Auch im Kreis Kleve – im äußersten Westen Nordrhein-Westfalens – kam die Spargelernte zu Beginn der KW 13 ins Rollen. "Aufgrund der Witterung und insgesamt guten Anbaubedingungen starten wir im Vergleich zum Vorjahr um knapp eine Woche früher in die neue Saison", berichtet Winfried Derksen, der das Edelgemüse auf rund 14 ha in Emmerich-Elten erzeugt. "Die Vorzeichen hinsichtlich Qualität und Mengen sind durchweg gut, was wir unter anderem an der Konsistenz der Spargeldämme festmachen können", so der Erzeuger weiter.
© Spargelhof Derksen
Der erste Emmericher Bleichspargel der diesjährigen Saison.
Derksen führt das 1930 gegründete Familienunternehmen nun in 3. Generation und wandelte den einstigen Mischbetrieb zum spezialisierten, mittelständischen Spargelhof um. Im Anbau kommen weder Herbizide noch Fungizide zum Einsatz, die Unkrautbekämpfung ist ein ausgewogenes Zusammenspiel von maschinellen sowie händischen Abläufen, skizziert Derksen die Strukturen seines Unternehmens. Auf dem Hof arbeiten bereits seit einigen Jahren fast nur noch Saisonkräfte aus den beiden afrikanischen Ländern Nigeria und Togo. Dank Mechanisierung, wie Spargelspinnen und dergleichen, kommt man auch zu Spitzenzeiten mit rund sieben Arbeitskräften aus.
© Hugo Huijbers | FreshPlaza.deWinfried Derksen im Spargelfeld kurz vor dem Ernteauftakt. Speziell die Sorte Prius weist in Emmerich-Elten sehr gute Ergebnisse auf.
Diversifizierung im Anbau und Vertrieb
Im Anbau setzt Derksen auf eine Handvoll Sorten: Die Sorte Prius bildet dabei den Saisonauftakt, während die Sirius von Mai bis zum Saisonende am traditionellen Johannistag (21.6.) gestochen wird. "In den letzten Jahren haben wir jedoch bis Ende Juni Spargel vermarkten können", schildert er. Vor wenigen Jahren hat Derksen neben dem bewährten Bleichspargel ebenfalls das grüne Pendant angebaut, doch die Nachfrage fehlte. "Alle reden vom Grünspargeltrend, als wir dann aber tatsächlich grüne Stangen aus eigenem Anbau angeboten haben, war die Resonanz sehr überschaubar. Demnach haben wir uns wieder von der Kultur getrennt."
Auch auf Vermarktungsebene tickt der Spargelbetrieb ein wenig anders als die meisten Berufskollegen. "Um die Hälfte unseres Ertrags findet über unseren Hofladen ihren Absatz. Darüber hinaus beliefern wir ausgewählte Gastronomen, etwa in den Niederlanden und dem Sauerland, sowie einen festen Großhandelspartner in Köln mit frischem, regionalem Spargel. Obwohl wir uns auf der deutschen Seite der Grenze befinden, kommen die meisten Kunden, die unseren Hofladen frequentieren, aus den Niederlanden. Zudem stellen wir fest, dass der übergroße Teil unserer Kunden in der Direktvermarktung explizit nach geschälten Stangen fragt. Wir schälen den Spargel dabei frisch nach Bedarf. Ferner verkaufen wir im eigenen Hofladen ausschließlich Ware aus der Kühltheke, damit die Kühlkette nicht unterbrochen wird."
© Hugo Huijbers | FreshPlaza.deNeben selbst erzeugtem Spargel bietet Derksen im Hofladen ebenfalls Treibhauserdbeeren aus der Nachbarschaft an.
Weitere Informationen:
Winfried Derksen
Spargel Derksen
Alter Beeker Weg 80
46446 Emmerich-Elten
Tel:+49 (0) 2828 2381
[email protected]
www.spargel-derksen.de