Ruandische Avocado-Exporteure melden Verluste aufgrund von Störungen im Nahen Osten, der nach wie vor das Hauptziel für ihre Lieferungen ist. Mehr als 90 Prozent der ruandischen Avocados werden nach Dubai exportiert, und die jüngsten Flugausfälle im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran haben die Lieferpläne für verderbliche Waren beeinträchtigt.
Die Exporteure geben an, dass die Störungen die Ernteplanung und den Marktzugang beeinträchtigt haben. Annie Justine Uwamahoro, Geschäftsführerin von ABCD Great Life Ltd und Generalsekretärin des Verbandes der Gartenbauexporteure Ruandas, sagte, dass Dubai zwar weiterhin das Hauptziel sei, die Exporteure aber auch Zugang zu mehreren anderen Märkten hätten. „Die plötzliche Aussetzung der Flüge hat unsere geplanten Ernten durcheinandergebracht, und Avocados lassen sich nicht lange lagern, da sie sehr leicht verderblich sind", sagte sie.
Die Exporteure versenden hauptsächlich die Sorten Hass und Fuerte. Uwamahoro merkte an, dass sechs Unternehmen aufgrund des eingeschränkten Marktzugangs für geerntete Früchte betroffen seien. Sie schätzte die Verluste durch geerntete Avocados auf mehr als 100 Millionen Rwf (72.000 US-Dollar), wobei weitere Verluste durch zurückgesandte Lieferungen hinzukämen.
Die Exporteure berichten zudem von einem eingeschränkten Zugang zu Versicherungen für verderbliche Waren. Uwamahoro sagte, dies erhöhe das Verlustrisiko bei logistischen Störungen. „Wenn Flüge ausfallen, können geerntete Erzeugnisse verderben. Der Schutz des Exportrufes des Landes ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung", sagte sie.
Sie forderte Unterstützung bei der Diversifizierung der Exportmärkte und der Entwicklung von Instrumenten zum finanziellen Risikomanagement. „Der Nahe Osten ist nicht mehr zuverlässig. Wir brauchen Unterstützung, um Zugang zu alternativen Märkten zu erhalten und finanzielle Absicherungsmaßnahmen wie Versicherungen zu prüfen, um Risiken zu mindern, die außerhalb unserer Kontrolle liegen", sagte sie.
Die Regierungsbehörden prüfen derzeit die Lage. Prudence Sebahizi, Ministerin für Handel und Industrie, erklärte, die Auswirkungen auf Exporteure und Produkte würden derzeit untersucht. „Wir erwarten, sehr bald Klarheit über die betroffenen Produkte, Exporteure und ihre aktuellen Märkte zu haben", sagte Sebahizi.
Die Regierung prüft zudem alternative Absatzmärkte, darunter auch Märkte in Asien. „Wir haben Märkte wie China und Indien im Blick. Wir werden Exporteure dabei unterstützen, in diese Märkte vorzudringen", sagte er.
Sebahizi fügte hinzu, dass alle Maßnahmen zur Bewältigung finanzieller Verluste von den relevanten Interessengruppen bewertet werden, wobei die Koordinierung unter Einbeziehung des Nationalen Ausschusses für die Entwicklung des Agrarexports und des Ministeriums für Landwirtschaft und Tierressourcen erfolgt.
Quelle: The New Times