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Das Synadis Bio verlässt die Agence Bio

Der französische Branchenverband für Bio-Läden, Synadis Bio, der rund 2.000 Bio-Läden vertritt, hat diese Woche bekannt gegeben, dass er sich aus der staatlichen Behörde Agence Bio zurückziehen wird. „Wir wollen nicht länger Teil eines Systems sein, das nicht mehr funktioniert", erklärt die Organisation in einer Pressemitteilung. Damit spielt sie auf die Zukunft der Einrichtung an, deren Budget inzwischen um mehr als die Hälfte gekürzt wurde.

„Die Institution, für die wir uns eingesetzt haben, existiert nicht mehr."
Im Januar 2025 setzte sich Synadis Bio noch für den Fortbestand der Agence Bio ein, als ein Senatsantrag deren Abschaffung forderte. „Wir glaubten an den Dialog und die gemeinsame Verantwortung, um dieses wichtige Instrument zu erhalten, das 61.000 Biobauern und 200.000 Arbeitsplätze unterstützt", erinnert sich die Vorsitzende Christelle Le Hir.

Aber ein Jahr später ist die Bilanz geradezu schmerzlich. Agence Bio existiert noch, aber mit einer Kürzung des Budgets um mehr als 60 %. „Die Institution, die wir verteidigt haben, existiert einfach nicht mehr", so die Organisation.

Und die Situation verschlechtert sich weiter. Seit einem Jahr finden trotz wiederholter Anfragen des Vorstands von Agence Bio keine Gespräche mit dem Ministerium statt. Außerdem haben Gegenstimmen innerhalb desselben Vorstands offenbar keinerlei Einfluss mehr auf die Politik.

Bio-Fachgeschäfte – die einen Umsatz von 3 Milliarden Euro und 40 % des Bio-Marktes ausmachen – fühlen sich in Beratungsgremien, die immer mehr zu reinen Formalitäten zu werden scheinen, ins Abseits gedrängt. Die Verbindung zu den politischen Entscheidungsträgern wird von Tag zu Tag schwächer.

Wird die Abbaupolitik nun offiziell?
Synadis Bio spricht in ihrer Erklärung sogar von einem geplanten Abbauprozess. „Gerade jetzt, wo die spezialisierten Bioläden nach zwei schwierigen Jahren wieder anziehen – mit einem Wachstum von 6,7 % im Jahr 2025, das sowohl durch einen Anstieg der Kundenzahl (+3,6 %) als auch durch den durchschnittlichen Kaufbetrag (+3,1 %) getragen wird –, beschließt die Regierung, das Instrument, das dieses Wachstum begleiten sollte, abzubauen."

Die Richtung ist laut Synadis Bio ganz klar: Erst das Geld wegnehmen, dann den Kopf abschlagen. „Die verbleibenden Aufgaben werden vermutlich an France AgriMer übertragen, wo die Stimme der spezialisierten Bioläden noch weniger Gehör finden wird."

„Es geht nicht mehr um die Agence Bio. Es geht um den Bio-Bereich selbst."
Christelle Le Hir sagt es unverblümt: „Vor einem Jahr haben wir Agence Bio verteidigt, weil wir an ihre Mission geglaubt haben. Heute steigen wir aus, weil wir uns weigern, Teil eines Systems zu sein, das nicht mehr funktioniert." Sie fügt hinzu, dass diplomatische Überlegungen sie lange Zeit davon abgehalten haben, offen zu sagen, was viele Mitglieder schon länger empfinden: dass ihr Sektor von der Regierung im Stich gelassen wird.

Der Austritt aus der Agence Bio bedeutet laut Synadis Bio keineswegs eine Abkehr vom Bio-Ansatz – im Gegenteil, es handelt sich um ein politisches Statement. Die Organisation will ihren Kampf für den Sektor an vier Fronten fortsetzen:

  • Verteidigung der wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder, aber auch Stärkung der Zusammenarbeit mit Erzeugern, Verarbeitern und Verbrauchern, um die gesamte Kette robuster zu machen.
  • Konkrete Vorschläge an die Politik unterbreiten, darunter die weitere Unterstützung des Fonds Avenir Bio – eines strategischen Investitionsfonds – und klare Ablehnung des Gesetzentwurfs Duplomb, der die Errungenschaften im Bereich des nachhaltigen Anbaus untergräbt.
  • Weiterhin für faire Einkommen im ökologischen Anbau kämpfen, da eine gesunde wirtschaftliche Basis für Erzeuger für das Fortbestehen der gesamten Kette unerlässlich ist.
  • Den ökologischen und gesundheitlichen Wert von Bio in den Mittelpunkt stellen und deutlich machen, dass ökologischer Anbau keine Nische ist, sondern eine strukturelle Antwort auf Klima- und Gesundheitsfragen.

„Ich rufe alle Akteure der Bio-Kette – Erzeuger, Verarbeiter, Geschäfte, Verbraucher – dazu auf, sich gemeinsam für eine wirklich ambitionierte Politik der Regierung einzusetzen", sagt Le Hir. „Wir fordern keine kurzfristigen Maßnahmen. Wir fordern nachhaltige politische Kohärenz. Es geht längst nicht mehr darum, die Agence Bio zu retten. Es geht darum, den Bio-Sektor selbst zu retten."

Weitere Informationen:
https://synadisbio.com/

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