagert, sodass wir heute bereits in der ersten Märzwoche anfangen." Ähnlich wie beim frischen Spargel stehen die Zeichen in der Jungpflanzenvermehrung offensichtlich auf grün. "Wir rechnen dieses Jahr mit einer guten Ausbeute."

© Hugo Huijbers | FreshPlaza.deAuch in der Jungpflanzenproduktion müsse man Kostensteigerungen hinnehmen. Vor allem Saatgut wird von Jahr zu Jahr leicht teurer.

Im Gegensatz zum Vertrieb des frischen Spargels, in dem Regionalität oberstes Gebot sei, habe sich der Jungpflanzenbereich im Laufe der Jahre zu einem internationalen Geschäftszweig entwickelt. "Wir bedienen Spargelhöfe in der gesamten DACH-Region, Benelux, Frankreich, Ungarn, Rumänien sowie Polen. Dieses Jahr gab es sogar erstmals eine Anfrage aus Georgien. Aufgrund der Entfernung sowie der kostspieligen, aufwendigen Logistik drumherum müssen wir mal auswerten, ob es sich künftig für uns rentiert, solche Anfragen zu bedienen." Obwohl der Großteil der Umschlagsmengen auf Bleichspargel entfällt, gewinne auch das grüne Pendant weiterhin leicht an Bedeutung.

Der Markt für Spargelpflanzen sei zwar solide, allerdings auch besonders hart umkämpft, führt Willemsen weiter aus. "Im Gegensatz zu unseren Mitbewerbern haben wir keine Außendienstler im Ausland. Was uns aber nach wie vor ausmacht, ist, dass wir die Erfahrung des eigenen Spargelanbaus mitnehmen und den jeweiligen Kunden somit sorgfältig beraten können." Die jüngsten Statistiken deuten besonders in Deutschland erneut auf einen Abwärtstrend im Spargelanbau hin. "Die Jahre des großen Wachstums liegen zwar hinter uns. Dennoch stellen wir fest, dass die meisten unserer Kunden ihre jetzige Fläche in etwa beibehalten wollen. Das ist auch erforderlich, wenn wir den Handel auch in naher Zukunft flächendeckend mit einheimischem Spargel bedienen wollen. Man darf eben nicht vergessen, dass es in den letzten beiden Jahren inmitten der Kampagne jeweils eine Spargelknappheit gab."

Breites Sorten- und Kundenspektrum
Etwa 15 Prozent der Gesamtfläche in Deutschland müsste jährlich mit neuem Pflanzmaterial bestückt werden, beziffert der Spargelkaufmann des Weiteren. Er steht dabei sowohl dem mechanisierten Großbetrieb als auch dem mittelständischen Hof mit nur wenigen Hektaren mit Rat und Tat zur Seite. Das Angebotsspektrum umfasst heutzutage bis zu 25 verschiedene Sorten. "Obwohl die erste Phase der Saison weiterhin schwer ins Gewicht fällt, gewinnt auch der späte Bereich seit einigen Jahren wieder an Relevanz. Demzufolge haben die Züchter in den vergangenen Jahren mehrere gute Sorten wie Mosalim, Sirius sowie Raffaelo auf den Markt gebracht, sodass der Markt auch im Mai und Juni noch gut bestückt ist", heißt es abschließend.

Weitere Informationen:
Alexander & André Willemsen
Zegra Spargelwelt GmbH & Co. KG
Ossenbrucher Weg 10
41849 Wassenberg
Tel.: 0 24 32 - 89 27 34
[email protected]
www.zegra.de

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