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Arie van Baalen, River Onions:

"Neue Plattform erreicht eine neue Erzeugerzielgruppe"

Die Geschäftstätigkeit von River Onions stützt sich seit langem auf drei Säulen: die Lieferung von Zwiebeln der Klasse I in Big Bags nach Italien, den Export von geschälten Zwiebeln aus Polen an belgische Verarbeitungsbetriebe und den Verkauf von Zwiebelpartien minderer Qualität auf dem polnischen Markt. Um diese letzte Aktivität stärker in den Vordergrund zu rücken, hat das niederländische Unternehmen kürzlich seine Plattform Polenuien.nl ins Leben gerufen.

© River Onions

Arie van Baalen erklärt, die Plattform sei für Partien gedacht, die für den niederländischen Markt weniger geeignet sind, sich aber in Polen verkaufen lassen. „Sie werden umgangssprachlich oft als ‚polnische Zwiebeln' bezeichnet, weshalb wir diesen Namen gewählt haben", sagt er. Die Plattform möchte Erzeugern einen direkten Zugang zum polnischen Industriemarkt bieten, mit schnellerem und transparenterem Handel.

Ergänzung des bestehenden Handels© River Onions
Laut Arie bleibt der traditionelle Handel über Zwischenhändler weiterhin unverzichtbar. „Es gibt immer noch viele Zwischenhändler im Zwiebelsektor, mit einigen arbeiten wir schon seit Jahren zusammen. Wir wollen mit dieser Plattform diese Struktur nicht ersetzen, sondern ergänzen."

Erzeuger können Informationen zu ihren Partien – wie Menge, Größe und Qualität – auf der Website eingeben. Kurz darauf wird ein Preisangebot unterbreitet. Falls erforderlich, wird die Partie vor Ort begutachtet, und anschließend kümmert sich River Onions um die Logistik und die Bezahlung.

„Es ist kein Marktplatz, sondern eher eine Einkaufsreferenz für Erzeuger. Da wir hauptsächlich mit Kommissionären zusammenarbeiten, sind einige Erzeuger noch nicht so vertraut mit uns", sagt Arie.

Passende Zwiebeln für den geeigneten Kanal
Viele Partien, die für Verarbeiter in den Niederlanden ungeeignet sind, finden ihren Weg nach Polen. Dort, erklärt Arie, gibt es Hunderte von Käufern mit unterschiedlichen Qualitätsanforderungen. „‚Polnische Zwiebeln' werden oft in einen Topf geworfen, aber es gibt viele verschiedene Vertriebskanäle. Unsere Erfahrung hilft dabei, dass die richtige Zwiebel den richtigen Käufer erreicht."

© River Onions

Deutsche Partien und schwieriger Markt
River Onions erhält seit kurzem mehr Lieferungen aus Deutschland. „Das ist ein interessanter Markt für uns. Oft können wir sogar Sendungen mit kleinen Mängeln noch in den richtigen Kanälen unterbringen", sagt Van Baalen. Er hält den aktuellen Markt jedoch für schwierig.

„Nach Neujahr versiegen die Exporte nach Afrika weitgehend, sodass in den Niederlanden große Verarbeitungsmengen übrig bleiben." Laut Arie verarbeitet die Branche derzeit etwa 55.000 Tonnen pro Woche. In ruhigen Zeiten können die Exporte auf 20.000 bis 25.000 Tonnen sinken. „Das macht es schwer, die Preise anzuheben", erklärt er.

© River Onions

Branche unter Druck
Neben dem Handel sieht Arie weitere Veränderungen in der Branche. Kleinere Verpackungsbetriebe stehen unter zunehmendem Druck, da große Verarbeiter vor allem auf Volumen setzen. Auch der Anbau steht vor Herausforderungen, da Erträge und Qualität in einigen Regionen hinterherhinken.

„Nur ein paar Cent für seine Zwiebeln zu bekommen, ist ein schwerer Schlag." Arie weist jedoch darauf hin, dass manche Erzeuger die guten Jahre oft schnell vergessen. „In den letzten Jahren gab es höhere Preise", schließt er.

Weitere Informationen:
River Onions B.V.
Tel: +31 (0)418 726972
[email protected]
www.river-onions.com

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