Mitte März befindet sich der Obst- und Gemüsemarkt traditionell in einer komplexen Übergangsphase. Laut Philip van Geest von Van Geest International ist die Überschneidung zwischen dem Gewächshausgemüse aus Südeuropa und dem Start der niederländischen Saison in diesem Jahr deutlich spürbar, verläuft jedoch alles andere als reibungslos.
"Spanien und Marokko sind noch voll auf dem Markt, während die Niederlande vorsichtig in Gang kommen. Das sorgt für Spannungen in Bezug auf Verfügbarkeit, Qualität und Preis", erzählt Philip. "Die Nachfrage im Einzelhandel ist derzeit unvermindert groß, insbesondere nach Produkten wie Strauchtomaten, Kirschtomaten, Auberginen und Zucchini. Dadurch stehen Erzeugerverbände und Händler vor einer großen Herausforderung. Alle bemühen sich, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Die Mengen reichen einfach noch nicht aus, um die Nachfrage vollständig zu decken."
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Hohe Preise für Tomaten
"Diese Knappheit schlägt sich direkt in den Preisen nieder. Strauchtomaten (5 kg) kosten derzeit rund 15 EUR, was als sehr hoch angesehen wird. Lose Tomaten aus Marokko liegen bei etwa 16 EUR für 6 kg. Auch in anderen Segmenten bleiben die Preise hoch: Fleischtomaten (BBB) erreichten in Belgien sogar Spitzenwerte von bis zu 26,50 EUR für 7 kg. Bei Kirschtomaten liegt das Preisniveau für Importe (9 x 250 Gramm) zwischen 10 und 13 EUR, wobei das niederländische Produkt am oberen Ende dieser Spanne liegt", fasst der Händler zusammen.
"Auberginen sind eine andere Geschichte: Das spanische Angebot nimmt ab und ist hinsichtlich der Haltbarkeit auf einem Tiefstand, während die niederländische Produktion noch begrenzt ist. Zusammen mit großen Einzelhandelsaufträgen führt dies zu Preisen zwischen 14 und 16 EUR. Zucchini aus Spanien bewegen sich derzeit zwischen 10 und 12 EUR pro Kiste, ebenfalls beeinflusst durch große Aufträge seitens des Einzelhandels."
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Paprika: Ausnahme vom Aufwärtstrend
"Eine Ausnahme vom Aufwärtstrend bilden Paprika. Die Preise sind in den vergangenen Tagen sogar gesunken, sowohl bei Importware als auch bei niederländischer Ware. Niederländische rote und gelbe Paprika fielen von etwa 22 auf 14 bis 15 EUR pro 5-kg-Kiste, während grüne Paprika bei etwa 11 EUR pro Kiste notieren. Spanien liegt hier oft einige Euro darunter, bei unterschiedlichen Qualitäten. „Gurken waren lange Zeit teuer, sind aber in den vergangenen Wochen auf ein Niveau von etwa 4,50 bis 6,00 EUR pro Kiste mit zwölf Stück gesunken", erzählt Philip.
Zudem spielt auch der Kalender eine Rolle. Das Ende des Ramadan um den 19. März sorgt für wechselnde Markteffekte. "Einerseits sieht man vorübergehend etwas weniger Nachfrage auf den Großhandelsmärkten, aber Produkte wie Auberginen profitieren gerade von einem zusätzlichen Impuls", erklärt Van Geest. "Und das darauf folgende Zuckerfest kostet traditionell auch einen Handelstag. Es wird erwartet, dass die derzeitigen Engpässe und Preisniveaus noch etwa zwei Wochen anhalten, bis die niederländische Produktion weiter in Gang kommt und sich der Markt wieder mehr im Gleichgewicht befindet. Insgesamt sind die aktuellen Preise für die Erzeuger nicht ungünstig, sorgen aber gleichzeitig dafür, dass der Tageshandel etwas gebremst wird."
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Philip van Geest
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