Die angelaufene Spargelsaison wirkte sich nicht übermäßig auf die Unterbringungsmöglichkeiten aus. Die Präsenz der Speisefrühkartoffeln verstärkte sich augenscheinlich, die ägyptischen, zyprischen, italienischen und marokkanischen Importe hatten aber weiterhin nur einen ergänzenden Status. Die Geschäfte verliefen in ruhigen Bahnen, die Notierungen verharrten für gewöhnlich auf dem bisherigen Niveau. Auch der Absatz der Speiselagerkartoffeln geschah relativ unaufgeregt. Die Qualität konnte laut BLE weiterhin überzeugen, sodass auch in diesem Bereich die Bewertungen für gewöhnlich konstant blieben.
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Bayern:
Die Kartoffelanbauer stehen nicht nur in Bayern unter großem Druck: Mehr Anbauflächen, Rekordernten, hohe Kosten und eine schwache Nachfrage haben dazu geführt, dass viele Erzeuger nicht einmal ihre Produktionskosten decken. Konrad Zollner, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft für Qualitätskartoffeln in Bayern, warnt: „Für manche Betriebe ist es betriebswirtschaftlich sinnvoller, weniger zu pflanzen, als später große Mengen zu Verlustpreisen vermarkten zu müssen." Er ruft Erzeuger auf, Anbauflächen gezielt zu reduzieren und vor der Pflanzsaison verantwortungsvolle Flächenentscheidungen zu treffen. Vor allem gelte es, spekulativen freien Anbau zu vermeiden.
Schleswig-Holstein:
Kurz vor Ostern hat sich die Nachfrage im LEH etwas belebt. Dennoch bleibt die Stimmung trübe. Der Abbau der Kartoffelbestände aus dem Vorjahr läuft nur zögerlich. Die Erzeuger finden nur für erstklassige Qualitäten Abnehmer. Restliche Partien werden alternativ entsorgt, um Lagerkosten zu verringern. Zudem nehmen Lagerkrankheiten mit höheren Temperaturen zu. Kurz vor Ostern werden erste Importkartoffeln im LEH erwartet. Diese werden als Spargelkartoffeln beworben. Im Industriebereich blickt man mit Sorge auf die nochmals reduzierte Terminmarktnotierung. Der EEX-Terminkurs für April ist auf 2,30 €/dt gefallen. Überregional bleibt die Exportnachfrage gering. Hohe Dieselpreise sorgen für hohe Logistikkosten. Auf den Feldern haben die Arbeiten begonnen. Die Flächen werden für das Pflanzen der Frühkartoffeln vorbereitet.
Rheinland-Pfalz:
Der Kartoffelmarkt bleibt weiter ohne Veränderungen. Im LEH werden verstärkt französische Speisekartoffeln in Top Qualitäten angeboten, die Abgabepreise liegen meist über 1,20 EUR/kg. Parallel dazu werden auch größere Gebinde deutscher Ware zu sehr niedrigen Preisen offeriert. Die Auspflanzungen der Frühkartoffeln kommen gut voran, die mit Folien oder Vlies zu schützenden Bestände dürften im Boden sein. Bei vielen Direktvermarktern bereiten die verbliebenen Lagerbestände Sorgen.
NRW:
Der Speisekartoffelmarkt verläuft in ruhigen Bahnen. Zusätzliche Nachfrageimpulse werden durch das bevorstehende Osterfest erwartet. Am Industriemarkt gibt es für vertragsfreie Standardsorten weiterhin keinerlei Nachfrage und die alternative Verwertung bleibt im Fokus.
Niedersachsen:
Witterungsbedingt konnten die ersten Betriebe mit dem Auspflanzen der Kartoffeln beginnen, berichtet der BVNON.
Hessen:
Im Land Hessen gab es zuletzt keinerlei Preisveränderungen.
Sachsen:
Auch in Sachsen hat es im Vergleich zur Vorwoche keine Preisveränderung gegeben.