Der Kernobstmarkt zeigt zu Beginn der zweiten Saisonhälfte ein zweitgeteiltes Bild: "Wir haben über das gesamte Sortenspektrum hinweg weiterhin gute Bestände in einer sehr guten Qualität. Bedingt durch die teils stark gestiegenen Kosten und die erneute Anhebung des
© Schliecker GmbH & Co. Fruchthandels KG Mindestlohns sind die Erzeugerpreise leider bei weitem nicht auskömmlich. Demnach ist das momentane Stimmungsbild in der norddeutschen Apfelbranche eher verhalten", resümiert Jürgen Schliecker, Geschäftsführer des gleichnamigen Fruchtgroßhandels mit Sitz in Jork, im Herzen des Alten Lands.
Die Absatzzahlen seien jedoch seit dem Jahreswechsel recht erfreulich gewesen, führt Schliecker weiter aus. "Die Werbefrequenz im LEH hat sich seit Weihnachten deutlich erhöht, was zu entsprechend guten Abverkäufen beigetragen hat. Es standen dabei primär die Sorten Elstar, Braeburn sowie Gala im Fokus. Wie auch schon in den vergangenen Jahren wird es uns möglich sein Wellant, der sich durch seinen hervorragenden Geschmack und seine stetig wachsende Beliebtheit beim Konsumenten auszeichnet, bis zur neuen Ernte durchgehend anzubieten. Ergänzend wird auch Jonagold gehandelt, wobei diese Sorte voraussichtlich erst ab Mitte Mai, sprich in der letzten Phase der Vermarktungssaison, verstärkt in den Vordergrund gerückt wird." Im Bereich der Clubäpfel werden primär Pink Lady und Kanzi gehandelt. Da die letztere Sorte ohnehin schon etwas kleinfallender sei, liegen die diesjährigen Kaliber unter dem Mehrjahresdurchschnitt.
Import und Export
Zu Beginn des zweiten Quartals werden für gewöhnlich auch ergänzende Importe aus der südlichen Hemisphäre getätigt. Obwohl Ware aus den jeweiligen Ursprungsländern (primär Südafrika, Neuseeland sowie Chile) nach Angaben Schlieckers auch in diesem Jahr in gutem Umfang zur Verfügung steht, rechnet man mit geringeren Importmengen im Vergleich zum Vorjahr. "Abgesehen von den diesjährigen hohen Lagerbeständen in der EU beobachten wir eine Verschiebung im deutschen LEH. Der Trend geht dahin dem Verbraucher durchgehend Äpfel aus heimischer Produktion anzubieten. Gleichzeitig konzentrieren sich die Exporteure der südlichen Hemisphäre tendenziell mehr auf die attraktiveren Märkte in Asien wie z.B. Indien."
Umgekehrt seien die Exportchancen für Altländer Äpfel stark limitiert. Schliecker: "Ware nach Großbritanien oder Frankreich zu exportieren, wird in diesem Jahr schwierig. Exportpotenzial sehen wir aktuell nur nach Osteuropa oder auf den Balkan, da dort im letzten Frühjahr teils starke Nachtfröste zu enormen Ernteausfällen geführt haben." Im Exportgeschehen findet vor allem die Sorte Jonagold guten Anklang.
© Schliecker GmbH & Co. Fruchthandels KG
Pompur bereichert Sortenspektrum
Als Gründungsmitglied der ZIN (Züchtungsinitiative Niederelbe) zählt die Firma Schliecker zu den wenigen Lizenzvermarktern der neuen Apfelinnovation Pompur. Der allergikerfreundliche Apfel wurde auf der diesjährigen Fruit Logistica bereits mit dem renommierten FLIA Innovation Award ausgezeichnet. "Mit Pompur sind wir für die Zukunft gewappnet: Da die Anzahl der Allergiker in den letzten Jahren leider stetig zugenommen hat und sich dieser Trend fortzusetzen scheint, rechnet man mit einer steigenden Nachfrage nach allergikerfreundlichen Alternativen wie Pompur. Wir blicken dabei auf ein erfreuliches, erstes Vermarktungsjahr zurück. Dank zahlreicher Aktionen im Handel waren wir bereits in der KW 8 komplett ausverkauft. Dieses gute Ergebnis belegt, dass das Konzept vom Verbraucher sehr gut angenommen wurde", heißt es abschließend.
© Schliecker GmbH & Co. Fruchthandels KGObwohl das Alte Land in erster Linie für den Apfelanbau bekannt ist, gewinnt auch der Birnenanbau tendenziell an Bedeutung. Neben Xenia und Conference werden auch die ersten rotschaligen Birnen angebaut.

Weitere Informationen:
Jürgen Schliecker
Schliecker GmbH & Co. KG Fruchthandels KG
Osterjork 30
21635 Jork
Tel.: 04162-90010
Großmarkt Bremen
Tel.: 0421-551710
[email protected]
www.schliecker-fruchthandel.de