Der kolumbianische Limettenexport gewinnt auf dem internationalen Markt stetig an Boden, wobei die Vereinigten Staaten das wichtigste Ziel sind. Das sagt Óscar Portilla, Vertreter von De Los Ángeles Produce, einem Unternehmen aus Santander, das den eigenen Anbau mit regionalen Partnerschaften kombiniert, um die Nachfrage im Ausland zu decken.
© De Los Ángeles Produce
Das Unternehmen wurde 2015 gegründet und exportiert seit 2018. Jährlich verschifft es rund 300 Container, von denen mehr als 90 % in die USA gehen. Darüber hinaus ist das Unternehmen in Kanada, der Karibik und einigen europäischen Ländern tätig.
"Der wichtigste Markt sind die Vereinigten Staaten", so Portilla. Das Geschäftsmodell umfasst eine eigene Vertriebsstruktur auf dem Zielmarkt, wodurch eine direktere Beziehung zu den Kunden gepflegt werden kann, vor allem im Einzelhandel.
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Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Limetten aus Santander ist ihre ganzjährige Verfügbarkeit. "Wir sind alle 52 Wochen im Jahr da", erklärt Portilla. Das ist ein Vorteil gegenüber anderen Herkunftsländern mit einer eher saisonalen Produktion.
Das Klima als größte Herausforderung
Dennoch hat der Sektor mit strukturellen Herausforderungen zu kämpfen, wobei das Klima ganz oben auf der Liste steht. "Das Klima war schon immer die größte Herausforderung", betont Portilla. Wetterbedingungen beeinflussen sowohl den Anbau als auch die Logistik, vor allem in Zeiten hoher Nachfrage. Derzeit erschweren Frostperioden im Norden der USA den Vertrieb, wodurch sich Produkte in anderen Teilen des Landes stauen.
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Hinzu kommt die zunehmende internationale Konkurrenz, insbesondere aus Mexiko und Brasilien. Mexiko bleibt der größte Lieferant, während Brasilien mit niedrigeren Preisen in Europa immer mehr an Boden gewinnt, was den Druck auf kolumbianische Exporteure erhöht. "Wir konkurrieren mit Qualität", sagt Portilla, räumt jedoch ein, dass es schwierig ist, preislich mitzuhalten.
Preise stark gesunken
"Was die Preise angeht, hat der Markt nach den hohen Niveaus früherer Saisons eine deutliche Korrektur durchlaufen. Wir sind von Preisen von bis zu 100 USD pro Karton auf maximal 40 USD gefallen", erklärt er. Diesen Rückgang führt er auf das wachsende weltweite Angebot zurück, mit neuen Akteuren wie Peru und mittelamerikanischen Ländern.
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Für 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Volumenwachstum von 40 %, angetrieben durch neue Anpflanzungen, die in Produktion gehen. Steigende Lohnkosten zwingen jedoch zu einer Überarbeitung der Personalpolitik. "Es war nicht einfach", räumt Portilla ein, der Alternativen wie Stücklohn in Betracht zieht, um die Effizienz zu verbessern.
Europa: Chancen rund um den Sommer
Auf dem europäischen Markt wird das Bild von Preisvolatilität und brasilianischer Konkurrenz geprägt, obwohl Kolumbien einen logistischen Vorteil hinsichtlich der Transitzeiten hat. Das wichtigste Handelsfenster liegt in den Monaten vor dem Sommer.
Weitere Informationen:
Óscar Portilla
De Los Ángeles Produce
Tel: +57 300 865 1095
[email protected]
https://delosangelesproduce.com/