Auf der Fruit Attraction São Paulo schilderte Marta Bentancur von Upefruy die Perspektive Uruguays als globaler Lieferant von Frischobst und betonte, dass Uruguay zwar "ein kleines Land ist, aber durchaus in der Lage, internationale Märkte zu bedienen". Mit nur drei Millionen Einwohnern produziert das Land genug Nahrungsmittel für das Zehnfache dieser Einwohnerzahl und festigt damit seinen Ruf als Exportnation.
Upefruy, eine führende Exportorganisation unter der Marke Uruguay Fruits, wickelt über 90 % der Lieferungen von Zitrusfrüchten, Kakis und Heidelbeeren ab. Ihr Geschäftsmodell ruht auf vier tragenden Säulen: Herkunft, Nachhaltigkeit, Exportkapazität und Unternehmensführung. Diese Strategie gewährleistet die Lieferung von hochwertigem Obst, gestützt durch Zertifizierungen, die internationalen Marktstandards entsprechen.
© Diana Sajami | FreshPlaza.de
Uruguays Zitrusindustrie, die auf über 60 Jahre Exporterfahrung zurückblicken kann, durchläuft derzeit einen tiefgreifenden Wandel. Bentancur erklärt: "Es bricht eine neue Ära des Zitrusfrüchteanbaus an, deren Schwerpunkt auf der Steigerung der Qualität liegt: verbesserte Farbe und besserer Geschmack." Dieser Wandel hängt von der Einführung neuer Sorten, einschließlich lokal entwickelter, sowie von umfangreichen technologischen Investitionen entlang der gesamten Lieferkette ab, vom Anbau bis zur Logistik.
In den vergangenen zehn Jahren hat der Sektor etwa 150 Millionen US-Dollar in Infrastruktur, Lagerung und Nachernteprozesse investiert. Diese Modernisierungen zielen darauf ab, die Produktivität zu steigern, internationale Standards zu erfüllen und auf den Schlüsselmärkten wettbewerbsfähig zu bleiben.
Das Abkommen zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union stellt einen bedeutenden Meilenstein dar. Uruguay hat das Abkommen aktiv unterstützt und war das erste Land des Blocks, das es ratifiziert hat. Dennoch werden die kurzfristigen Auswirkungen voraussichtlich begrenzt sein. "Wir rechnen nicht mit einer erheblichen unmittelbaren Auswirkung", erklärte Bentancur, da die Abschaffung der Zölle über einen Zeitraum von vier bis zehn Jahren erfolgen wird.
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Derzeit stellen Zölle ein großes Hindernis für die Steigerung der Exportmengen in die EU dar. Dieses Problem wird durch die Konkurrenz aus Ländern mit zollfreiem Zugang verschärft, was die Wettbewerbsfähigkeit von Produkten wie uruguayischen Mandarinen untergräbt.
Kurzfristig wird Uruguay seine Präsenz in Europa auf Orangen, Zitronen, Kakis und Heidelbeeren konzentrieren, ergänzt durch kleinere Mengen an Mandarinen. Mittel- und langfristig ist es das Ziel, durch neue Sorten und Qualitätsverbesserungen Marktanteile in diesem Segment zurückzugewinnen.
Zur Strategie des Landes gehören auch die Einhaltung strenger Hygienestandards und die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit. Laut Bentancur besteht das Ziel darin, das Abkommen zu "einem wirkungsvollen Instrument für den Handel unter günstigen und unsicheren Bedingungen" zu machen.
Weitere Informationen:
Marta Bentancur
Upefruy
Uruguay
Tel.: +598 2916 0635
[email protected]
www.uruguayfruits.com.uy