Während die belgische Bio-Kernobstsaison in diesem Jahr weitgehend parallel zum konventionellen Segment verläuft, ist vor allem bei Äpfeln zu beobachten, dass der Markt unter Druck steht. Auch Bio-Erzeuger Hugo Jacobs von Jacobs Fruit teilt diese Einschätzung. „Vor allem bei Äpfeln war es eine schwierige Saison", erzählt der Erzeuger aus dem flämischen Sint-Truiden. „Die Früchte blieben eher klein, wodurch sie sich weniger gut verkaufen ließen. Das hat sich sicherlich auf den Absatz ausgewirkt."

Im Allgemeinen hört man auf dem Markt ähnliche Berichte. Gunther De Vadder von BelOrta wies bereits darauf hin, dass es bei Äpfeln deutliche Qualitätsunterschiede gibt und die Produktauswahl im Einzelhandel besonders streng ist. Größe, Gewicht und Festigkeit werden genauestens geprüft, sodass ein erheblicher Teil des Volumens nicht als Tafelobst verkauft werden kann und in die Industrie geht. Da auch Länder wie Deutschland, Frankreich und Polen über große Mengen verfügen, ist Export kaum eine Lösung. Das setzt die Preisbildung unter Druck.
Hugo bestätigt den schwierigen Start in die Saison. „Wir hatten auch mit Trockenheit zu kämpfen, was dem Wachstumsprozess nicht zuträglich war. Am Anfang lief der Verkauf nur schleppend." Inzwischen hat sich der Markt seiner Meinung nach jedoch erholt. „Glücklicherweise läuft der Absatz inzwischen besser." Das Unternehmen arbeitet mit verschiedenen Sorten, darunter Jonagold, Boskoop, Braeburn und Natyra, um Risiken zu streuen und flexibler auf den Markt reagieren zu können. „Diese Streuung ist für uns wichtig. Sie verschafft uns etwas mehr Spielraum während der Saison."
Positive Bio-Birnensaison
Bei den Birnen ist das Bild positiver. Während es im konventionellen Segment Qualitätsprobleme gab, waren die Bio-Birnen bei Jacobs Fruit recht gut. „Sie waren von guter Qualität und rechtzeitig reif. Wir hatten keine größeren Probleme und auch der Verkauf verlief im Allgemeinen reibungslos."

Seit Januar ist auf dem Markt mehr Bewegung bei Birnen zu beobachten, unter anderem dank des Exports in die Schweiz und nach Italien, aber für Hugo ist die Birnensaison bereits zu Ende. „Wie im Vorjahr waren unsere Bio-Birnen Mitte Dezember bereits ausverkauft. Der Verkauf ist für uns nie ein großes Problem, aber ein ständiger Punkt, auf den wir achten müssen, ist der richtige Erntezeitpunkt. Das rechtzeitige Ernten bleibt jedes Jahr eine Herausforderung. Wir haben dieses Jahr viel darüber gelesen, aber das kann kommerziell einen großen Unterschied machen. Der richtige Erntezeitpunkt ist entscheidend für die Qualität und die Marktfähigkeit."
Nachfolger gesucht
Auf betrieblicher Ebene ist Hugo bereits seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Nachfolger. Der frühere Plan, einen Nachfolger einzuarbeiten, wurde vorerst aufgegeben. „Diese Idee wurde nicht weiterverfolgt. Sollte sich in Zukunft jemand dafür interessieren, sind wir natürlich offen dafür. Ich mache das schon seit Jahren mit viel Freude und hoffe, einen leidenschaftlichen Nachfolger zu finden, der dieses wunderbare Unternehmen weiterführen kann."
Weitere Informationen:
Hugo Jacobs
Jacobs Fruit
Heide 114
3800 Sint-Truiden, Belgien
Tel: +32 11 592464
[email protected]
www.jacobsfruit.be