Die Kälte und die Regenfälle im Dezember und Januar haben das Gemüseangebot in Südspanien und Marokko eingeschränkt, was sich insbesondere auf Spezialitäten mit einer wetterempfindlicheren Komponente ausgewirkt hat, wie Peperoni und süße Mini-Paprika vom Typ Sweet Bites.
"Der Dezember war zweifellos einer der kältesten und regenreichsten Monate der letzten Jahre. Das hat die Verfügbarkeit einiger Sorten verringert und zu Preissteigerungen im Segment der Peperoni geführt", erklärt Miriam Escobar, Produktmanagerin für Chili bei Agroatlas.
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"Dennoch war unser Fokus klar: Kontinuität. Wir haben es geschafft, die Versorgung für praktisch das gesamte Sortiment aufrechtzuerhalten und unsere Programme auch unter schwierigen klimatischen Bedingungen einzuhalten. Am stärksten betroffen waren die Sorten Padrón und Jalapeño, obwohl unsere Sortenstrategie es uns ermöglicht, mit widerstandsfähigeren Materialien zu arbeiten und Schwankungen zu minimieren", betont sie.
Laut Escobar "ist die Nachfrage nach diesen Spezialitäten zwar in der Regel stabiler als die nach Grundnahrungsmitteln, aber gerade jetzt, nach der Weihnachtszeit, beginnt der Verbrauch anzusteigen und viele Produkte werden wieder im Einzelhandel angeboten".
Agroatlas produziert über seine Tochtergesellschaft Nature Growers verschiedene Gemüsesorten in Marokko und hat sich dabei stark auf grüne Bohnen und Peperoni spezialisiert. "Wir haben vor etwa 10 Jahren gemeinsam mit strategischen Partnern begonnen, auf diese Kategorie zu setzen, und seitdem hat sich eine konstante Entwicklung mit einem durchschnittlichen Wachstum von fast 20 % pro Jahr ergeben", erklärt sie.
Darüber hinaus hat das Unternehmen in Übereinstimmung mit der Nachfrage der Einzelhändler in den letzten Jahren sein Portfolio um schnelllebige Produkte mit hohem Mehrwert erweitert, wie die Snackgurke My Cubies und die Snackpaprika Sweet Bites.
"Heute haben wir in Marokko rund 80 Hektar Anbaufläche für Peperoni. Damit sind wir, gemessen an Größe und Volumen, einer der wichtigsten Akteure in diesem Segment am Ursprungsort", sagt Escobar. "Wir arbeiten unter anderem mit Sorten wie Jalapeño, Padrón, Finger Chili, Cayenne, Sriracha und Habanero sowie Snackgurken und Sweet Bite."
Die Produktion läuft von Oktober bis Juni und ist sowohl für Einzelhändler als auch für Fachgroßhändler bestimmt, wobei der Schwerpunkt auf Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich liegt und in geringerem Maße auch auf den nordischen und osteuropäischen Ländern.
"Der Verbrauch wächst stetig", betont Escobar. "Wir beobachten eine sehr deutliche Entwicklung dieser Kategorie seitens der Einzelhändler. Einer der großen Treiber ist die Einführung in Meal Kits - kochfertigen Paketen, die frische Zutaten und Rezepte enthalten. Aber auch die Verbraucher nehmen scharfe Produkte zunehmend in ihren Einkaufskorb auf: Wir arbeiten mit Verpackungsgrößen von 50 bis 65 Gramm und in einigen Ketten auch mit Großpackungen, die pro Stück verkauft werden."
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"Der Einfluss der internationalen Gastronomie beschleunigt diesen Trend. Scharfe Gewürze haben sich von einem Nischenprodukt zu einer strategischen Kategorie entwickelt, die sowohl bei frischen Produkten als auch bei Fertiggerichten, Soßen und anderen verarbeiteten Produkten eine Rolle spielt", fügt sie hinzu.
Laut der Produktmanagerin von Agroatlas hat der Wettbewerb in den vergangenen Jahren zugenommen, wobei die Produktion auch in Spanien, der Türkei und im Senegal gewachsen ist. Das Unternehmen konzentriert sich jedoch auf sein Wertversprechen am Ursprungsort.
"Marokko hat einen großen Wettbewerbsvorteil: ein milderes Klima im Winter, die Nähe zu Europa und seine Reaktionsfähigkeit. Und genau darin sind wir besonders stark", erklärt Escobar. "Wir unterscheiden uns durch ein sehr umfangreiches Sortiment, konstante Mengen während der gesamten Saison und echte Flexibilität beim Zusammenstellen von Paletten mit verschiedenen Sorten, was für unsere Kunden entscheidend ist. Das reduziert die Komplexität, verbessert die Effizienz und ermöglicht es, die Kategorie im Regal zu fördern."
"Die Zukunft des Segments ist sehr vielversprechend", sagt Escobar. "Wir entwickeln weiterhin Märkte und erkunden neue Möglichkeiten außerhalb Europas. Der Nahe Osten stellt aufgrund des hohen Verbrauchs an scharfen Gewürzen und ihrer Verankerung in der lokalen Gastronomie ein bedeutendes Potenzial dar."
Die Expertin weist darauf hin, dass die Vereinigten Arabischen Emirate als strategisches Ziel hervorstechen. "Sie verfügen über direkte Flugverbindungen nach Marokko, obwohl die Logistikkosten ein limitierender Faktor sind. Dennoch gibt es für gut strukturierte Programme eine echte Chance."
Laut Escobar sind die größten Herausforderungen für den Sektor der zunehmende Druck durch Schädlinge und Krankheiten sowie die Auswirkungen, die dies auf die Erträge hat. "Unsere Antwort ist klar: Wir setzen auf Genetik. Wir führen widerstandsfähigere Sorten ein, auch wenn die Kosten dafür höher sind, denn nur so können wir eine gleichbleibende Qualität und Kontinuität der Lieferungen gewährleisten."
Agroatlas verfügt außerdem über einen Versuchsgarten in Marokko, wo es gemeinsam mit Züchtern neue Materialien testet. "Das Ziel ist es, unseren Wettbewerbsvorteil zu erhalten, indem wir eine stabile Produktion gewährleisten, den Ertrag steigern und die Qualität während der gesamten Saison konstant schützen", so Escobar abschließend.
Agroatlas wird vom 4. bis 6. Februar als Aussteller auf der Messe Fruit Logistica in Berlin in Halle 22, Stand G40, vertreten sein.
Weitere Informationen:
Miriam Escobar
Agroatlas
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