Die Wirsingsaison auf der Insel Fehmarn wurde dieses Jahr relativ früh beendet. "Im Juni und Juli, sprich kurz nach der Pflanzung, kam es mehrfach zu starken Niederschlägen. Dies hat wiederum dazu geführt, dass ein Teil unserer Felder leider abgesoffen sind und wir etwa zehn Prozent der Bestände nicht ernten konnten. Diese Mengen haben uns dann am Ende der Saison gefehlt, sodass wir die diesjährige Kampagne bereits Mitte Februar, zwei-drei Wochen früher als sonst, beenden mussten", resümiert Peter Joachim Witt, spezialisierter Wirsingerzeuger und Geschäftsführer der Witt Insel-Gemüse GmbH & Co. KG.
© Witt Insel-Gemüse GmbH & Co KGPeter-Joachim Witt widmet sich neben dem Wirsinganbau, ebenfalls dem Anbau von Weiß- und Rotkohl. Insgesamt wird auf der Insel Fehmarn auf rund 120 Hektar Wirsing angebaut: Erzeugt werden hauptsächlich die beiden Sorten Alaska und Nebraska.
Unterdurchschnittliche Marktpreise
Auch auf Vermarktungsebene sei es keine leichte Saison gewesen, führt Witt weiter aus. "Die Preise waren seit Beginn der Saison relativ schwach und sind nur Richtung Saisonende leicht angezogen. Dennoch lag das diesjährige Preisniveau im Schnitt deutlich unter dem Mittel der vergangenen Jahre. Demnach waren die Erzeugerpreise auch im Verhältnis zu den erneut gestiegenen Produktionskosten leider nicht auskömmlich", beziffert er.
Fehlende Manpower
Die Nachfrage sei hingegen die gesamte Saison hindurch recht hoch und stabil gewesen. Witt: "Wir hatten kurz nach dem Jahreswechsel Schwierigkeiten in der Aufbereitung unseres Kohls, da uns die rumänischen Saisonkräfte mitunter gefehlt haben. Hier haben wir leider auch die ein oder andere LEH-Aktion absagen müssen. Das war in den vergangenen Jahren wesentlich einfacher." Das Vermarktungsfenster des Fehmarner Wirsings erstreckt sich in der Regel von Mitte November bis Anfang März, mit dem Januar als wichtigstem Verkaufsmonat. Die Konkurrenz von Importware, etwa aus Italien, sei in diesem Jahr relativ überschaubar gewesen, heißt es weiter.

Wegfall wichtiger Pflanzschutzmittel
Auch die Qualität der diesjährigen Wirsingbestände sei überaus zufriedenstellend gewesen. "Abgesehen von den gut zehn Prozent, die nicht geerntet wurden, konnten wir unseren Wirsing durchweg in ausgezeichnetem Zustand ausliefern. Auch hinsichtlich der Kaliber war von allem was dabei, wobei die Übergrößen bzw. 10kg+ etwas unterrepräsentiert waren. Ferner hatten wir auch in diesem Jahr die gewohnten Problemchen mit weißen Fliegen und dergleichen, sodass wir mitunter in der Nacherntebehandlung einen gewissen Mehraufwand betreiben mussten. Noch haben wir die Schädlingsbekämpfung recht gut im Griff. Ab der kommenden Saison wird uns mit Movento allerdings ein wichtiges Mittel fehlen. Dies könnte also in Zukunft ein kritischer Faktor werden. Im Großen und Ganzen sehe ich die Zukunft jedoch eher unproblematisch und ich bin weiterhin davon überzeugt, dass wir mit dem Wirsing eine gute, beständige Nische gefunden haben."
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Peter Joachim Witt
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