"Das Avocadogeschäft durchläuft derzeit eine Phase erhöhter Instabilität hinsichtlich des Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage. In der aktuellen Situation kann das Eintreffen großer Mengen zu schnellen Reaktionen bei Preisen, Werbeaktionen und Handelszielen führen, was einen engeren und stark vernetzten Markt widerspiegelt", sagt Víctor Ruete von der Grupo Baika (Chile).
Im Vergleich zur letzten Saison sind die größten Veränderungen das Ausmaß und die zeitliche Konzentration des Angebots, insbesondere aus Peru, Kolumbien, Südafrika und Kenia. "Peru steht vor einer Saison starken Wachstums mit Exporten, die 800 Millionen Kilogramm überschreiten könnten, was eine große Herausforderung für die Branche darstellt: die Mengen und Vermarktungsfenster effizienter zu koordinieren, um eine geordnete Absorption in den wichtigsten Märkten sicherzustellen", sagt er.
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Europa ist nach wie vor der zweitgrößte Markt weltweit und aufgrund seines Volumens und seiner Aufnahmekapazität ein wichtiger Anker, aber auch am stärksten dem gleichzeitigen Wettbewerb zwischen den Herkunftsländern ausgesetzt. "Es ist der Markt, auf dem der Druck am stärksten zu spüren ist, wenn mehrere Produktionsfenster zusammenfallen und der Zustand bei der Ankunft entscheidend wird", sagt Ruete.
In den Vereinigten Staaten, dem weltweit wichtigsten Markt, wird das Verhalten stark von Mexiko beeinflusst. "Wenn Mexiko den größten Teil der Nachfrage deckt, spielen die anderen Herkunftsländer eine ergänzende Rolle. Dieser Faktor ist besonders relevant, wenn man bedenkt, dass sich die Saison 2025/2026 in Mexiko als historische Rekord-Saison abzeichnet, mit Exporten in die USA von über 1,1 Milliarden Kilogramm, und dass für die Saison 2026/2027 ähnliche Werte prognostiziert werden. Dieses Szenario schränkt die Aufnahmekapazität des US-Marktes für Obst aus anderen Herkunftsländern ein und beeinflusst letztlich das globale Gleichgewicht", so der Geschäftsführer.
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In Bezug auf die Preise war die Volatilität in den vergangenen Monaten eine Konstante. "In einem System mit relativer Fülle reagiert der Preis schnell auf die Anhäufung von Lagerbeständen und die Notwendigkeit der Umschlagshäufigkeit", erklärt der Geschäftsführer. Die Konzentration der Anlieferungen, die wöchentliche Planung und die Qualität der Früchte – Trockensubstanz, Festigkeit und Haltbarkeit – sind heute entscheidende Faktoren für die Preisbildung, insbesondere in Europa.
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Der Wettbewerb zwischen den Herkunftsländern hat sich verschärft. "Peru übt aufgrund seiner Größe starken Druck aus, Mexiko dominiert den US-Markt und Länder wie Kolumbien, Chile, Südafrika, Kenia oder Brasilien konkurrieren um bestimmte Zeitfenster und Plätze in Einzelhandelsprogrammen. Wenn ein großes Herkunftsland sein Volumen erhöht, müssen die anderen ihre Strategien über Werbeaktionen, Größen oder Umleitungen auf andere Märkte anpassen", sagt Ruete.
Aus produktionstechnischer und logistischer Sicht besteht die Herausforderung nicht mehr nur darin, Obst zur Verfügung zu haben, sondern auch darin, zum richtigen Zeitpunkt eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten. "Das System wird immer intoleranter: Jedes Problem mit dem Zustand der Ware führt schnell zu Reklamationen und Preisnachlässen", warnt er. Hinzu kommen der Druck auf die Kühlkette und logistische Engpässe in Spitzenwochen.
Mit Blick auf die Zukunft bleibt das Konsumwachstum ein strukturell unterstützender Faktor, der durch Gesundheits- und Convenience-Trends angetrieben wird. Ruete kommt jedoch zu dem Schluss, dass der Erfolg zunehmend von der Fähigkeit abhängen wird, die Mengen zu steuern: "Die große Herausforderung besteht darin, die Angebotskurve zu dosieren. Wenn das Volumen gleichmäßig verteilt ist, kann der Markt es absorbieren, aber wenn es sich konzentriert, ist Druck unvermeidlich."
Weitere Informationen:
Victor Ruete
Exportadora Baika S.A.
Chile
Tel.: +56 96797761
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