Nachdem erste kleinere Mengen bereits Ende Januar geerntet werden konnten, ging die Saison der Glashaussalate auf der Insel Reichenau in der zweiten Februarhälfte so richtig los. "Wir haben bereits erste kleinere Aktionen im LEH hinter uns, ab KW 10 wird es aber flächendeckende Werbemaßnahmen im süddeutschen LEH geben", schildert Christian Müller, Geschäftsleiter sowie stellvertretender Geschäftsführer bei der südlichsten Erzeugergenossenschaft Deutschlands. Die Glashaussalate finden nicht nur über den LEH, sondern auch über die süddeutschen Großmärkte ihren Absatz.
Der zurückliegende Winter sei generell recht kalt und lichtarm gewesen, führt Müller weiter aus. "Aufgrund fehlender Sonnenstunden und des Hochnebels haben unsere Salatbestände teilweise weniger Zuwachs bekommen. Das hat auch dazu geführt, dass unsere Gärtner generell sehr lange heizen mussten, was sich entsprechend auf die Produktionskosten niedergeschlagen hat. Dennoch sind die momentanen Qualitäten sowie die Mengen durchweg gut bis sehr gut."
© Reichenau-Gemüse eG
Einblick in ein Salatgewächshaus auf der Insel Reichenau. Insgesamt rechnet die Reichenau-Gemüse eG in diesem Jahr mit einem Gesamtvolumen um 2. Mio. Salatköpfe (davon etwa die Hälfte Kopfsalat). Rund 40 % der gesamten Glashausbetriebe innerhalb der Genossenschaft widmen sich dem Salatanbau unter Glas.
Steigender Wettbewerb
Im Vergleich zum Vorjahr startet man mit leicht höheren Einstiegspreisen in die neue Saison. Angesichts der erneuten Kostensteigerungen sei dies aber auch dringend nötig gewesen, so Müller. Auf Vermarktungsebene rechnet man mit steigenden Angebotsmengen aus dem südeuropäischen Raum. "Die Wetterkapriolen in großen Teilen des Mittelmeerraums sind nun erst einmal vorbei. Dementsprechend wird es vermutlich bald wieder mehr Freilandsalate aus Frankreich und Spanien geben. Auch belgischer Kopfsalat ist momentan in recht großen Mengen erhältlich." Hydrosalate aus deutscher Erzeugung bilden hingegen aufgrund ihrer unterschiedlichen Produkteigenschaften und ganzjährigen Verfügbarkeit keine nennenswerte Konkurrenz.
Hohe Wertschätzung als Frühlingsboten
Die Glashaussalate bilden bereits seit vielen Jahren den Saisonauftakt in der Reichenauer Gärtnersiedlung und haben sich dabei als einer der ersten süddeutschen Frühlingsboten der neuen Saison im Markt positioniert. Müller: "Rein aus gärtnerischer Sicht ist der Kraussalat aufgrund seiner Stabilität im Anbau attraktiver als der Kopfsalat. Letzterer hat sich aber über die Jahre hinweg als Klassiker etabliert und findet beim Verbraucher nach wie vor mehr Beachtung. Vor wenigen Jahren hat es mal ein/zwei Jahre gegeben, wo der Kopfsalat ein wenig an Bedeutung verloren hat; in der Gesamtmenge ist er jedoch immer noch weit vorn."
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Die Belegschaft der Reichenau-Gemüse eG auf der diesjährigen Fruit Logistica mit stv. Geschäftsführer Christian Müller (3. v.r.) und Geschäftsführer Johannes Bliestle (2. v.r.)
Nachfragesteigerung zu Ostern
Aufgrund des Alleinstellungsmerkmals sowie der hohen Wertschätzung im Handel seien Glashaussalate für viele Mitgliedsbetriebe in der Reichenauer Gärtnersiedlung nach wie vor attraktiv. Speziell zu Beginn der neuen Saison sei die Nachfrage besonders stark ausgeprägt, bestätigt Müller. "Das Vermarktungsfenster ist recht kurz und endet, sobald die frühen Freilandgebiete, wie die Pfalz, in die Saison starten. Unser Ziel ist es, die Vermarktungssaison bis Ostern zu ziehen, da der regionale Verbraucher nach der Fastenzeit erfahrungsgemäß sehr konsumbereit ist. Je nach Angebotslage hätten wir dann auch noch die Möglichkeit, den Saisonausklang mit attraktiven Werbeaktionen zu begleiten", heißt es abschließend.
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Christian Müller
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