Die chilenische Obstsaison stand dieses Jahr im Zeichen vorzeitiger Ernten, von Kirschen bis Birnen. Für Kirschen war es besonders schwierig. "Es war eine äußerst herausfordernde Saison", sagt Hans Leibbrandt, Geschäftsführer von Monfrut.
Für ihn ist dies kein zufälliger Einbruch. "Das ist ein Trendbruch, keine einmalige Saison. Es wurde wirklich ein Wendepunkt erreicht." Seiner Meinung nach muss sich der chilenische Kirschensektor auf ein größeres Angebot und geringere Erträge einstellen.
© Monfrut
"Die Neuanpflanzungen der letzten Jahre sorgen in den kommenden Saisons für ein hohes Angebot. Das kann Entscheidungen beschleunigen, wie die Rodung wenig produktiver Obstgärten oder Sorten, die nicht mehr der aktuellen Nachfrage entsprechen."
Weniger abhängig von China
Die Abhängigkeit von China bleibt groß, auch wenn einige Unternehmen Fortschritte bei der Diversifizierung erzielen. Monfrut liefert etwa 25 % seines Volumens in andere Märkte, wie die Vereinigten Staaten, Südkorea, Taiwan und Indien. Aber Leibbrandt ist ehrlich: Der Aufbau von Alternativen braucht Zeit und erfordert eine durchdachte Strategie.
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Effizienz ist daher von entscheidender Bedeutung. "Man bestimmt den Preis nicht selbst, also muss man die Kosten unter Kontrolle halten und die Qualität überwachen. Bei der Qualität darf man keine Abstriche machen." Er betont auch, dass die Branche im Vertrieb schärfer werden muss. "Es geht nicht mehr darum, etwas zu verschicken und abzuwarten. Man benötigt eine echte Geschäftsstrategie und muss verkaufen, was die Kunden verlangen."
Forelle-Birne: stabiles Nischenprodukt
Bei Birnen arbeitet Monfrut hauptsächlich mit Forelle, einer Sorte mit stabilem Marktverhalten. "Es ist ein Nischenprodukt mit stets guter Nachfrage, auch weil das Volumen begrenzt ist."
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Kleine Größen gehen nach Ecuador und Kolumbien, mittelgroße nach Mittelamerika und die größten Exemplare mit der besten Farbe nach Europa, vor allem in die Niederlande. In Lateinamerika liegen die Preise "etwas über denen des Vorjahres", angetrieben durch Angebot und Nachfrage.
Anders als bei Kirschen gibt es bei Forelle ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. "Das Angebot ist gering, aber auch die Nachfrage ist nicht so groß. Es handelt sich um einen eigenen Markt, der über die Jahre hinweg relativ stabil geblieben ist."
Ausblick
Für die kommenden Jahre erwartet Leibbrandt eine Anpassungsphase für Kirschen und mehr Stabilität im Forelle-Segment. "Wir stehen noch mehrere Jahre vor einer hohen Produktion und der damit verbundenen kommerziellen Herausforderung, die Früchte zu platzieren." In beiden Fällen werden Kostendisziplin, Qualität und eine klare Verkaufsstrategie den Unterschied ausmachen.
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Hans Leibbrandt
Monfrut
Chile
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