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Der Sturm Kristin hat in ganz Spanien gewütet. Durch Starkregen, Schneefall und starken Wind sind an vielen Orten Probleme entstanden. Auch in der Provinz Huelva ist der Schaden groß. Tunnel und Gewächshäuser für den Anbau von Beerenobst sind schwer betroffen. Und das, obwohl die Branche bereits eine schwierige Saison durchlebt, mit geringeren Erträgen gerade zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage in Europa steigt.
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"In mehreren Gemeinden wurden Parzellen durch den Wind beschädigt", berichtet Rafael Domínguez, Direktor des Branchenverbands Freshuelva. "Die Versicherungen sind noch damit beschäftigt, die Schäden an Metallkonstruktionen und Plastiküberdachungen im Heidelbeeranbau, in der Teichwirtschaft und im Brombeeranbau zu erfassen." Außerdem sind an mehreren Stellen Bäche über die Ufer getreten, was zu überfluteten Feldern geführt hat.
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'Viele Gewächshäuser sind überflutet'
Die Unwetterereignisse in weiten Teilen Spaniens, der Türkei und Marokkos haben auch die Gemüseversorgung zum Erliegen gebracht. „Es ist wirklich etwas los", sagt Pieter de Ruijter von der 4Fruit Company aus den Niederlanden. So stehen in Almería zahlreiche Gewächshäuser unter Wasser. „Die eine Genossenschaft hatte keinen Strom, die andere bekam keine Produkte geliefert und die nächste hatte keine Frauen, um das Gemüse zu verpacken. Alle mussten ihre Geschäfte absagen. Autos stehen bis zu den Türen unter Wasser und viele Gewächshäuser sind überflutet."
Der Sturm Kristin hat in der spanischen Provinz Almería erhebliche Schäden angerichtet. Der spanische Wetterdienst Aemet musste sogar die höchste Alarmstufe – Rot – für die Regionen Valle del Almanzora und Los Vélez ausrufen. Im Rest der Provinz galt die Alarmstufe Orange. Und die Schäden sind bereits jetzt groß, insbesondere für den Gartenbau.
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Laut der Erzeugerorganisation Coag sind nicht nur Gewächshäuser beschädigt, sondern auch mehrere Stützmauern eingestürzt. „Das größte Problem", betont Andrés Góngora, Provinzsekretär von Coag Almería, „ist jedoch, dass sehr viele Gewächshäuser überflutet wurden. Das hat die Pflanzen erheblich beschädigt."
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Der starke Regen – an einigen Stellen fielen bis zu 8,6 Liter pro Quadratmeter – ging mit Windböen von über 90 Km/h einher. Vor allem Orte wie Las Norias de Daza und La Mojonera im Westen der Provinz wurden schwer getroffen.
Und das nach einem bereits nassen Winter. „Es regnet schon seit Monaten", sagt Coag, „und das führt zu erheblichen Ernteausfällen. Außerdem verbreiten sich Pflanzenkrankheiten schneller. Einige Erzeuger mussten sogar vorzeitig ernten oder ganze Pflanzen aus dem Boden entfernen."
Vor allem alte Gewächshäuser erweisen sich bei solchen extremen Wetterbedingungen als anfällig. Sie sind solchen Stürmen einfach nicht gewachsen. Góngora: „Natürlich ist Regen auch willkommen – vor allem für den Ackerbau im Landesinneren und für die Auffüllung unserer Grundwasservorkommen –, aber für sehr viele Erzeuger in unserer Provinz ist die Situation derzeit geradezu besorgniserregend."
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Die Wetterprobleme sind jedoch weiter verbreitet als nur in Almeria. Auch die Freilandgemüseanbauregion Murcia ist stark betroffen. „Der Eissalat wächst zum Beispiel nicht. Aufgrund der Wasserschäden müssen die Erzeuger viele Blätter vom Salat entfernen. Dadurch bleiben nur kleine Köpfe übrig. Aber niemand will 12er oder 15er", seufzt Pieter de Ruijter. „Aber das Blatt wird sich wenden, denn derzeit kann niemand 10er ernten."
Starkwind legt Hafenbetrieb in Tanger lahm
Auch Marokko blieb von den Wetterproblemen nicht verschont. Der Hafen von Tanger war wegen Stürmen geschlossen, wodurch der Export aus Marokko gestört wurde. „Es gibt Staus von mehr als 40 Kilometern Länge mit Lastwagen, die die Überfahrt nach Gibraltar machen wollen. Aber die Straßen sind unpassierbar. Im Norden Marokkos gibt es Schlammlawinen, und in der Straße von Gibraltar können die Schiffe wegen des Windes nicht fahren", berichtet der Importeur.
Am Donnerstag stiegen die Gemüsepreise im Laufe des Tages bereits stark an. „Am Morgen fand man die Preise natürlich noch viel zu hoch, aber später kamen viele Kunden doch wieder zurück, weil sie sahen, dass es zu Engpässen kommen würde", erzählt Pieter. Heute ging er mit folgenden Preisen auf den Markt: 23 EUR für rote Paprika, 26 EUR für gelbe und 25 EUR für orangefarbene, 21 EUR für Auberginen und 24 EUR für Zucchini. „Und wenn Kunden das zu teuer finden, sollen sie es lieber stehen lassen. In den nächsten Tagen wird es nämlich noch weniger Handel geben ... Früher sagten wir: Auch Gold kann zu teuer sein. Aber das ist auch überholt."
Weitere Informationen:
www.4fruitcompany.nl
www.freshuelva.es