Das Sortiment der Speiselagerkartoffeln wurde weiterhin von einheimischen Offerten geprägt. Nur punktuell trafen daneben einige Anlieferungen aus Frankreich auf, die aber unisono nicht über einen ergänzenden Charakter hinauskamen. Die Qualität der Offerten konnte laut BLE in der Regel überzeugen. Der Bedarf wurde dank der sehr üppigen Ernte im Jahr 2025 problemlos gedeckt.
In preislicher Hinsicht kam es zu keinen wesentlichen Veränderungen. Speisefrühkartoffeln stammten alleinig aus Zypern. Sie generierten infolge ihrer hohen Preise nur einen geringen Zuspruch. Die Geschäfte verliefen unaufgeregt. In Frankfurt verteuerten sich die zyprischen Zufuhren merklich; erschwerte Anbaubedingungen wirkten sich auf die Einstandspreise aus.
© BLE
Niedersachsen:
Auch in der vergangenen Woche wurden keine Schwankungen am Markt festgestellt.
Weiterhin gilt, dass die Vermarktungswege schlechter Qualitäten stark eingeschränkt
sind. Aus Niedersachsen wurden zuletzt Erzeugerpreise für Speisekartoffeln von 11,00 bis 11,50 EUR je dt genannt. Im vorigen Jahr bekamen die Landwirte in Niedersachsen zu diesem Termin zwischen 24 und 25 EUR je dt gezahlt – und damit mehr als doppelt so hohe Kartoffelpreise wie jetzt.
NRW:
Der Speisekartoffelmarkt verläuft in beständigen Bahnen. Lageraufschläge für Premiumware aus dem Kistenkühllager lassen sich weiterhin nicht am Markt umsetzen. Am Industriekartoffelmarkt ergeben sich weiterhin keine Änderungen. Die Verträge 2026 werden mit Spannung erwartet.
Thüringen:
Der Kartoffelanbau in Thüringen findet auf einer vergleichsweise kleinen Anbaufläche statt. Im Erntejahr 2024 wurden im Freistaat rund 1.200 ha mit Kartoffeln bestellt, was einen Rückgang gegenüber dem langjährigen Mittel darstellt (Thüringer Landesamt für Statistik, 2024). Im selben Jahr betrug die bundesweite Kartoffelfläche 289.300 ha. Die Kartoffelfläche Thüringens bleibt deutlich hinter früheren Jahren zurück und es ist erkennbar, dass Betriebe zunehmend aus dem Kartoffelanbau aussteigen – etwa aufgrund hoher Investitions- und Technikaufwendungen sowie spezifischer Bewässerungs- und Lageranforderungen. Dies geht aus einer aktuellen Marktstudie hervor.
Weniger als 1 % der gesamtdeutschen Bio-Kartoffelfläche befindet sich in Thüringen. Der Bio-Anteil der Kartoffelfläche in Thüringen ist jedoch mit rund 11 % deutlich größer als im bundesweiten Schnitt. Dieser belief sich im selben Jahr auf weniger als 5 %. Aktuell werden im Freistaat rund 131 ha ökologisch bewirtschaftet, verteilt auf 58 Betriebe. Damit liegt die Bio-Kartoffelfläche unter dem Niveau früherer Jahre: 2020 wurden noch 188 ha verzeichnet, 2016 waren es 139 ha. Während der Anbau früher unter anderem im Landkreis Gotha und im Altenburger Land konzentriert war, liegt der heutige Schwerpunkt im Landkreis Erfurt, wo sich auch der größte ökologisch wirtschaftende Kartoffelbetrieb Thüringens befindet. Die Betriebe profitieren von den günstigen Böden im Thüringer Becken. Insgesamt zeigt sich, dass die Bio-Kartoffelproduktion in Thüringen trotz einzelner leistungsstarker Betriebe bislang eine Nischenkultur geblieben ist.
Rheinland-Pfalz:
Der Kartoffelmarkt bleibt ohne wesentliche Impulse. Einzelne Aktionen im LEH mit größeren Gebinden und reduzierten Preisen beleben die Nachfrage nur kurzfristig. Während der Markt für Lagerware stagniert, richtet sich der Fokus der Erzeuger auf den Anbau 26. Aktuell werden noch keine Auspflanzungen gemeldet, die Böden sind noch zu nass und zu kalt. Weitere Fröste werden noch erwartet.
Schleswig-Holstein:
Die Lage auf den Großhandelsmärkten für Speisekartoffeln hat sich auch in dieser Woche nicht verändert. Das Angebot ist groß und übersteigt den Bedarf weiterhin deutlich. Die Nachfrage wird hingegen als relativ ruhig beschrieben, daran ändern auch die weiterhin stattfindenden Werbeaktionen im Lebensmitteleinzelhandel nur wenig. Auf Erzeugerebene lassen sich nach wie vor nur qualitativ einwandfreie Partien erfolgreich vermarkten. Mit zunehmender Lagerdauer steigen auch die Absortierungen. Von einer Preiserholung, oder zumindest von Lagerkostenaufschlägen ist weiterhin nichts in Sicht. Auch auf dem Terminmarkt herrscht aktuell Flaute. Die Kurse blieben unverändert zur Vorwoche. Der aktuelle Fronttermin April-26 liegt also weiterhin unter der Fünf-Euro-Marke.
Mehr Fläche, mehr Ertrag, mehr Druck: Wohin steuert der Kartoffelmarkt? Erzeuger sollten angesichts der Übermengen umdenken, sagt Gerhard Dittenhauser, Agropa-Marktexperte.
Bayern:
Nach einem guten Jahr 2025 mit hohen Preisen für ihre Kartoffeln wird 2026 für die Erzeugergemeinschaft für Qualitätskartoffeln Ingolstadt wohl deutlich herausfordernder. Dies wurde bei der Mitgliederversammlung der Gemeinschaft mit Kartoffelbauern aus der ganzen Region in Wackerstein deutlich. Die Erzeuger hätten ihre Kartoffeln im vergangenen Jahr „hochpreisig" verkaufen können – trotz eines witterungsbedingten „Wechselbads der Gefühle" mit einem „sehr intensiven Pflanzenschutzmitteleinsatz", wie Vorsitzender Martin Lorenz berichtete. Im laufenden Jahr müssten die Landwirte aber mit deutlichen Preisreduktionen rechnen.
Hessen:
Die Vermarktung von Kartoffeln verläuft zu Jahresbeginn in ruhigen Bahnen. Bis auf geringe Preisanpassungen setzt sich der stabile Preistrend fort. Mit spürbaren Preisaufschlägen wird vorerst kaum gerechnet, zumal weiterhin umfangreiche Mengen zur Verfügung stehen. Zusätzlich wird das Angebot durch überregionale Zufuhren mit teils deutlichen Preiszugeständnissen ergänzt. Unterdessen erhöht sich allmählich die Sortierquote mancher Partie. Im LEH laufen auch diese Woche Verkaufsaktionen, die das Kaufinteresse fördern sollen. Die Preise bleiben im Vergleich zur Vorwoche in etwa gleich.
Sachsen:
Auch in Sachsen hat es in den vergangenen Wochen keine nennenswerten Preisveränderungen gegeben.