Die Paprikasaison der Genossenschaft San Tommaso in der sizilianischen Provinz Agrigento neigt sich mittlerweile dem Ende zu. Das ist früher als üblich. „Normalerweise arbeiten wir zehn Monate im Jahr mit dieser Kultur, von Mitte August bis Mai. Dieses Jahr schließen wir bereits in der ersten Aprilwoche ab", sagt Vincenzo Marrali, Verantwortlicher für die Qualitätskontrolle bei der Genossenschaft.
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Die Paprikasaison in Sizilien verlief unbeständig: ein schwieriger Start im Freiland, gefolgt von einer deutlichen Erholung dank des Gewächshausanbaus und günstiger Marktbedingungen. Extreme Wetterereignisse, ein Einbruch des spanischen Anbaus und eine bewusste Anbauentscheidung spielten dabei eine entscheidende Rolle.
Hagel und niedrige Preise
„Der Saisonstart im September war katastrophal. Starke Regenfälle Ende August und außergewöhnliche Hagelstürme, vor allem in der Region Mazzarino, beeinträchtigten die Qualität erheblich. Dies führte in Verbindung mit einem ungünstigen Absatzklima zu besonders niedrigen Einstiegspreisen", erklärt Marrali. „Doch der Gewächshausanbau von Oktober bis Januar brachte eine deutliche Wende. Die Qualität verbesserte sich erheblich und die Preise stiegen entsprechend. Der durchschnittliche Erzeugerpreis lag zwischen 1,00 und 1,30 EUR/kg, mit Spitzenwerten von 1,60 bis 1,80 EUR im Dezember und Januar."
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Die Wettbewerbsposition Siziliens wurde durch die Krise im spanischen Anbau weiter gestärkt, die das europäische Angebot schwächte und den Export begünstigte. Lokale Erzeuger entschieden sich zudem häufiger für Paprika als für Zucchini, da letztere arbeitsintensiver ist und weniger Ertrag bringt. Der Zucchini-Markt verzeichnete unterdessen im November und Dezember niedrige Preise, schoss aber im Januar auf 3,00 EUR/kg in die Höhe.
Mangel im April erwartet
Die Saison neigt sich nun aufgrund der Winterregenfälle, die die Entwicklung der Spätkulturen gebremst haben, beschleunigt dem Ende zu. Im April wird ein Angebotsengpass erwartet, was zu hohen Preisen führen wird. „Im Januar und Februar haben anhaltender Regen und wenig Sonne die späten Kulturen schwer getroffen. Die Pflanzen blieben klein und geschwächt, mit spürbar geringeren Erträgen", betont Marrali.
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Gleichzeitig beginnt der Melonenanbau mit neuen frühen Sorten, die lange haltbar sind. „Da die Paprikasaison früh endet, verlagert sich der Fokus auf Melonen. Bereits zu Ostern beginnen wir mit der Sorte Proteo. Darüber hinaus bieten wir Thyra vom Consorzio Mundial an, eine echte Neuheit. Es ist die erste frühe Netzmelone mit langer Haltbarkeit. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend", so Marrali abschließend.
Weitere Informationen:
Cooperativa Agricola San Tommaso
Cda Tenutella
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