Das italienische Unternehmen Fri-El Green House, Mitglied der Genossenschaft OP Cio (bekannt unter dem Markennamen H₂Orto), expandiert kräftig. In Kürze werden 30 Hektar zusätzliche Gewächshäuser hinzukommen und 400 neue Mitarbeiter eingestellt. Inzwischen ist die neue Biomethananlage bereits in Betrieb. Zwei bestehende Anlagen wurden von Biogas auf Biomethan umgestellt, wobei CO₂ zurückgewonnen wird. Dieses CO₂ wird in den Gewächshäusern in Ostellato (Ferrara) verwendet, um die Photosynthese der Pflanzen zu verbessern.
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Derzeit werden folgende Sorten angebaut: traditionelle und Premium-Strauchtomaten, längliche Tomaten, gelbe und rote Datterini, Cocktailtomaten, Kirschtomaten (sowohl konventionell als auch Premium) und Snackgurken.
Laut Vertriebsleiter Davide D'Ignoto ist die Inlandsnachfrage derzeit nicht besonders hoch, „aber wir können eine stabile Lieferung garantieren". Im Ausland hingegen läuft der Absatz auf Hochtouren. „Wir exportieren vor allem nach Deutschland und Österreich und sind seit kurzem auch in Dänemark, Estland und Schweden aktiv. In Kürze werden wir auch mit Lieferungen nach Frankreich und Polen beginnen."
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Über die neue Biomethananlage sagt Florian Gostner, CEO von Fri-El Green House: „Wir wollen einen Schritt nach vorne machen: unsere Gewächshausfläche erweitern, mehr anbauen und gleichzeitig in nachhaltige Technologie investieren. Dazu haben wir einen umfassenden Investitionsplan aufgestellt, der auf nachhaltige Lösungen für Energie, Wärme und Wasser ausgerichtet ist. Die Gewächshäuser werden mit Geothermie beheizt, mit Strom aus auf Wasser treibenden Sonnenkollektoren versorgt und nutzen gesammeltes Regenwasser, das in Reservoirs gespeichert wird."
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Das Biomethanprojekt ist Teil dieser zirkulären Vision. Die Anlage ist eng mit den Gartenbauaktivitäten auf dem Gelände verbunden. Restströme aus der Verarbeitung von Produkten werden in Biogas umgewandelt, das anschließend zu Biomethan aufgewertet wird. Gleichzeitig entsteht ein natürlicher Bodenverbesserer, der wieder auf die Felder zurückgebracht wird – ein Beispiel für Kreislaufwirtschaft in der Praxis.
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Der Ansatz steht im Einklang mit der europäischen Energiepolitik, die bis 2030 eine Biomethanproduktion von 35 Milliarden Kubikmetern als Eckpfeiler der Energiewende anstrebt. Das Biomethan wird aus Biogas gewonnen, das durch natürliche Fermentation von organischem Material entsteht. Dieses Gas besteht hauptsächlich aus Methan und CO₂.
Und genau dieses CO₂ ist ein zusätzlicher Vorteil des Projekts in Ostellato. Die Anlage ist so konzipiert, dass das während des Reinigungsprozesses abgeschiedene CO₂ wiederverwendet wird. Es wird in die Gewächshäuser zurückgeführt und reichert dort die Luft an, was die Tomatenpflanzen zu einer höheren Produktion anregt. So trägt das System nicht nur zur Nachhaltigkeit bei, sondern auch zu einem höheren Ertrag.
Weitere Informationen:
H2ORTO
Via delle Serre 1
44020 Ostellato (Ferrara), Italien
Tel: +39 0533 57411
www.h2orto.it