Im Jahr 2025 bewirtschafteten in Rheinland-Pfalz insgesamt 308 Betriebe eine Anbaufläche für Gemüse und Erdbeeren von knapp 16.500 Hektar. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, entspricht das gegenüber einem Rückgang um 16 Betriebe sowie einer Abnahme der Fläche um 400 Hektar. Der größte Anteil der Anbaufläche – rund 16.000 Hektar – entfällt auf Gemüse im Freiland. Die durchschnittliche Freilandfläche je Betrieb lag bei 57 Hektar und damit um rund zwei Hektar höher als im Vorjahr.
Freilandgemüse 2025: Leichte Flächenrückgänge, deutliche Unterschiede zwischen den KulturenIm Jahr 2025 wurden m Freiland insgesamt 539.600 Tonnen Gemüse geerntet. Im Vorjahr lag die Erntemenge bei 564.600 Tonnen. Das entspricht einem Rückgang um 25.000 Tonnen bzw. vier Prozent.
Wurzel- und Knollengemüse: Rückgänge bei Möhren
Mit 8.300 Hektar blieb die Kulturgruppe der Wurzel- und Knollengemüse die flächenstärkste im Freiland. Gegenüber 2024 nahm die Fläche um vier Prozent ab. Die Erntemenge sank um acht Prozent auf 342.600 Tonnen. Die wichtigste Gemüseart innerhalb des Wurzel- und Knollengemüses sind Radieschen. Trotz einer nur leicht reduzierten Fläche (minus fünf Prozent auf 2.020 Hektar) sank die Erntemenge um 19 Prozent auf 43.300 Tonnen.
Bei Möhren und Karotten verringerte sich die Anbaufläche um sechs Prozent auf 1.980 Hektar. Die Erntemenge ging um 20 Prozent auf 101.800 Tonnen zurück. Ursache war insbesondere ein um 14 Prozent geringerer Hektarertrag von 514 Dezitonnen je Hektar. Die Anbaufläche von Bund- bzw. Frühlingszwiebeln betrug 2025 gut 1.700 Hektar (minus sieben Prozent). Die Erntemenge ging um 13 Prozent auf 75.700 Tonnen zurück. Bei Speisezwiebeln einschließlich Schalotten blieb die Anbaufläche mit 1.710 Hektar nahezu stabil (minus ein Prozent). Die Erntemenge stieg deutlich um 26 Prozent auf 75.700 Tonnen. Maßgeblich hierfür war ein Anstieg des Hektarertrags um 26 Prozent auf 442 Dezitonnen je Hektar.
Blatt- und Stängelgemüse: Stabile Ernte trotz geringerer Fläche
Zum Blatt- und Stängelgemüse zählen neben Spargel eine Vielzahl an Salaten. Die Anbaufläche verringerte sich um drei Prozent auf 4.100 Hektar, während die Erntemenge mit 83.900 Tonnen nahezu konstant blieb. Spargel, das „Königsgemüse", wurde auf einer ertragsfähigen Fläche von knapp 1.070 Hektar angebaut. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Fläche um fünf Prozent ab. Von dieser Fläche wurden 5.700 Tonnen geerntet. Aufgrund höherer Erträge wurde das Vorjahresergebnis nur um knapp zwei Prozent verfehlt. Salate wurden auf 1.640 Hektar angebaut (plus 15 Prozent). Die Erntemenge stieg um 27 Prozent auf 41.700 Tonnen.
Kohlgemüse: Stabile Fläche, höhere Erntemenge
Die Anbaufläche für Kohlgemüse blieb mit 1.500 Hektar konstant. Die Erntemenge stieg um drei Prozent auf 51.300 Tonnen (2024: 49.700 Tonnen). Die größte Anbaufläche entfiel mit 510 Hektar auf Blumenkohl. Die Erntemenge belief sich auf 15.400 Tonnen und lag damit um sieben Prozent unter dem Vorjahreswert von 16.500 Tonnen. Dennoch bleibt Blumenkohl die ertragsstärkste Kultur innerhalb des Kohlgemüses im rheinland-pfälzischen Freilandanbau.
Fruchtgemüse legt zu
Die Anbaufläche für Fruchtgemüse wurde um acht Prozent auf 1.410 Hektar ausgeweitet. Die Erntemenge stieg um neun Prozent auf 43.100 Tonnen. Insbesondere Speisekürbisse – etwa Hokkaido-, Butternut- oder Riesenkürbisse – gewannen an Bedeutung. Die Fläche nahm um zehn Prozent auf 910 Hektar zu, die Erntemenge um sechs Prozent auf 24.400 Tonnen.
Rheinland-Pfalz im bundesweiten Vergleich
In Deutschland wurden 2025 insgesamt rund 4,3 Millionen Tonnen Gemüse auf 130.400 Hektar im Freiland geerntet. Rund 5.770 Betriebe waren im Freilandanbau tätig. Die durchschnittliche Freilandfläche je Betrieb lag bei knapp 23 Hektar. Die rheinland-pfälzischen Gemüsebetriebe waren damit mehr als doppelt so groß. Auf Rheinland-Pfalz entfielen rund 13 Prozent der bundesweiten Freilandernte und zwölf Prozent der Anbaufläche. Das unterstreicht die Bedeutung des rheinland‑pfälzischen Gemüsebaus im gesamtstaatlichen Vergleich.
Auch bei einzelnen Kulturen zeigt sich diese Bedeutung auf regionaler Ebene: Bei Bundzwiebeln entfielen rund 82 Prozent der bundesweiten Produktion (75.700 von 92.300 Tonnen) auf Rheinland-Pfalz. Auch bei Radieschen ist Rheinland-Pfalz führend. Rund 65 Prozent der deutschen Erntemenge (43.300 von 67.000 Tonnen) wurden hier erzeugt.
Bio-Anbau verzeichnet Aufwärtstrend
Ökologisch wirtschaftende Betriebe erzeugten 2025 auf rund 2.800 Hektar (Deutschland: 20.600 Hektar) insgesamt 79.400 Tonnen Gemüse (Deutschland: 597.000 Tonnen). Das entspricht 14 Prozent der gesamten Gemüseanbaufläche (Deutschland: 16 Prozent) und 13 Prozent der gesamten Erntemenge (Deutschland: 13 Prozent). Gegenüber 2024 stieg die ökologisch bewirtschaftete Anbaufläche in Rheinland-Pfalz um neun Prozent, die Erntemenge um 15 Prozent. Die größte Anbaufläche im ökologischen Gemüseanbau entfiel 2025 auf die Gemüsegruppe Wurzel- und Knollengemüse mit 1.100 Hektar.
Quelle: Statistikamt Rheinland-Pfalz