In den letzten fünf Jahren hat der Fenchelsektor tiefgreifende Veränderungen erfahren, die durch Produktionsschwankungen, Klimabelastungen und eine wachsende Bedeutung der Genetik gekennzeichnet sind. Laut Ciro Paolillo vom Unternehmen Paolillo mit Sitz in Kampanien schwankte die Anbaufläche ohne einen klaren Aufwärts- oder Abwärtstrend. Spezialisierte Erzeuger planen jährlich, während nicht spezialisierte Betriebe Fenchel oft opportunistisch anbauen, beeinflusst von den Preisen der vorangegangenen Saison. „Dieser Mechanismus führt zu Ungleichgewichten, die sich auf den gesamten Sektor auswirken können", erklärt Paolillo.
© Paolillo
© Paolillo
Auswirkungen des Klimas auf die Erträge
Während die Anbauflächen variieren, hat das Klima einen noch größeren Einfluss auf die Erträge und die Kontinuität der Versorgung. Als Freilandpflanze reagiert Fenchel sehr empfindlich auf extreme Wetterbedingungen. Die jüngsten Kälteperioden und Hitzewellen mit Sommertemperaturen von fast 40 °C haben die Verfügbarkeit verringert, die Preise in die Höhe getrieben und die Absatzplanung erschwert. Anstelle von „guten" oder „schlechten" Jahren beschreibt Paolillo kritische Phasen innerhalb jeder Saison.
Genetik verändert den Sektor
Die bedeutendste Veränderung ist jedoch auf genetische Innovationen zurückzuführen. „In den letzten fünf bis zehn Jahren haben wir einen Generationswechsel bei den Sorten erlebt", bemerkt Paolillo. Neue Genetik hat den Produktionskalender verlängert und die agronomische Leistung verbessert. In der Region Foggia in Apulien beispielsweise begann die Ernte früher Ende November; heute kann sie dank der Verpflanzung im August und widerstandsfähigerer Sorten bereits Mitte Oktober beginnen. Diese Entwicklung hat eine gleichmäßigere ganzjährige Versorgung und eine konstante Qualität ermöglicht.
© Paolillo
Entwicklung der Exportmärkte
Italien ist nach wie vor Nettoexporteur von Fenchel und liegt unter den exportierten Gemüsesorten an siebter Stelle. Rund 85 % der Exporte gehen in EU-Länder und 15 % in Nicht-EU-Länder, hauptsächlich in die Schweiz und das Vereinigte Königreich. Deutschland ist nach wie vor der größte Markt in Bezug auf das Volumen, verzeichnet jedoch nur ein begrenztes Wachstum. Das Vereinigte Königreich hat hingegen seinen Anteil in den letzten zehn Jahren von 5 % auf fast 10 % verdoppelt, selbst nach dem Brexit. Die Exporte von Paolillo machen in der Regel 7–8 % des Gesamtumsatzes aus, in einigen Perioden sogar bis zu 10 %. Die Exportmärkte bevorzugen hauptsächlich mittelgroße bis kleine Früchte.
Der Inlandsverbrauch in Italien ist stabil geblieben, während die Auslandsnachfrage dank zuverlässigerer Qualität und längerer Saisonzeiten gestiegen ist.
© Paolillo
Wachstum im Einzelhandel und Preisdynamik
Preisschwankungen sind nach wie vor charakteristisch für Fenchel, aber die nachhaltigen Mindestpreise sind seit COVID-19 aufgrund von Energiekosten und Inflation gestiegen. Aggressive Werbeaktionen sind nicht mehr möglich. Der großflächige Einzelhandel hat erheblich expandiert und gegenüber den traditionellen Märkten an Boden gewonnen. Für strukturierte Unternehmen wie Paolillo ist diese Veränderung positiv: „Der Einzelhandel erfordert Zuverlässigkeit, Kontinuität und Organisation."
Mit Blick auf die Zukunft sieht Paolillo die Sortenforschung als entscheidend an. „Der Markt belohnt diejenigen, die konstant ein erkennbares Produkt liefern können. Die Kontinuität der Versorgung ist heute der eigentliche Differenzierungsfaktor."
Weitere Informationen:
Società Agricola Paolillo s.r.l.
Via Stabia, 354
80054 - S. Antonio Abate (NA)
Tel: +39 393 93 61 160
www.Paolillosrl.com