"Derzeit befindet sich der Markt für Kernobst in einer schwierigen Lage", stellt Randy Dijksman vom niederländischen Importeur Combilo fest. Er führt dies auf einen langwierigen Prozess zurück, in dessen Verlauf Genossenschaften ihre dominante Stellung verloren haben. "Tatsächlich sind hier unzählige einzelne Verkäufer aktiv, und das Angebot ist stark fragmentiert. Logischerweise versucht jeder Verkäufer, den besten Preis aus dem Markt herauszuholen. Dabei erfolgt die Informationsvermittlung heutzutage blitzschnell. Preisinformationen verbreiten sich unter den Erzeugern, und jeder interpretiert sie auf seine eigene Weise. Dadurch gibt es keine einheitliche Strategie. Etwas, das wir in einer Saison wie dieser dringend brauchen."
© Combilo BV
"Gestern wurden die europäischen Bestandszahlen zum 1. März veröffentlicht. Diese Zahlen lügen nicht und zeigen einen beunruhigend großen Bestand an Birnen, insbesondere in den Niederlanden. Belgien arbeitet immer noch eher nach dem traditionellen Versteigerungsprinzip und 'räumt' Birnen einfach zum Marktpreis ab. Die Niederlande sind eindeutig weit hinter dem Zeitplan zurück. Die Preisspannung ist dort hoch. Meiner Erfahrung nach ist das nicht gerechtfertigt. Wir sehen viele Birnen, die in der Zelle gut zu sein scheinen, an die wir uns aber nach dem Sortieren und Verpacken nicht mehr erinnern. Natürlich denken wir immer, dass das nur auf die Birnen unseres Nachbarn zutrifft und unsere eigenen gut sind. Daher lautet der Rat, regelmäßig Proben zu nehmen, sie warm zu lagern oder notfalls einige Lagerkisten aus dem Kühlraum zu holen und diese sortieren zu lassen. Erst dann wird klar, wie sich die Partie verhalten wird. Und erst dann kann der Preis festgelegt werden."
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Fischaugen
"Wir haben es in dieser Saison vor allem mit überwiegend grünen Birnen mit hohem Zuckergehalt zu tun. Das sind Zutaten für Lagerprobleme wie Fischaugen", so Randy weiter. "Zum Glück gibt es im Moment noch für jede Qualität einen Abnehmer. Aber ich stelle in den zurückliegenden drei Wochen fest, dass wir (zu) oft über das Ziel hinausschießen, was zu Beschwerden führt. Wir versuchen, einen besseren Preis für die bessere Qualität auszuhandeln, aber wie immer lässt die große Menge an minderwertiger Qualität auf dem Markt das nicht zu. Ich erwarte auch nicht, dass wir mit diesem Bestand an Birnen aufholen können. Wir sind zu weit im Rückstand und die Zeit holt uns ein. Die Handelsunternehmen haben bereits damit begonnen, ihre eigenen Bestände zu bereinigen, und werden zu einem späteren Zeitpunkt zusätzliche Käufe tätigen."
"Wir selbst sind einer der größeren Birnenimporteure der südlichen Hemisphäre. Wir stellen fest, dass die Präferenz aus Osteuropa nun ganz klar auf Importbirnen gerichtet ist. Der Verkauf der Williams BC ist so gut wie abgeschlossen, und seit vergangener Woche haben wir mit Packham begonnen. Das läuft besser als erwartet, und es ist eine Erleichterung, mit problemlosen und kräftigen Birnen zu arbeiten", so Dijksman. "Dennoch setzen wir uns weiterhin für einen guten Abschluss der Conference-Saison ein. Meiner Meinung nach ist sie nach wie vor die beste Birne, die es zu kaufen gibt, und mit der richtigen Strategie lässt sich der Absatz noch ausreichend ankurbeln. Erwähnenswert ist auch, dass eine Sorte wie Xenia in dieser Saison außerordentlich von der oben beschriebenen Situation profitiert. Die Ernte war größer denn je, aber der Verkauf läuft sehr gut. Xenia bietet eine stabile und starke Alternative, und inzwischen konnten wir in vielen Ländern erfolgreiche Werbeaktionen durchführen."
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Chancen für Jonagold im weiteren Verlauf der Saison
"Was Elstar betrifft, ist die Situation eigentlich identisch. Hier ist der Lagerbestand weniger besorgniserregend; allerdings ist die Qualitätsvielfalt nicht geringer. Sobald eine Partie Äpfel nicht mehr die entscheidende Festigkeit aufweist, wird der Absatz sehr schwierig. Wir selbst sind nicht in diesem Markt tätig, aber ich höre von den beteiligten Parteien, dass Angebot und Nachfrage derzeit im Gleichgewicht sind. Die Preise sind zwar enttäuschend, aber für qualitativ hochwertiges Obst gibt es immer Nachfrage, und ein guter Saisonausklang ist in Aussicht. Für die Jonagold-Gruppe sehe ich auch später in der Absatzsaison noch genügend Möglichkeiten. In Polen nehmen die Qualitätsprobleme stetig zu, und auch in anderen wichtigen Apfelanbauländern wird rigoros aussortiert. Ich gehe davon aus, dass in den Sommermonaten nur noch gute Jonagold-ähnliche Sorten zum Verkauf stehen werden. Wir selbst haben den Reexport polnischer Äpfel ebenfalls eingestellt. Die gesamte Saison war bereits eine Herausforderung, aber die Situation hat sich leider nicht verbessert. Ein mehr als enttäuschender Abschluss einer schwierigen Saison", so Randy abschließend.
Weitere Informationen:
Randy Dijksman
Combilo
Transportweg 23
2742 RH Waddinxveen, Niederlande
Tel: +31 (0)180 446 747
[email protected]
www.combilo.nl