"Ich kann mich nicht erinnern, jemals so hohe Preise gesehen zu haben. Und ich möchte ausdrücklich betonen: Der Krieg hat damit kaum etwas zu tun. Es handelt sich einfach um einen erheblichen Produktmangel." Das sagt Daniele Di Mauro, Inhaber des italienischen Großhandelsunternehmens Agricola auf dem Markt von Cesena.
© Cristiano Riciputi | FreshPlaza.deFoto aufgenommen am 25. März 2026 in einem Supermarkt in Norditalien
"Das Wetter im Januar und in den ersten Februarwochen hat die sizilianischen Gemüsekulturen stark unter Druck gesetzt", erklärt er. "Paprika, Tomaten und Auberginen haben schwer zu leiden gehabt. Nur Gurken haben es vielleicht überstanden, aber bei den anderen Gemüsesorten liegen die Erträge um etwa 50 Prozent niedriger. Und das gilt nicht nur für Sizilien, sondern auch für Spanien. Daher der Produktmangel."
Am Mittwoch, dem 25. März, verzeichnete Di Mauro in Cesena Großhandelspreise von etwa 3,50 EUR/kg für sizilianische Paprika der Klasse I in einlagigen Verpackungen, 3 EUR/kg für zweilagige Verpackungen und 3,20 bis 3,40 EUR für spanische Paprika der Klasse I. Spanische Paprika der Klasse II waren für 2,50 bis 2,70 EUR/kg erhältlich.
© Cristiano Riciputi | FreshPlaza.deFoto aufgenommen am 25. März 2026 in einem norditalienischen Supermarkt
"Bei Tomaten sieht es ebenso wenig ermutigend aus", fährt der Großhändler fort. "Wir haben Datterino-Tomaten für 6 EUR/kg verkauft, Strauchtomaten für 3,70 EUR/kg und Mini-Pflaumentomaten für 4,50 EUR/kg. Alle Preise scheinen in den kommenden Tagen noch weiter zu steigen. Der Produktionsengpass wird noch drei bis vier Wochen anhalten."
"Diese hohen Preise sind auf die Produktknappheit zurückzuführen, nicht auf den Krieg. Die Transportkosten sind zwar gestiegen, etwa 10 EUR pro Palette, aber das macht nur 3 bis 4 Cent pro Kilo aus. Im Großen und Ganzen vernachlässigbar."
Di Mauro verfolgt bemerkenswerterweise einen anderen Kurs als seine Kollegen: Trotz der hohen Einkaufspreise kauft er sogar mehr ein als zuvor. "Es ist eine riskante Strategie, aber sie zahlt sich aus, auch für mein Image und die Vollständigkeit meines Sortiments. Ich reduziere meine Marge auf ein Minimum, aber ich habe immer alle Gemüsesorten vorrätig und kann meine Kunden zufriedenstellen. Bislang bereitet mir diese Entscheidung viel Freude."
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